Für die Kastanien der Lesselallee auf der Maaraue wird es langsam ernst: Am 1. Juli tagt in Wiesbaden der Umweltausschuss, dort soll entschieden werden, ob die 71 uralten Kastanien weiter stehen dürfen – oder gefällt werden. Deshalb hat nun eine Allianz aus Kostheimer Bürgern einen Appell für den Erhalt der Kastanienallee gestartet. „Bitte verhindern Sie, dass eine rund hundert Jahre alte Allee mit einem Schlag vernichtet wird!“, heißt es in dem Appell, der bis zum 1. Juli möglichst viele Unterschriften für den Erhalt der Bäume sammeln will.

Kostheimer starten Bürger-Appell zum Erhalt der Lesselallee
Noch immer hinter Gittern: Kastanien der Leselallee – Foto gik

„Der Zaun steht. Die Bäume stehen auch. Bei allen Unwettern in der vergangenen Woche: Kein Astbruch in der Allee“, teilte Marion Mück-Raab von der Bürgerinitiative für den Erhalt der Lesselallee nun mit. Tatsächlich ist die Frage, wie gesund die Bäume noch sind, unter Experten umstritten: Der Gutachter der Stadt Wiesbaden, Roland Dengler, hatte der Stadt die Fällung empfohlen, ein Gutachter der Grünen, Ulrich Weihs, den Bäumen hingegen ausreichende Vitalität beschieden.

Man habe aber den Eindruck, dass „trotz all dieser Fakten“, in Wiesbaden die Große Koalition aus CDU und SPD stehe – „gegen die Kastanien“, sagte Mück-Raab weiter. Deshalb hätten sich am vergangenen Wochenende spontan knapp 130 Kostheimer zusammengetan, um noch einmal eine Unterschriftensammlung gestartet. Dabei seien auch viele Kostheimer Geschäftsleute und Aktive aus den Vereinen, sagte Mück-Raab. Kostheimer starten Bürger-Appell zum Erhalt der Lesselallee

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Auch Mainzer können unterschreiben

Im Gegensatz zum Bürgerbegehren 2013, bei dem rund 3.000 Unterschriften gesammelt wurden, können dieses Mal auch Nicht-Kostheimer und Nicht-Wiesbadener mitmachen. „Auch Mainzer, Hochheimer, Gustavsburger – alle Menschen, die die Maaraue und ihre Bäume lieben“, dürften unterschreiben, betonte Mück-Raab. Das könnte spannend werden, gehört die Maaraue doch auch zu den beliebtesten Jogging- und Fahrradrouten der Mainzer.

„Wir geben nicht auf“, betonte Mück-Raab weiter, in den zwölf Tagen bis zur Entscheidung werde die Bürgerinitative noch einmal alles versuchen, um die Allee zu retten. Zwar habe sich der Kostheimer Ortsbeirat mehrheitlich für die Fällung der Kastanien und für eine junge Ulmenallee an derselben Stelle ausgesprochen, „wir zweifeln aber daran, dass das tatsächlich der Wunsch der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Kostheim ist“, heißt es in dem Appell.

Zudem kritisieren die Allee-Befürworter, dass nie über Alternativen zur Fällung gesprochen worden sei. Die Verkehrssicherheit könne auch durch Pflegemaßnahmen und das Fällen einzelner Bäume erreicht werden, betonen die Appellanten. Das habe auch ein ausgewiesener Baumexperte, Ulrich Weihs, in einem Gutachten für die Grünen dargelegt.

„Wir wissen: Nichts lebt ewig“, heißt es in dem Appell: „Aber wir wünschen uns einen behutsamen Umgang mit den Veränderungen in der Natur. Wir bitten Sie: Pflegen Sie unsere Baumriesen! Bewahren Sie diesen Schatz, solange es möglich ist!“

Info& auf Mainz&: Wer den Appell unterzeichnen will, kann eine Liste per Email unter dieser Adresse anfordern: mueck-raab@gmx.de. Unterstützer-Unterschriften müssen bis spätestens 1. Juli, 12.00 Uhr, an die Unterstützer geschickt worden sein. Mehr zu den Adressen, dem aktuellen Stand, dem Appell sowie der Liste der Unterzeichner findet Ihr hier. Mainz& hat bereits mehfach über den Streit um die Lesselallee berichtet, zuletzt am 6. Mai, Aufschub für die Lesselallee

 

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