Lange hat es gedauert, nun könnte es endlich so weit sein: Ab 2015 könnte die Lage für Makler und begierige Vermieter schwierig werden. Das Bundeskabinett in Berlin beschloss am Mittwoch einen Gesetzentwurf, der eine Mietpreisbremse von 10 Prozent vorsieht – und festlegt, dass den Makler der bezahlt, der ihn auch bestellt. Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) begrüßte den Gesetzentwurf – Mainz will die Mietpreisbremse.

Mainz will Mietpreisbremse - Ebling begrüßt Gesetz
Häuser, Wohnungen, Leben – die Mainzer Neustadt – Foto: gik

Derzeit ist es noch so, dass Vermieter bis zu 20 Prozent die Miete anheben dürfen, wenn diese länger nicht erhöht wurde. Auch bei Neuvermietungen gelten maximal 20 Prozent, das aber hat in Mainz gerade in den letzten Jahren zu enormen Preissprüngen geführt. Mainz sei die siebtteuerste Stadt im Bundesgebiet, sagte gerade Sozialdezernent Kurt Merkator (SPD).

Mainz will „adäquaten und bezahlbaren Wohnraum“ für seine Bürger

Das merkt man: Wer zurzeit eine Wohnung suchen muss (Mainz& zum Beispiel…), ist arm dran. Kaltmieten von 750 Euro für eine Drei-Zimmer-Wohnung werden gerade normal – aber wer kann sich das denn leisten? Und es ist nicht mehr nur die Krankenschwester und der Busfahrer, längst sind die hohen Mieten auch für die sogenannte Mittelschicht ein Problem.

- Werbung -
Werben auf Mainz&

Mainz will deshalb die Mietbreisbremse, denn die schränke „explodierende Mietsteigerungen ein, ohne Investitionen in den Wohnungsneubau oder energetische Sanierungen zu verhindern“, sagte Ebling am Mittwoch. Mieter könnten damit „mehr Schutz vor überzogenen, wirtschaftlich nicht begründbaren Mietsteigerungen bei Wiedervermietungen“ bekommen. Ziel der Stadt Mainz müsse sein, für seine Bürger ebenso wie für neu nach Mainz kommende Menschen „ein adäquates und vor allem bezahlbares Wohnangebot vorzuhalten.“ Schön wär’s ja…

Bestellerprinzip beim Makler kommt – endlich

Mainz will Mietpreisbremse - Ebling begrüßt Gesetz
Typische Neustadt-Straße – Foto: gik

Aber das Gesetz von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sieht noch eine weitere grundlegende Änderung vor: Die Umkehrung der Makler-Bezahlung. In allen Ländern Europas um uns herum gilt: Wer den Makler bestellt, bezahlt ihn auch. Eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen – aber nicht in Deutschland: Hier schafft der Makler für den Hausbesitzer, bezahlen soll ihn aber der Mieter oder Käufer. Unglaublich ist das, und völlig überholt.

Ab 2015 soll das anders werden: Dann soll den Makler auch bezahlen, wer ihn bestellt (das ist so schön, dass wir es nochmal sagen wollten ;-)). Auf die Immobilienmakler kommen dann harte Zeiten zu, was wir ausdrücklich begrüßen. Momentan ist es nämlich so, dass die allermeisten Makler nichts, aber auch gar nichts für den tun, der sie bezahlt. Beispiel gefällig?

Mainz& sucht ja bekanntlich gerade dringend ein altes Haus (weiß jemand…?), und da wir ja Allergien gegen moderne Baustoffe hatten, fragten wir in der Interessensbekundungsemail auch gleich nach, ob man uns denn sagen könne, mit welchen Baustoffen das Haus denn renoviert sei. Dann kam der Anruf der Maklerin: Sie können am Samstag noch einen Termin haben, haben Sie ein Glück!

Frage: Können Sie mir etwas mehr über das Haus erzählen?
Maklerin: Ach, es hat drei Zimmer…
Frage: Was ist denn mit den erwähnten Renovierungen?
Maklerin: Ja, es hat neue Fenster und ein neues Bad, und sei ganz toll.
Frage: Welche Materialien wurden denn bei der Renovierung verwendet, siehe meine Email?
Maklerin: Also, woher solle sie denn das Wissen?
Frage: Das hätten Sie aber doch mal fragen können?
Maklerin: Also das ist nun wirklich zu viel verlangt!
Frage: Also ehrlich, Sie bekommen im Vermittlungsfall mehrere Tausend Euro von mir, und da ist das zu viel verlangt?Maklerin: Ach wenn Sie wüssten, was ich alles zu tun habe, ich muss die ganzen Anrufer tätigen!

Nein, wir haben das Haus nicht besichtigt, geschweige denn gekauft. Weil wir so etwas – mit Verlaub – eine Frechheit finden, und das ist in der Branche leider weit verbreitet. In den vergangenen drei Jahren sind uns vielleicht drei Makler begegnet, die ihren Job ernst meinten – und bestimmt mehr als einhundert, die das nicht taten.

Mainz will Mietpreisbremse - Ebling begrüßt Gesetz
Begehrte Altbauten am Gartenfeldplatz – Foto: gik

Umfrage: 32 Prozent der Vermieter nähmen keinen Makler mehr

Und offenbar ist das ja nicht nur unsere Meinung: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung zitiert eine Umfrage des Internetportals Immobilienscout24, nach der zwar derzeit 61 Prozent der Vermietungen bei den Befragten durch einen Makler zustande kamen – dass aber rund 32 Prozent nach Einführung des Bestellerprinzips nicht mehr auf Makler zurückgreifen wollen.Das übrigens war eine Umfrage unter Hausverwaltungen und Immobiliengesellschaften – hätten die ganz normale Mieter gefragt, würden die Zahlen sicher noch wesentlich höher liegen.

Und dann ist da noch die Drohung der Wohnungswirtschaft, dann werde der Maklerpreis eben auf die Miete umgelegt! Haben wir auch schon zu hören bekommen. Glauben wir aber nicht, und zwar aus ein, zwei ganz einfachen Gründen: Es gibt jetzt schon Vermieter, die aus Überzeugung auf den Makler verzichten, weil sie – so formuliert es die FAZ: „Maklergebühren für eine unnötige Kostenbelastung des zukünftigen Mieters halten (…) oder die oft als Wucher empfundenen Honorare der Makler nicht unterstützen möchten.“ Den ganzen Artikel könnt Ihr hier lesen.

Wenn die Bequemlichkeit wegfällt, eine Leistung zu bekommen, die man nicht bezahlen muss, werden sich viele Vermieter das sicher überlegen. Vor allem in einem Wohnungsmarkt wie Mainz – da sind horrenden Mieten nicht mehr einfach so weiter zu steigern. Vor allem nicht ab 2015: Dann gilt nämlich auch die Mietpreisbremse.

Angebot& auf Mainz&: Sollten sich nun diverse Makler beleidigt fühlen, sei ihnen gesagt: Die Wiedergabe des Makler-Gesprächs war natürlich eine fiktiv-künstlerische, die aber auf einer sehr realen Begebenheit beruht. Da gilt dann eben: Mal den eigenen Auftritt kritisch hinterfragen. Ratlosen Maklern helfen wir gerne mit einer Beratung weiter weiter 😉

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein