Achtung Zugfahrer: Am heutigen Dienstag, den 7. Oktober, findet ab 21.00 Uhr ein bundesweiter Bahnstreik statt! Die Gewerkschaft der Lokführer (GdL) hat den Streik ausgerufen, weil die Deutsche Bahn aus ihrer Sicht Verhandlungen in den Tarifgesprächen verweigert. Die Deutsche Bahn sieht das natürlich völlig anders und nennt die Forderungen der GdL „völlig überzogen“. Tatsache ist: In Nah- und Fernverkehr wird es von heute 21.00 Uhr bis morgen früh 6.00 Uhr zu erheblichen Behinderungen kommen.

Der GDL-Streik werde sich bundesweit auf den Nah-, Fern- und Güterverkehr auswirken, teilte die Deutsche Bahn (DB) mit. Damit die Kunden am Dienstagabend noch ihre Reiseziele erreichen, empfiehlt die DB, Züge zu benutzen, die vor 21 Uhr im Zielbahnhof eintreffen. Ach was…

Mainz& aktuell: Bahnstreik heute ab 21.00 Uhr - großzügige Kulanzregeln
Es fährt kein Zug… na, das kennen wir ja in Mainz – Foto: gik

Und wenn man das nicht kann? Bleiben die Züge dann auf offener Strecke stehen? Dazu geben bisher weder DB noch Gewerkschaft Auskunft, also hoffen wir mal das Beste…

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Auskunft über Ersatz erst nach Streikbeginn

Einen Notfallfahrplan hat die DB bisher nicht: Da man bisher keine Informationen habe, welche Züge ausfallen, könne man Auskünfte über Ausfälle und mögliche Ersatzverkehre erst nach Streikbeginn machen. Die DB verspricht aber, mehrere hundert Mitarbeiter zusätzlich einzusetzen, und das vor allem beim Service-Personal in den Bahnhöfen und bei der Reiseauskunft.

Die GdL ruft aber nicht nur die Lokführer, sondern auch Zugbegleiter, Disponenten und auch die Bordgastronomen zum Streik auf. Au weia, gibt es dann nicht mal einen Kaffee im Zug?

Auswirkungen am Mittwoch bis Mittags

Der Streik ist bis Mittwochmorgen um 6.00 Uhr befristet, die Auswirkungen werden aber auch im morgendlichen Berufsverkehr noch zu spüren sein, warnt die Bahn. Die Folgen würden wohl bis in die Mittagsstunden reichen, heißt es. Bei der Bahn ist man entsprechend sauer auf die GdL, die Gewerkschaft müsse an den Verhandlungstisch zurückkehren, wird gefordert.

Mainz& aktuell: Bahnstreik heute ab 21.00 Uhr - großzügige Kulanzregeln
So sah das beim Mainzer Bahnchaos aus. Stimmt ja fast wieder… – Foto: gik

Bei der Gewerkschaft ist man umgekehrt sauer und behauptet, die Bahn habe den Tarifkonflikt „bewusst herbeigeführt, um die berechtigten Forderungen für das gesamte Zugpersonal als Begründung für die Schaffung eines Tarifeinheitsgesetzes zu benutzen.“ Es geht also mal wieder um die Frage Spartengewerkschaft oder Tarifeinheit, und offenbar pocht die Bahn nun auf ein Gesetz zur Tarifeinheit.

Forderung nach 37-Stunden-Woche und 5 Prozent mehr Lohn

Die GdL-Forderungen sind allerdings happig: Neben fünf Prozent mehr Geld fordert die Gewerkschaft unter anderem eine zweistündige Arbeitszeitverkürzung auf 37 Stunden, nur noch 50 statt unbegrenzter Überstunden und einen 50-prozentigen Zeitzuschlag bei Schichtverlängerung. Zur besseren Vereinbarung von Familie und Beruf soll es maximal fünf Schichten in 120 Stunden (fünf Tagen) geben dürfen, freie Wochenenden mindestens von Freitag 22 bis Montag 6 Uhr dauern und der Dienstbeginn nach dem Urlaub nicht vor sechs Uhr erfolgen.

Bis heute habe es keine inhaltlichen Verhandlungen zu diesen Forderungen gegeben, klagt die GdL, lediglich die Lokomotivführer sollten eine zweiprozentige Zulage erhalten. „Es wird Zeit, dass die DB mit der GDL endlich die Tarifverhandlungen für das Zugpersonal aufnimmt“, heißt es weiter.

Bei streikbedingtem Ausfall Fahrkarte zurück!

Immerhin: Die Bahn verspricht große Kulasnzregelungen: Fahrgäste, die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht wie geplant durchführen können, können Fahrkarte und Reservierung im DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen kostenlos erstatten lassen, heißt es. Alternativ könnt Ihr auch den nächsten Zug nutzen, auch wenn der höherwertig ist. Bei zuggebundenen Angeboten, wie beispielsweise Sparpreis-Tickets, wird ebenfalls die Zugbindung aufgehoben.

Mainz& aktuell: Bahnstreik heute ab 21.00 Uhr - großzügige Kulanzregeln
Ruhige Nacht – Foto: gik

Aber Achtung: Ausgenommen hiervon sind regionale Angebote mit erheblich ermäßigtem Fahrpreis (Schönes Wochenende-, Quer-durchs-Land- oder Länder-Tickets) sowie reservierungspflichtige Züge – was dann wohl für die ICEs gilt. Ergänzend zu den freiwilligen Kulanzregelungen der DB könnt Ihr auch die gesetzlichen Fahrgastrechte in Anspruch nehmen.

Zugbindung weitgehend ausgehoben

Alternativ könnt Ihr den nächsten Zug nutzen, auch wenn der höherwertig ist. Bei zuggebundenen Angeboten, wie beispielsweise Sparpreis-Tickets, wird die Zugbindung aufgehoben. Klingt gut, es gibt aber Ausnahmen: Regionale Angebote mit erheblich ermäßigtem Fahrpreis (Schönes Wochenende-, Quer-durchs-Land- oder Länder-Tickets) sowie reservierungspflichtige Züge sind ausgenommen – letzteres gilt wohl für die ICEs. Ergänzend zu den Kulanzregelungen könnt Ihr aber auch die gesetzlichen Fahrgastrechte in Anspruch nehmen.

Also, haltet durch – und beschwert Euch! Wie schrieb heute ein Kollege so schön: Beschweren ist Gold, man könnte auch sagen: Geld… 😉

Info& auf Mainz&: Zusätzlich zur allgemeinen Servicenummer unter 0180 – 6 99 66 33 (20ct/Anruf aus dem Festnetz, Tarife bei Mobilfunk max. 60ct/Anruf) hat die DB eine kostenlose Servicenummer unter 08000 – 99 66 33 geschaltet. Informationen sind mit Streikbeginn auch unter www.bahn.de/aktuell oder unter m.bahn.de abrufbar.

 

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