Die Grünen waren der Überraschungssieger bei der Kommunalwahl 2009. Hatte die Ökopartei schon 2004 ein sehr gutes Ergebnis von 14,3 Prozent geholt, steigerten sie das Ergebnis 2009 noch einmal deutlich: 21,9 Prozent, das war ein Plus von 7,6 Prozent und bedeutete 13 Sitze im Stadtrat. Damit standen die Grünen auf einmal auf Augenhöhe mit der SPD, die auf 23,8 Prozent kam. Das Ergebnis: eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Und zum ersten Mal stellen sie einen Bürgermeister in Mainz: Günter Beck.

 

Plakat Grüne Dainz näher
Wahlkampf-Plakate Grüne: DAINZ. – Foto: gik

Die Wahl 2009 gewannen die Grünen mit dem Widerstand zum Kohlekraftwerk – und der Kritik an der „Handkäs“-Mafia, also den stadtinternen Verflechtungen. Der Slogan damals: „Stoppt Die Handkäs-Mafia!“ und: „Holt Euch Eure Stadt zurück.“ Jetzt sitzen die Grünen selbst mitten im Stadtgeflecht. Ihr Slogan im Jahr 2014: „DAINZ“. Es dürfte spannend werden, wie die Grünen dieses Mal abschneiden.

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Mainz&: Am 25. Mai ist Kommunalwahl – stellen Sie doch bitte ihre Partei kurz in einem Satz vor! In etwa nach dem Motto „Mainz braucht die Grünen, weil…. Bitte NUR EINEN Satz!

Grüne: Mainz braucht starke GRÜNE, weil wir als einzige Partei soziale Gerechtigkeit, ökologische Vernunft und gesellschaftliche Freiheit konsequent vertreten.

Mainz&: Welche drei Ziele sind Ihnen für die Umsetzung der kommenden Jahre am Wichtigsten?

Grüne: Eine Verkehrspolitik, die auf einen intelligenten Mix verschiedener Verkehrsmittel setzt, soll weiter vorangetrieben und die finanzielle Konsolidierung der Stadt fortgeführt werden. Die drängenden sozialen Fragen (z.B. Wohnraummangel, Ausbau von Kitas, Teilhabe aller Menschen gewährleisten) müssen im Vordergrund stehen.

Mainz&: Welchen Fehler darf Mainz in den kommenden fünf Jahren auf keinen Fall machen?

Grüne:Wir dürfen auf keinem Fall im Kampf gegen Lärm nachlassen. Egal ob durch Flugzeuge, Autobahnen oder Güterbahnwagons: die Menschen in Mainz brauchen dringend Entlastung.

Mainz&: Was soll in fünf Jahren in Mainz unbedingt fertig sein?

Grüne: In fünf Jahren müssen dringend neue Wohnungen fertiggestellt sein, die auch für Bürger mit mittlerem und niedrigem Einkommen erschwinglich sind.

Mainz&: Ergänzen Sie bitte folgenden Satz: Unsere Vision für Mainz ist….?

Grüne: …die gleichberechtigte Teilhabe aller Einwohner – unabhängig von Alter, Geschlecht, Einkommen, Herkunft oder sexueller Orientierung.

Mainz&: Ergänzen Sie bitte folgenden Satz: Unsere Horrorvision für Mainz ist….?

Grüne: … eine Rückkehr zur intransparenten Politik der Mauschelei früherer Jahre.

Mainz&: Stellen Sie sich vor, es ist der 25. Mai – und Ihre Partei hat gewonnen! Welchen Koalitionspartner wünschen Sie sich?

Grüne: Die Mainzerinnen und Mainzer bestimmen durch ihr Wahlverhalten die Zusammensetzung des Rates. Wir werden jedoch nur mit Parteien koalieren, mit denen wir eine soziale, ökologische, tolerante und transparente Politik umsetzen können.

Mainz&: Bitte ergänzen Sie den Satz: „Dass das Mainzer Kohlekraftwerk 2009 gescheitert ist…“

Grüne: …ist ein Sieg aller Mainzerinnen und Mainzer. Wir GRÜNEN haben den Kampf gegen dieses ökologisch wie ökonomisch völlig unsinnige Projekt von Anfang an massiv unterstützt. Durch das Ende des Kohleprojekts wurden beträchtliche Finanzmittel frei, die nun in erneuerbare Energien investiert werden.

Mainz&: Wie stehen Sie zu der Aussage: „Die Kommunalwahl 2014 ist auch eine Abstimmung über das ECE-Einkaufszentrum und die Entwicklung der Mainzer Innenstadt?“

Grüne: Welche Themen für die Wahlentscheidung wichtig sein werden, ist individuell unterschiedlich. Wir sind uns jedoch sicher, dass die Menschen unseren Einsatz für ein kleinteiliges Einkaufsquartier zu schätzen wissen. Es sind noch einige Punkte strittig, bei denen wir Nachverhandlungen erwirkt haben.

Bei der Kommunalwahl 2009 errangen die Grünen sogar einen Ortsvorsteher: Nico Klomann in der Neustadt. Nico Klomann tritt  bei dieser Wahl nicht mehr an, wohl aber sein Bruder Johannes Klomann – der ist allerdings bei der SPD. Die Grünen schicken Thorsten Lange ins Rennen.

