Dass Mainz ein äußerst beliebtes Pflaster bei der Suche nach einem Haus oder auch nur einer neuen Wohnung ist, wissen alle, die in der letzten Zeit mal einen Blick auf den Mainzer Wohnungsmarkt geworfen haben… Markt: leergefegt, Mieten: explodieren, Hauswerte: auch. Es ist schlicht zum Verzweifeln. Mainz ist ja die attraktivste Stadt im Rhein-Main-Gebiet, das hört Mainz& jedenfalls immer wieder. Nun hat eine große deutsche Bank genau das bestätigt, und zwar gleich im Bundesvergleich: Beim Städteranking 2013 der Frankfurter DeKaBank landete Mainz unter 39 Städten auf einem sagenhaften dritten Platz hinter München und Frankfurt – und schlägt damit Städte wie Freiburg, Köln und natürlich Wiesbaden 😉

–Serie Mainzer Innenstadt – wie entwickelt sich die City? Teil 4–

In dieser Folge unserer Serie berichtet Mainz& deshalb einmal nicht von der Mainzer Langzeitstudie, sondern hat einen Blick in das Städteranking geworfen. Die DeKaBank ist übrigens das Wertpapierhaus der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe, also ein durchaus solides Bankunternehmen. Das Städteranking erstellte die DeKaBank Ende 2013 zum siebten Mal, es soll als Indikator für die Attraktivität der Immobilienmärkte dienen. Und zu ihrem großen Erstaunen – aber nicht zu unserem 😉 – landete Mainz dabei eben ganz weit vorn.

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Blick in die Leibnizstraße in der Mainzer Neustadt Richtung Josefsstraße - Foto: gik
Häuser, Wohnungen – egal was, es ist begehrt in Mainz. – Foto: gik

Berücksichtigt wurden alle deutschen Großstädte ab 200.000 Einwohner, mit seinen aktuell 206.593 Einwohnern (Stand 30.11.2013) rutschte Mainz also gerade noch über die Schwelle. 39 Städte fielen in die Größenkategorie, Mainz musste sich also auch mit Millionenstädten wie Berlin, Köln und Frankfurt messen. Kein Problem für das kleine Mainz: Wohlstand, Arbeitsmarkt, Lebensqualität, Erreichbarkeit, Wirtschaft, Demografie und Bildung – am Ende hatte Mainz stolze 67 Punkte auf dem Konto und damit Rang drei erobert.

Frankfurt punktet mit Flugzeug und Bahn

Besser waren nur das einfach unschlagbare München mit 76 Punkten und Frankfurt mit nur 69 Punkten. Die Mainmetropole punktete vor allem mit ihrer Erreichbarkeit per Flug, Bahn und Auto, da schlug natürlich der Frankfurter Flughafen zu Buche. Vom Flughafen und den Autobahnen profitierte zwar auch Mainz, in Sachen Bahn schnitt unsere Stadt aber schlecht ab. Man könnte ja fast meinen, die DeKa-Forscher hätten das Bahnchaos im August 2013 mit eingerechnet… Tatsächlich wurde die Erreichbarkeit per ICE gemessen, und da schnitt Mainz schlecht ab: Viele ICEs werden inzwischen über die Neubaustrecke von Köln direkt zum, Frankfurter Flughafen geleitet, der immer mehr zum Umsteigepunkt wird. Mainz lässt die Bahn inzwischen links liegen…

Mainz bei Arbeitsmarkt und Bildung ganz weit vorn

Dafür hatte das kleine Mainz vor allem beim Arbeitsmarkt und der Bildung die Nase vorn. Nicht vor Frankfurt zwar, aber immerhin vor Studistädten wie Freiburg, Münster und Aachen. Mainz punktet tatsächlich auch mit seiner 40.000 Studenten starken Hochschule, aber auch mit einem hohen Wert bei den Abiturienten. Ganz schön schlau, diese Mainzer 😉 Auch in Sachen Arbeitslosigkeit schnitt Mainz super ab, will sagen: Die Stadt hat eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten, und das gilt auch im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit.

Bei der wirtschaftlichen Qualität hingegen liegt Mainz nur im Mittelfeld, auf Rang 17. Schuld daran ist schlicht die hohe Zahl an Dienstleistungsunternehmen, die offenbar von den Banken als wenig stabil eingeschätzt werden. Die Banker müssen irgendwie Recht haben: Mit 90 Punkten war der Wert bei den Unternehmenspleiten enorm hoch. Beim Wohlstand liegen die Mainzer dagegen auf einem sehr guten 12. Platz, selbst Wiesbaden ist nur drei Plätze besser. Und die Mainzer schlagen sogar Städte wie Köln und Hamburg in Sachen Wohlstand, was vor allem an der hohen Kaufkraft hier liegt.

Blick in einen Hinterhof in der Mainzer Neustadt - Foto: gik
So viel Grün gibt es zwischen den Häusern in Mainz nur selten. – Foto: gik

Und dann ist da noch der Faktor Demografie: Mainz gehört zu den Städten mit dem größten Bevölkerungswachstum, klar: alle wollen hier wohnen, dass wissen wir ja schon… Warum die Banker allerdings in Wiesbaden deutlich mehr unter 18-Jährige zählen als in Mainz, da staunt man ja doch. Möglicherweise schlagen hier die Wohngebiete im Speckgürtel um Wiesbaden herum zu Buche – und wir mussten ja die Familien starken Gegenden Kastel und Kostheim an Wiesbaden abtreten 😉

Zu wenig Grün, viel zu wenig Wohnungen

Der erstaunlichste Wert aber ist: Mainz liegt bei der Lebensqualität nur auf Platz 22. Seltsam, seltsam, werden jetzt die Mainz-Fans sagen. Nun, der Grund ist dreigeteilt: Mainz hat mit ganzen 5 Punkten von 100 einen der schlechtesten Werte beim Grünflächenanteil. Die Grünen haben also durchaus gute Gründe für ihre Forderung nach mehr Bäumen und Blumen in der Stadt.

Der zweite Grund für den schlechten Platz bei der Lebensqualität aber ist eine vergleichsweise hohe Kriminalitätsrate. Zumindest setzte die DeKaBank den Wert hier mit 77 Punkten ziemlich hoch fest, es ging um Kriminalität pro Kopf. Mainz rettet  dann aber, dass die Aufklärungsquote mit 79 Puntken noch höher lag – also Vorsicht vor Schwindlern und Einbrechern! Immerhin: die Chance ist gut, dass die auch gefasst werden 😉 Und wenn’s beruhigt: Die Kriminalität in Wiesbaden lag mit 90 Punkten sogar noch höher.

Vor allem aber machten die Banker Abstriche, weil der Wohnungsmarkt in Mainz so eng ist. Stehen wenig Wohnungen zur Verfügung, sinkt die Lebensqualität der Stadt, weil es so stressig ist, eine adäquate Wohnung zu finden. So argumentieren jedenfalls die Banker, und damit haben sie ja auch irgendwie Recht. Immerhin: Beim Neubauanteil liegt Mainz mit 90 Punkten dann wieder weit vorne. Schließlich werden gerade überall in Mainz Wohnungen gebaut – damit noch mehr Menschen in Mainz wohnen können.

Info auf Mainz&: Das komplette Ranking mit jeder Menge Details zu den einzelnen Kategorien gibt es hier.

In unserer Serie Mainzer Innenstadt – wie entwickelt sich die City? sind bisher folgende Teile erschienen:

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