Das ist mal ein echter schnapsgetränkter Paukenschlag im Rheingau: Die weltberühmte Basilika Kloster Eberbach heißt künftig „Klosterfrau-Melissengeist-Basilika im Kloster Eberbach“. Wie die Stiftung Kloster Eberbach am 1. April mitteilte, will man die Namensrechte offenbar im Juni abgeben – zum Start der Konzertsaison des Rheingau-Musik-Festivals am 23. Juni. Das Unternehmen „Klosterfrau Melissengeist“ erhalte zum Stichtag 1.4.2018 genau 11,36 Prozent der Stiftungsanteile, der Deal soll für fünf Jahre gelten. Damit trägt die 900 Jahre alte Basilika, die einst von Zisterziensermönchen gegründet wurde, künftig den Namen des ebenfalls weltberühmten Kräuterschnapses im Titel. Das ist durchaus passend, schließlich begründeten die Zisterziensermönche in Eberbach eine bis heute anhaltende Weinkultur – und die Kräuter ihrer Gärten wussten sie sicher auch zu nutzen.

Kloster Eberbach heißt künftig "Klosterfrau-Melissengeist-Basilika" - Stiftung Kloster Eberbach teilt am 1. April Verkauf der Namensrechte mit
Das wunderschöne Kloster Eberbach im Rheingau. – Foto: Stiftung Kloster Eberbach

Martin Blach, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung, zeigte sich denn auch begeistert von dem Deal: „Mit dem Investment dieser traditionsreichen Firma finden zwei historische Globalplayer endlich zusammen“, sagte er, „beide Unternehmungen werden maßgeblich davon profitieren!“ Über die vereinbarte Summe des Verkaufs der Namensrechte sei von beiden Seiten Stillschweigen vereinbart worden, hieß es von Seiten der Stiftung weiter. Weitere Details sollen bei einer Bilanzpressekonferenz Ende Mai bekannt gegeben werden.

Kloster Eberbach wurde der Legende nach im Jahr 1135 von Zisterziensermönchen aus dem Burgund gegründet, die neben ihrem Knowhow auch Weinreben im Gepäck hatten. Zu Napoleons Zeiten wurde das Kloster säkularisiert, auch Kloster Eberbach wurde 1803 als kirchliche Einrichtung aufgelöst. Seit dem Zweiten Weltkrieg gehört es dem Land Hessen. Die weitläufige Anlage mit zahlreichen Gebäuden und eben der großen Basilika zu unterhalten, ist ein Mammutunterfangen: „Diese Anlage zu erhalten, das kostet 7.000 Euro am Tag“, sagte Blach einmal gegenüber Mainz&.

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Seit 1998 ist das die Aufgabe der gemeinnützigen Stiftung Kloster Eberbach, die schon in der Vergangenheit immer wieder kreative Methoden ersann, um Geld für den Erhalt aufzutreiben. So konnten etwa Sponsoren Steine im Kreuzgang erstehen, die ihren Namen tragen. Die Stiftung finanziert sich im Übrigen über Eintrittsgelder, Spenden, Führungen, Veranstaltungen, Miet-und Pachteinnahmen – und eben auch über Sponsorengelder. Die versteht sich aber auch als Kultureinrichtung und als „Impulsgeber für geistig-kulturellen und gesellschaftlichen Fortschritt.“ Mit der Namensgebung „Klosterfrau-Melissengeist-Basilika im Kloster Eberbach“ geht man gewiss neue Wege.

Info& auf Mainz&: Mehr zu Kloster Eberbach findet Ihr auf dieser Internetseite.

 

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