Ist nun auch Mainz& dem Halloween-Trend verfallen? Klar doch, aber bei uns hat das historische Wurzeln, amerikanische Wurzeln nämlich. Ein Teil meiner privaten Familie kommt aus den USA, ich selbst habe dort insgesamt ein Jahr und sieben Monate gelebt. Und ich habe Halloween für mich selbst entdeckt und mitgebracht – vor 24 Jahren schon. Warum? Weil Halloween einfach besser diesen Wendepunkt der Jahreszeiten begeht, als es Allerheiligen und Allerseelen für mich je konnten. Happy Halloween Vector Grafik

Halloween hat übrigens europäische Wurzeln, keltische Wurzeln nämlich. Samhain hieß bei ihnen die Nacht der Toten, gefeiert am Wendepunkt zum Winter. Und dabei ging es um genau dasselbe, was unser Allerheiligen-Fest symbolisiert: Das Gedenken an die Toten an der Schwelle zum Winter. Auch der Name Halloween kommt daher: All Hallow’s Eve heißt der alte Name und das bedeutet der Abend aller Heiligen – aber wem erzähle ich das in Zeiten von Harry Potter 😉

Hexensilhouette vor MondTatsache ist: Bei dem keltischen Fest war es Brauch, den Toten Laternen anzuzünden, um ihnen den Weg zu weisen, Teller mit Essen für sie bereit zu halten, um sie in der Mitte der Lebenden willkommen zu heißen. Denn an diesem Abend, so erzählen es die Legenden, steht die Tür zwischen der Welt der Toten und der Lebenden weit offen, und die Geister der Unterwelt kehrten in den seltsamsten Gestalten zurück – daran erinnern heute die Skelette und Geister, Hexen und Gruselfiguren, auch wenn Letzere natürlich eine Erfindung von Hollywood sind 😉

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Was mich daran fasziniert ist die schlichte Umkehrung unserer alten Bräuche: Anstatt auf Friedhöfe zu pilgern und an Gräbern zu klagen, holten die Kelten ihre Toten zu sich, zurück ins Leben. Sie gaben ihnen einen Raum in ihrer Mitte, und dort, so finde ich, gehört das Gedenken an die Toten auch hin! Die Ahnen zum Mal einzuladen empfinde ich als eine Geste des Respektes und als ein Zeichen, dass unsere Toten eben nicht verbannt sind von unserer Tafel.Kürbis mit Katzen und Geister Rahmen

Dieses Wendepunkt-Fest zur dunklen Jahreszeit auf eine fröhlich-farbenfrohe, und trotzdem nachdenkliche Art und Weise zu begehen, uns daran zu erinnern, welchen Schatz an Genuss und Leben wir hier haben – das symbolisiert für mich Halloween. Und wenn Ihr es als rauschende Party feiert – warum nicht?

Gelegenheit dazu gibt es genug: Ob KUZ, Kumi-Klub oder 50 Grad, ob Caveau, Baron oder Alexander the Great – heute Abend könnt Ihr dem Halloween-Trubel sowieso nicht entkommen. Also: habt Spaß und feiert – und wenn Ihr heimkommt, zündet noch eine Kerze im Kürbis an. Auch bei Euch wird es den einen Menschen geben, der Euch verlassen hat – Euch, aber nicht Euer Leben.

HAPPY HALLOWEEN!

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