Der Gonsenheimer Carnevals-Verein (GCV) ist der große Gewinner bei der diesjährigen Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz“. Gleich sechs Akteure aus Gonsenheim dürfen sich auf den Auftritt in der Fernsehsitzung freuen: Oliver Mager, die Schnorreswackler, Lars Reichow, das Füsiliergarde-Ballett und natürlich Hans-Peter Betz als „Guddi Gutenberg“ werden die zweite Hälfte der Sitzung bestreiten. — Im Text: Mainz& sagt Sorry!

So wird "Mainz bleibt Mainz"!
Orakel und Klempner – Foto: gik

Die neuen Fastnachts-Redakteure vom ZDF Thorsten Haas und Timo Rieth stellten am Montag in Mainz ihren Sitzungsablauf vor – und lassen dabei aufhorchen. Das ZDF setzt nämlich erstmals auf eine bunte Mischung aus Alt und Jung. Und sie holen das kongeniale GCV-Duo Martin Heininger und Christian Schier zurück auf die Fernsehbühne.

–Mainz& sagt Sorry! Die erste Fassung dieses Artikels strotzte leider vor Rechtschreibfehlern – dafür entschuldigen wir uns ausdrücklich! Ursache waren Technikprobleme… Aber Ihr dürft auch in Zukunft fehlerfreie Texte von uns erwarten!–

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ZDF und SWR richten die Mutter aller Fernsehsitzungen im Wechsel aus, vor zwei Jahren hatte der Lerchenberger Sender mit einer altbackenen Sitzung miserable Quoten eingefahren. Nun also der Umschwung: Auch beim ZDF darf jetzt die junge Garde auf die Bühne, wird die Mutter aller Fernsehsitzungen mit schwungvollen neuen Nummern belebt.

Der Auftakt kommt allerdings traditionell einher: Einmarsch und Eröffnung mit den Mainzer Garden folgt Thomas Neger mit einem Medley typisch Meenzerischer Fastnachtshits: Rucki Zucki und Uiuiui Auauau, und natürlich darf auch das berühmte Humba Täteräää nicht fehlen – das ist schließlich in diesem Jahr 50 Jahre alt geworden. Es war der größte Hit von Komponist Toni Hämmerle, und führte bei seiner Uraufführung am 5. Februar 1964 zu einer einstündigen Überlänge der Mainzer Fernsehsitzung…. Sänger damals übrigens: Ernst „der farbige Dachdecker“ Neger (wie Obama alias Schlösser zu sagen pflegte). Wahrscheinlich kennen den Hit heute mehr von Euch aus den Fußballstadien 😉

Abteilung Politik

So wird "Mainz bleibt Mainz"!
Guddi Gutenberg wickelt Philipp Rösler ab – Foto: gik

Die Abteilung Politik wird in diesem Jahr wieder würdig von den altbekannten Akteuren vertreten: Der „Bote vom Bundestag“ alias Jürgen Ditz, Hans-Peter Betz als „Guddi Gutenberg“ und fürs Protokoll Friedrich Hofmann als „Till“. Der „Till“ sei eine Symbolfigur, die bundesweit bekannt sei und die auf der Kuppel des Reichstags sitzend ein Zeichen setzen könne, begründete Rieth die Wahl. Außerdem halte der „Till“ die Tradition des Vers-Vortrags hoch, die ja beinahe am Aussterben sei.

Ganz stark in diesem Jahr auch: Betz als „Guddi Gutenberg“, der die FDP buchstäblich abwickelt. Betz zeige sich sich in diesem Jahr „sehr frech, sehr stark, sehr humorvoll“, sagte Rieth. Der „Bote“ wiederum sei „eine wichtige Stütze der Mainzer Fastnacht“, der in großartiger Weise „mit dem Florett“ fechte.

Wieder ins Programm geredet hat sich auch Lars Reichow: Der Profi-Kabarettist stand schon 2013 als Fastnachtsjournal-Mann auf der närrischen Rostra im Kurfürstlichen Schloss. Dieses Jahr war Reichow wieder beim Gonsenheimer GCV dabei – und noch besser als im Vorjahr: Schneller im Thema, besser auf den Punkt, einfach witziger, so präsentierte sich Reichow zumindest bei der Sitzung, bei der Mainz& dabei war 😉

So wird "Mainz bleibt Mainz"!
Lars Reichow’s Fastnachtsjournal – Foto: gik

Da war schon klar: An Reichow kommt auch das ZDF nicht vorbei. Und warum auch nicht? Auch bei anderen Fernsehsitzungen stehen durchaus auch Profis auf der Bühne, sei es aus der Musikszene oder der Comedy-Gemeinde. Mainz& meint: Lasst uns doch mit dem Besten wuchern, was Mainz zu bieten hat! Und da sich Reichow so brav der Fastnacht angepasst hat….

Abteilung Kokolores

Offenbar war das dieses Jahr die schwierigere Übung für die Fernseh-Macher. Mit dabei natürlich Jürgen Wiesmann, der Mann ist einfach eine Bank! Dieses Jahr kommt der Rundum-Fastnachter als „Hausmann“ daher, und habe damit „ein Traumjahr“, schwärmte Rieth. Und obwohl er ja schon als Sitzungspräsident auf die Bühne darf, wird Andreas Schmitt auch noch in die Bütt gebeten. Der „Obermessdiener“ hatte aber auch einen starken Vortrag dieses Jahr, kein Wunder, nach dem ganzen Papst-Gewechsele. Und unser Kardinal Lehmann und Mainz 05 kommen natürlich auch wieder vor 😉

So wird "Mainz bleibt Mainz"!
Obermessdiener in Aktion – Foto: gik

„Wir glauben an ihn, weil er einen typischen Mainzer Schlusspunkt setzt“, sagte Rieth. Schmitt biete einen tiefgründigen Kokolores zu später Stunde, und sei damit auch noch erfolgreich. „Das ist eine hohe Kunst“, betonte Rieth. Und bei der Frage, wer diese Kunst mitbringe, sei die Auswahl dann doch nicht mehr so groß… Im Klartext: die Abteilung Kokolores schwächelt, das Niveau reicht vielfach nicht aus. Den traditionellen Kokolores darf aber „Hoppes“ Hansi Greb vertreten.

