Mainz soll mehr öffentliche Trinkwasserbrunnen bekommen. Der Mainzer Stadtrat beschloss am Mittwoch auf Antrag der SPD einen entsprechenden Auftrag an die Mainzer Stadtwerke. Man wolle erst einmal zehn solcher Wasserspender in der Mainzer Innenstadt auf den Weg bringen, sagte Stadtrat Andreas Behringer (SPD): „Wir wollen loslegen, dass das startet.“ Grüne und CDU hatten ergänzend beantragt, Trinkwasserspender auch in den Stadtteilen aufzustellen, die Grünen wollten sie auch in der Nähe von Spielplätzen positionieren. Das Land Rheinland-Pfalz hatte gerade ein Förderprogramm für mehr öffentliche Trinkwasserbrunnen in Kommunen aufgelegt.

Mainz soll mehr öffentliche Trinkwasserbrunnen bekommen - Parteien wollen mindestens zehn Stelen mehr
Der bislang einzige Trinkwasserbrunnen in der Mainzer Innenstadt – davon soll es in Zukunft mehr geben. – Foto: gik

100 Trinkwasserbrunnen will Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) fördern, die Kosten pro Brunnen liegen zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Das Land will 4.,000 Euro pro Aufstellung dazugeben, viele Kommunen haben bereits Interesse angemeldet. Das Leitungswasser in Deutschland habe „eine hervorragende Qualität“ und stehe „ständig frisch, in beliebiger Menge und zu niedrigen Preisen zur Verfügung“, betonte die Ministerin – abgefülltes Wasser aus dem Supermarkt sei hingegen rund 250 Mal teurer als Leitungswasser. Dazu könnten Trinkwasserbrunnen viel Müll einsparen helfen.

Motiviert werden die Aktionen aber vor allem durch die zunehmend heißen Sommer: Experten raten bei großer Hitze, viel zu trinken, öffentliche Trinkwasserbrunnen sind in Deutschland aber – im Gegensatz zu anderen Ländern – kaum verbreitet. In Mainz gibt es bislang nur genau eine Säule in der Mailandsgasse, an der Ecke der Mainzer Markthäuser. Die schlanke Edelstahlsäule wurde von der Mainzer Mobilität aufgestellt und gibt auf Knopfdruck einen frischen Wasserstrahl von sich. Die ÖDP hatte im bereits im August 2018 in ihrem Hitzeaktionsplan mehr Trinkbrunnen für Mainz gefordert – vergeblich: der Aktionsplan wurde von den Ampel-Fraktionen im Stadtrat abgelehnt.

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Nun hieß es im Antrag der SPD: Angesichts der großen Hitzewellen, empfehlen Fachverbände wie die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung“ Trinkwasser als „idealen Durstlöscher“, daher „bietet sich das Aufstellen von Trinkwasserspendern im öffentlichen Raum an.“ Deshalb wolle man zehn weitere Brunnen, sagte Behringer, mehr halte man für unrealistisch. Die Standorte sollten eine hohe Passantenfrequenz aufweisen, als geeignet sieht die SPD vor allem Plätze der Alt- und Neustadt, insbesondere Münsterplatz, Neubrunnenplatz, Schillerplatz, Leichhof, Fischtorplatz, Hopfengarten, Gartenfeldplatz, Feldbergplatz, Goetheplatz und der Neue Quartiersplatz.

Mainz soll mehr öffentliche Trinkwasserbrunnen bekommen - Parteien wollen mindestens zehn Stelen mehr
Auf Knopfdruck Trinkwasser: gesund, kühlend und hilfreich gegen Müll. – Foto: gik

Die Prüfung nach geeigneten Parks und Plätzen solle sich aber auch auf die Mainzer Stadtteile erstrecken, sagte Claudia Siebner (CDU), und nannte beispielhaft Volkspark, Hartenbergpark oder den Südringpark in Bretzenheim. Die Grünen forderten in ihrem Ergänzungsantrag, die Aufstellung im Umfeld von Spielplätzen zu prüfen, doch das stieß auf Skepsis: Zu hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass hier mit den Brunnen mehr gespielt als getrunken wird. Auch Brunnen in Stadtteilen fand die SPD zu hoch gegriffen: „100 Brunnen halten wir für unrealistisch“, sagte Behringer.

„Wir geben ja kein Zeitfenster vor“, sagte Siebner, „warum kann man den Punkt nicht übernehmen?“ 42 öffentliche Trinkstationen gebe es allein in Berlin, in Zürich stünden die Brunnen „an jeder Ecke“ – „in Rheinland-Pfalz haben sehen wir dringenden Nachholbedarf“, betonte sie. Mainz wird sich nun wohl auch um die Landesfördergelder bewerben.

Info& auf Mainz&: Mehr zum Landesprogramm für öffentliche Trinwasserbrunnen und über die Hintergründe haben wir hier bei Mainz& aufgeschrieben. Ein Leser schrieb uns jüngst, der Brunnen sei kaputt, wir haben ihn noch mal ausprobiert, und können sagen: Stimmt nicht. Das Wasser sprudelte frisch und prompt.

 

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