Mainz& hatte übrigens alle Parteien gebeten, ihre Kandidaten mit Name, Beruf, Alter und Wahlziel zu benennen. Die Ergebnisse bilden wir genau so ab, wie sie Mainz& erreichten – wir haben kein einziges Wort verändert. Wenn Ihr also Unterschiede bemerkt – es waren die Parteien, die es in der Hand hatten.

Hier sind Kandidaten der Grünen für die Ortsvorsteherwahlen 2014:

Altstadt: Dr. Brian Huck, Historiker, Alter: 44. Wahlziel: „Die dringendste stadtplanerische Herausforderung für Mainz ist die Schaffung von ausreichendem Wohnraum für alle Einkommensgruppen; das muss kompakt, qualitätvoll und mit urbanem Flair geschehen, ohne Zersiedelung der wertvollen verbliebenen Freiflächen.“

Drais: Milan Sell, Soziologe, Referent im öffentlichen Dienst, Alter: 31. Wahlziel: „Die Lebensqualität in Drais erhalten wir durch einen starken ÖPNV, gute Angebote für Jung und Alt, den Erhalt der Naherholungsflächen und weniger Fluglärm.“

Bretzenheim: Martin Schykowski, Diplom-Geologe, Alter: 50. Wahlziel: „Die wichtigste Aufgabe in der Baupolitik der nächsten Jahre ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.“

Ebersheim: Matthias Gill, Handwerker, Alter: 51. Wahlziel: „Ich möchte das ehrenamtliche Engagement unserer Bürger fördern. Als Ortsvorsteher werde ich die tägliche Erreichbarkeit von Helgi Schwedass und das Auftreten gegenüber der Stadtverwaltung ohne parteipolitische Zwänge fortführen.“

Finthen: Dr.-Ing Volker Wittmer, Dipl-Physiker, Alter: 62: Wahlziel: „Finthen wird GRÜNER“.

Gonsenheim: Sylvia Köber-Gross, Ehemalige Telekom-Mitarbeiterin, Alter: 55. Wahlziel: „Alle Mainzerinnen und Mainzer, egal ob arm oder reich, jung oder alt, sollten am gesellschaftlichen Leben der Stadt teilhaben können.“

Hartenberg-Münchfeld: Ann Kristin Pfeifer, Studentin, Alter: 26. Wahlziel: „HaMü ist ein junger Stadtteil. Als junge Kandidatin setze ich mich für eine lebenswerte Umwelt für Kinder, Jugendliche und Studierende ein. Wenn uns das gelingt, werden sich alle Generationen hier wohl fühlen – Auch Senioren! Es ist selten zu früh und nie zu spät GRÜN zu wählen!“

Hechtsheim: Dr. Rupert Röder, Softwareentwickler, Alter: 59. Wahlziel: „Eine Politik der Ressourcenschonung und nachhaltigen, sozial gerechten Entwicklung auf lokaler Ebene voranbringen.“

Laubenheim: Wolfgang Eder: Ehem. Bankkaufmann, jetzt Rentner mit Ehrenämtern, Alter: 66. Wahlziel: „Ein lebenswertes Laubenheim für alle!

Marienborn: David Nierhoff, Diplom Informatiker, Alter: 30. Wahlziel: „In der Verkehrspolitik müssen wir weg von einer Kraftverkehr zentrierten sich, hin zu einer Politik die alle Verkehrsmittel gleichberechtigt behandelt und die Bedürfnisse der Menschen und der Natur (Lärmschutz, Natur-/Tierschutz) berücksichtigt, anstatt nur Wirtschaftlichen Interessen zu genügen.“

Mombach: Ansgar Helm-Becker, Taxiunternehmer, Alter: 58. Wahlziel: „Zukunftssicherung und Lebensqualität erfordern handeln vor Ort.“

Neustadt: Thorsten Lange, Alter: 39. Wahlziel: „Ich stehe für eine GRÜNE Politik, die den Menschen im Fokus hat. Gerade das ‚Leben & Leben lassen‘ hat in unserer Neustadt eine Vielfältigkeit ermöglicht, von der alle profitieren. Kulturell, menschlich, kreativ, ökologisch und integrativ – von unserem Stadtteil kann ganz Mainz viel lernen.“

Oberstadt: Prof. Dr. Markus Höffer-Mehlmer, Erziehungswissenschaftler, Alter: 56. Wahlziel: „Ich will als Ortsvorsteher dazu beitragen, dass die Oberstadt ihre Entwicklungspotenziale nutzt und dabei ihren Charakter als innenstadtnaher grün-bunter Stadtteil erhält.“

Weisenau: Christian Viering, freigestellter Betriebsrat, Alter: 29. Wahlziel: „In der Verbindung zwischen Jugend und Sport liegt eine der größten Chancen zur Integration in unserer Gesellschaft.“

Info& auf Mainz&: Mehr zu den Mainzer Grünen und ihrem Programm findet Ihr unter http://gruene-mainz.de

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