Die CDU ist der ewige Zweite in Mainz: Seit 1949 hat es kein einziger CDU-Politiker in Mainz auf den OB-Sessel geschafft. Bürgermeister und Dezernenten hingegen gab es schon einige von der CDU, zuletzt Norbert Schüler als Bürgermeister und Baudezernent. Aus den Statdratswahlen geht die CDU aber regelmäßig als stärkste Partei hervor, 2009 kam sie auf 30,1 Prozent.

Logo CDU MainzDamit blieb die CDU zwar stärkste Partei im Stadtrat, verlor zugleich aber auch 7,9 Prozentpunkte im Vergleich zu 2004. Einen „Machtwechsel“ könnte sie nur erreichen, wenn sie der SPD den Koalitionspartner FDP abspenstig macht – oder mit der SPD eine große Koalition bildet. Beides scheint derzeit wenig wahrscheinlich, CDU und SPD sind wit von gemeinsamen Positionen entfernt.

Mainz& schickte auch der CDU einen Fragebogen – die Antworten kamen von Hannsgeorg Schönig, Fraktionsvorsitzenderder CDU im Mainzer Stadrat:

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Mainz&: Am 25. Mai ist Kommunalwahl – stellen Sie doch bitte ihre Partei kurz in einem Satz vor! Bitte NUR EINEN Satz!

CDU: Die CDU ist gut für Mainz, weil sie die Sorgen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger ernst nimmt und die Stadt gemeinsam mit ihnen gestalten will.

Mainz&: Welche drei Ziele sind Ihnen für die Umsetzung der kommenden Jahre am wichtigsten?

CDU: Die Schaffung von Wohnraum für jeden Geldbeutel, Ausbau und Stärkung des Wirtschaftsstandortes, weil dieser Geld in die Kassen und Arbeitsplätze bringt, sowie der Ausbau der Infrastruktur, hier insbesondere auch der Autobahnausbau.

Mainz&: Welchen Fehler darf Mainz in den kommenden fünf Jahren auf keinen Fall machen?

CDU: Weiterhin Maßnahmen aus rein ideologischen Gründen umsetzen, welche der Stadt schaden, statt sie  positiv weiter zu entwickeln.

Mainz&: Was soll in fünf Jahren in Mainz unbedingt fertig sein?

CDU: Ein Masterplan, wie sich die Stadt in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten entwickeln will.

Mainz&: Ergänzen Sie bitte folgenden Satz: Unsere Vision für Mainz ist….?

CDU: …ist eine Stadt, in der sich die Menschen wohlfühlen, weil sie alle Chancen haben für gutes Wohnen, Leben und Arbeiten!

Mainz&: Ergänzen Sie bitte folgenden Satz: Unsere Horrorvision für Mainz ist….?

CDU: … eine Stadt, welche die Chancen der Zukunft verspielt!

Mainz&: Stellen Sie sich vor, es ist der 25. Mai – und Ihre Partei hat gewonnen! Welchen Koalitionspartner wünschen Sie sich?

CDU: Parteien vom rechten und linken Rand schließe ich aus. Ansonsten sind wir für Gespräche mit anderen demokratischen Parteien offen. Sympathien habe ich aber für die FDP.

Mainz&: Bitte ergänzen Sie den Satz: „Dass das Mainzer Kohlekraftwerk 2009 gescheitert ist…“

CDU: …war richtig und mit ein Verdienst der CDU.

Mainz&: Wie stehen Sie zu der Aussage: „Die Kommunalwahl 2014 ist auch eine Abstimmung über das ECE-Einkaufszentrum und die Entwicklung der Mainzer Innenstadt?“

CDU: Bei der Kommunalwahl geht es um die Zukunft von Mainz. Dabei ist die Entwicklung der Innenstadt nur eines von vielen wichtigen Themen.

Und hier die Ortsvorsteherkandidaten der CDU:

Altstadt: Dr. Barbara Both, Ärztin, Verheiratet, zwei Kinder

Bretzenheim: Claudia Siebner, Politikwissenschaftlerin, 48 Jahre, verheiratet, vier Kinder

Drais: Norbert Solbach, Zahnarzt, 57 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, amtierender Ortsvorsteher

Ebersheim: Torsten Schwarzer, Bankkaufmann, 42 Jahre, ledig, ein Sohn

Finthen: Herbert Schäfer, Obstbaumeister, 67 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, amtierender Ortsvorsteher

Gonsenheim: Sabine Flegel, Veranstaltungsmanagerin, 47 Jahre, verheiratet, ein Sohn, amtierende Ortsvorsteherin

Hartenberg/Münchfeld: Karin Trautwein, Dozentin, 60 Jahre, verheiratet, amtierende Ortsvorsteherin

Hechtsheim: Franz Jung, Dipl. Argaringenieur, 52 Jahre, verheiratet, vier Kinder

Laubenheim: Nils-Oliver Freimuth, Unternehmer, 31 Jahre, ledig

Lerchenberg: Markus Kilb, Mitarbeiter eines Bundestagabgeordneten, 48 Jahre, ledig