Doch dann wartet das ZDF mit einer Überraschung auf: das Gonsenheimer Duo Martin Heininger und Christian Schier dürfen mit ihrer Nummer „Syphon trifft Orakel“ auf der Fernsehbühne glänzen. Die Nummer, wie Orakeldame Wünschel mit ihrer Glaskugel in Klemptner Manni unerwartet einen Gleichgesinnten trifft, ist einfach zum Brüllen komisch! Eine Herausforderung dürfte es allerdings sein, den Vortrag auf Fernsehlänge zu stutzen…

Die Musik

Zwischen den sieben Vorträgen setzt das ZDF auf viel Musik. Nach Thomas Neger am Anfang kommt Jürgen Wiesmann als „Ernst Lustig im Erziehungsjahr“ und direkt danach die Altrheinstromer. Letztere feierten in klassischer Besetzung und „in traumhaft schönem Kostüm“ große Erfolge in den Sälen, sagte Rieth. Sie brächten das Publikum zum Mitschunkeln, Mitklatschen, „das gehört für uns dazu.“

So wird "Mainz bleibt Mainz"!
Oliver Mager – Foto: gik

Mit auf die Bühne darf auch Andy Ost mit seiner „Esoterik für Fortgeschrittene“, dabei ist aber auch Oliver Mager. „Wir zelebrieren mit ihm Mainz“, sagte Rieth, weil Mager mit seinem neuen Song „Du bist e Meenzer“ die Menschen so begeistere. Dass an den Schnorreswacklern dieses Jahr kein Weg vorbei führt, war ja irgendwie klar: Die Jungs werden nicht nur 50, sie sind auch so gut wie nie zuvor. „Musikalisch topp“, nannte das Rieth, der gleich auch von den „jungen Hofsängern“ sprach – das hatte es auch schon in der Jubiläumssitzung der Schnorreswackler geheißen 😉

So wird "Mainz bleibt Mainz"!
Schnorreswackler „Ehrengarde“ – Foto: gik

Die Hofsänger sind aber natürlich auch mit dabei und dürfen auch wieder einen Teil ihres Potpourris singen – und sie bestreiten natürlich das Finale mit „Sassa“ und „Olé Fiesta“. Die Menschen erwarteten einfach gewisse Größen, die Symbole der Mainzer Fastnacht, auch dadurch habe die Sendung „einen gewissen Kultstatus“, sagte Rieth. Und nur weil man junge Leute in die Sitzung hinten setze, schalteteten junge Leute noch nicht gleich ein – „diese Rechnung geht nicht auf“, sagte Rieth.

Einen dicken Wermutstropfen gibt es in diesem Jahr aber: Auf der Fernsehbühne ist keine einzige Frau dabei, ein Armutszeugnis. Allerdings kann man den ZDF-Machern dazu keinen Vorwurf machen: Es ist die Mainzer Fastnacht, die hier versagt. Als einzige stand zur Auswahl die ewige Ikone Margit Sponheimer. Die war in diesem Jahr noch einmal mit einem fantastischen Medley ihrer Hits aufgetreten. Da es aber derzeit unter den jungen Aktiven Sänger mit großem Erfolg und tollen Songs gebe, „wollten wir diesen Akteuren bewusst die Chance geben“, sagte Rieth. Mainz& findet das gut 😉

Das ist die Programm-Abfolge bei „Mainz bleibt Mainz“:

  1. Einmarsch der Garden
  2. Thomas Neger & die Humbas mit Medley, u.a. Humba Täteräää
  3. Friedrich Hofmann als „Till“
  4. Jürgen Wiesmann als „Ernst Lustig im Erziehungsjahr“
  5. Altrheinstromer „Drei Mann in einem Boot“
  6. Jürgen Dietz als „Bote vom Bundestag“
  7. Andy Ost, „Esoterik für Fortgeschrittene“
  8. Hans-Peter Betz als „Guddi Gutenberg“
  9. Oliver Mager „Du bist e Meenzer“
  10. Hansi Greb, „Hoppes, das Leben ist schön“
  11. Schnorreswackler „Die Ehrengarde“
  12. Lars Reichow „Fastnachtsjournal“
  13. Ballett der Füsiliergarde
  14. Martin Heininger & Christian Schier, „Syphon meets Orakel“
  15. Andreas Schmitt als „Obermessdiener“
  16. Die Mainzer Hofsänger: Potpourri
  17. Finale

Sendetermin: Die Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ wird immer am Freitag vor Fastnacht übertragen. Das ist in diesem Jahr der 1. März, Startzeitpunkt ist 20.15 Uhr. Dann flimmert die Mainzer Fastnacht aus dem Kurfürstlichen Schloss in Mainz bundesweit über die Bildschirme – und zwar live. Das traut sich übrigens keine andere Sitzung. In Mainz wird dann in vielen Wohnstuben Fleischworscht und Kartoffelsalat gereicht 😉

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