Die Stadt Mainz gehört zu den Papierrecycling-Helden des Jahres 2018, das finden wir eine klar positive Botschaft: Innerhalb nur eine Jahres konnte die Stadtverwaltung ihre Papierrecyclingquote von 54,99 Prozent auf nun 81,57 Prozent steigern – das war ein satter Anstieg um knapp 26,6 Prozent. Wie man das erreicht? „Wir konnten diese Steigerung erreichen, indem wir unsere Schulen nun mit Recyclingpapier versorgen“, sagte Marion Ude vom Grün- und Umweltamt. Mainz wurde damit zu einem von fünf Aufsteigern des Papieratlas 2018 gekürt. Der Papieratlas ist ein Städtewettbewerb der Initiative Pro Recyclingpapier (IPR), und die zeigt sich durchaus zufrieden: Mit 87,15 Prozent im Durchschnitt befinde sich die Recyclingquote in deutschen Städten auf Rekordniveau.

Mainz&-Adventskalender Türchen # 11: Mainz ist ein Papier-Recyclingheld 2018 - Aufsteiger beim Papieratlas 2018
Eine Verwaltung produziert geradezu Berge von Akten und Papier pro Jahr – gut, wenn das alles Recyclingpapier ist… – Foto: gik

Seit elf Jahren schon veranstaltet die IPR den Städtewettbewerb um Papierverbrauch und Recyclingquoten, um die Benutzung von Papier mit dem „Blauen Engel“ in den Städten zu unterstützen. Im Frühjahr 2018 erhielten alle Groß- und Mittelstädte Deutschlands ab 60.000 Einwohnern die Einladung, ihren Papierverbrauch und ihren Recyclinganteil transparent zu machen. Mehr als 160 Städte machten mit, die 93 Groß- und Mittelstädte hätten dabei mit der Quote von 87,15 Prozent einen neuen Höchststand erreicht, teilte die IPR zur Preisverleihung im September 2018 mit. „Wir freuen uns über das große Interesse und ungebrochene Engagement“, die Entwicklung sei eindeutig positiv, sagte IPR-Sprecher Ulrich Feuersinger: „Der Papieratlas ist zu einem Standardwerk geworden, das die Vorreiter würdigt und andere zur Nachahmung anregt.“

So sei auch der Landkreiswettbe2werb gut gestartet, die 27 Teilnehmer kamen hier auf eine durchschnittliche Quote von 65,48 Prozent. Außerdem beteiligten sich 42 Hochschulen an dem Papieratlas, sie brachen mit 68,78 Prozent im Schnitt ebenfalls den Rekord vom Vorjahr. Gemeinsam hätten alle Teilnehmer mehr als 500 Millionen Liter Wasser und 100 Millionen Kilowattstunden Energie eingespart – allein, weil sie Recyclingpapier verwendeten.

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„Die Verwendung von Papier mit dem Blauen Engel ist eine besonders einfache und effektive Maßnahme für den Klima- und Ressourcenschutz“, sagt auch Marion Ude von der Stadt Mainz: „Die Herstellung spart im Vergleich zu Frischfaserpapier rund 70 Prozent Wasser und 60 Prozent Energie.“ Mainz habe mit seinem Einsatz von Recyclingpapier im Jahr 2017 so mehr als 4,1 Millionen Liter Wasser und über 856.000 Kilowattstunden Energie eingespart. Das entspricht übrigens dem täglichen Trinkwasserbedarf von 34.388 Einwohnern und dem jährlichen Stromverbrauch von 244 Drei-Personen-Haushalten, hat der Papieratlas ausgerechnet.

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Plakat der Kampagne „Blauer Engel“ zum Thema Papierberg… – Grafik: Blauer Engel.

Das solle auch Privathaushalte anregen, bewusster Papier zu verwenden, mahnt Sabine Gresch, Koordinatorin der Lokale Agenda 21: „Jeder von uns hat tagtäglich mit Papier zu tun, die Verwendung von Recyclingpapier auch zu Hause ist eine einfache und sehr gute Möglichkeit, aktiv etwas für den Umwelt- und Klimaschutz zu tun“, betont Gresch. Und schließlich müsse für die Herstellung von Recyclingpapier kein einziger weiterer Baum gefällt werden.

Ausschlaggebend für die Platzierung beim Papieratlas ist übrigens tatsächlich die Verwendung von Recyclingpapier in einer Verwaltung: Je höher der Anteil von Papier mit dem „Blauen Engel“ ist, umso höher die Platzierung. Und da geht bei Mainz durchaus auch noch mehr: 29 Millionen 313.500 Blatt Din A4 hat die Stadt Mainz 2017 insgesamt verbraucht, davon rund 9,6 Millionen Blatt in der Verwaltung und 14,45 Millionen Blatt in den Schulen. Aber nur etwas mehr als 50 Prozent der stöädtischen Publikationen werden auf Recyclingpapier gedruckt.

Die alte Bundeshauptstadt Bonn etwa verwendet in ihrer Verwaltung zu 100 Prozent Recyclingpapier, in ihren Schulen liegt die Quote bereits bei 99,56 Prozent, der „schlechteste“ Anteil an Recyclingpapiernutzung in Bonn. Die alte Bundeshauptstadt liegt denn auch auf Platz zwei der Mehrfachsieger mit gleich neun Sonderauszeichnungen – Sieger 2018 wurde indes die Stadt Bremerhaven, die bei 9,33 Millionen Blatt Papier alle zu 100 Prozent aus Recyclingpapier verwendet. Bonn gehört auch zu den Städten mit „vorbildhaften Stadtoberhäuptern“ – das sind Städte mit Oberbürgermeistern, die ihre interne und externe Korrespondenz ausschließlich auf Recyclingpapier setzen. Auch der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) gehört dazu – der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) jedoch nicht.

Bester Landkreis war übrigens 2018 der Rhein-Hunsrück-Kreis mit einer Recyclingquote vollen von 100 Prozent – den ersten Platz gab’s durch das Holen von 17 Sonderpunkten. In Rheinland-Pfalz machten übrigens 7 von 9 Großstädten, aber nur 4 von 24 Landkreisen mit. Auch der Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, Marlon Bröhr (CDU) nutzt für seine Korrespondenz ausschließlich Recyclingpapier.

Info& auf Mainz&: Wir gehen dann mal einkaufen… aber erst, wenn unser vorhandenes Papier aufgebraucht ist, das wäre ja sonst auch nicht nachhaltig. Alle Details zum Papieratlas 2018 findet Ihr hier im Internet als Download – wirklich spannende Lektüre. Die Initiative Pro Recycling findet Ihr hier im Internet, die Pressemitteilung, aus der wir zitiert haben, genau hier. Wie man Papierprodukte mit dem Blauen Engel findet, steht genau hier im Internet – Ihr werdet Euch wundern: Auch so Großunternehmen wie Aldi sind dabei.

 

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