Marienborn: Daniel Noll, Sparkassenfachwirt, 39 Jahre, verheiratet, zwei Kinder

Mombach: Joachim Lieber, Jurist/Verbandsgeschäftsführer, 63 Jahre, verheiratet, ein Sohn

Neustadt: Karsten Lange, Diplom Volkswirt, 38 Jahre, ledig,

Oberstadt: Gregor Kippert, Bäckermeister, 65 Jahre, verheiratet, zwei Kinder

Weisenau: Heribert Herrgen, Redakteur, 59 Jahre, verheiratet

Info& auf Mainz&: Mehr Infos über die CDU und ihr Programm findet Ihr hier.

4 KOMMENTARE

  1. Was erzählen Sie denn den Leuten für einen Schmarren? Nicht die GRÜNEN, sondern die CDU hat das Kohlekrafwerk in Mainz verhindert! In einem demokratischen Kraftakt hat die Mainzer CDU vor der Kommunalwahkl auf einem Kreisparteitag den Beschluss gegen das Kohlekraftwerk gefasst und damit diesem Vorhaben die Mehrheit im Stadtrat entzogen! Zur Strafe dafür hat die enttäuschte SPD und FDP lieber mit den GÜNEN als mit der CDU koaliert. Ergebnis die Ampel, in der die FDP und die GRÜNEN wie Feuer und Wasser sich feindlich gegenüber sitzen. Pöstchen sind die Pflaster für viele Wunden.
    Nochmal: ohne das Nein der CDU zum Kohlekraftwerk gäbe es in Mainz ein solches Monstrum – trotz dem Votum der GRÜNEN dagagen!

    Mit der Wahrheit scheinen Sie es ohnehin nicht sonderlich genau zu nehmen. Die SPD ist seit mehr als 20 Jahren längst nicht die Nummer 1 in Mainz. Und schon gar nicht der Platzhirsch. Seit dieser Zeit ist die CDU stärkste Partei im Stadtrat. Und das, obwohl die SPD den Oberbürgermeiter stellt. Am 25. Mai finden Kommunalwahlen und keine OB-Wahlen statt und Sie schreiben den Mainzern in den Kopf, dass die CDU der ewige Zweite sei. Ihre linksverzwickte Ideologie lässt die Wahrheit einfach nicht zu. Schade! Die CDU hat seit 1945 den Bürgermeister und Baudezernenten und sei 1972 den ersten Umweltdeernenten gestellt und soll kein Anteil haben an der positiven Entwcklung der Sadt? Ich habe mir von Ihnen mehr versprochen. Machen Sie weiter mit Ihrer Hofberichterstattung!
    Heinz-Georg Diehl

    • Hallo Herr Diehl, das mit dem Schmarr’n kann man so oder so sehen, dass ich aber geschrieben habe., dass die CDU einen großen Anteil an der Stadtentwicklung hat, das haben Sie offenbar überlesen. Und das, was ich über Bürgermeister Norbert Schüler geschrieben habe. Und das, was ich über Wolfgang Reichel geschrieben habe. Und dass die CDU die stärkste Kraft im Rat ist – aber eben noch nie den OB gestellt hat. Wäre vielleicht gut, wenn Sie mal Ihr Attacke-Vokabular entstauben würden 😉 Mit Ideologie hat Mainz& nämlich nun wirklich nichts am Hut. Dafür umso mehr mit lebhafter Debatte 😉

  2. Hallo Herr Diehl, die CDU hat das Kohlekraftwerk überhaupt erst – gemeinsam mit der SPD – auf den Weg gebracht. Hätte die CDU nicht zunächst den Entschluss FÜR ein Kohlekraftwerk gefasst, wäre das Thema erst gar nicht aufgekommen. Die CDU hat dann – leider zu spät – gemerkt, dass sie auf dem falschen Dampfer ist. Und diese Erkenntnis ist ihr auch nicht durch fleißiges Nachdenken gekommen, sondern weil die Menschen in Mainz den Aufstand geprobt haben. Die einzigen Fraktionen, die von Anfang an gegen das Kohlekraftwerk waren, waren ÖDP und Grüne. Die SPD und die FDP haben die ganze Zeit halsstarrig daran festgehalten – vielleicht gabs was zu verdienen für den ein oder anderen. Am Ende hat der Stadtrat gar nichts mehr bewegt, weil er die Entscheidung längst aus der Hand gegeben hatte. Das Kohlekraftwerk steht nur deswegen nicht, weil das Blatt der wirtschaftlichen Situation sich nach 2009 gewendet hat: Das Ding wurde unfinanzierbar. Das hat Mainz gerettet und natürlich die Menschen hier, die sich mit aller Vehemenz gegen das Kraftwerk zur Wehr gesetzt haben.

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