Ihr fahrt ja sicher fleißig Bus und Bahn in Mainz, aber wie zufrieden seid Ihr eigentlich mit dem Mainzer Nahverkehr? Laut einer Umfrage der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) seid Ihr durchaus zufrieden: 92,5 Prozent der Mainzer Fahrgäste sind laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitut TNS mit dem Bus- und Bahnangebot in Mainz zufrieden. Zwischen 1. April und Ende Juni wurden dafür 500 Mainzer befragt, der Wert sei repräsentativ, betonte MVG-Marketingchef Michael Meier.

Mainzer geben Bussen und Bahnen die Note gut
Verkehrsknotenpunkt Bahnhof für die MVG – Foto: gik

Die Umfrage wird deutschlandweit für 30 Verkehrsgesellschaften erhoben, gefragt werden unter anderem Schnelligkeit bei der Beförderung, Zufriedenheit mit dem Linien- und Streckennetz, Fahrplaninfos, Sicherheit, Sauberkeit und Tarifsystem – insgesamt 30 Merkmale. Abgefragt wurde anhand einer Fünf-Punkte-Skala von 5 wie „unzufrieden“ bis eins wie „vollkommen zufrieden“. Je kleiner der Wert also, desto besser.

Rang 11 von 30 bundesweit

Mainz bekam bei der Gesamtzufriedenheit eine 2,54 und liegt damit im bundesweiten Vergleich auf Rang 11 – ausgerechnet 😉 Den besten Wert bekam Dresden mit einer 2,26, am schlechtesten schnitt der Stadtverkehr Lübeck mit einer 3,05 ab. Der Durchschnittswert aller 30 Verkehrsgesellschaften bei 2,83, Mainz lag demzufolge über dem Schnitt.

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„Die Ergebnisse sind erfreulich“, sagte denn auch  MVG-Chef Jochen Erlhof am Montag. Die MVG liege bei allen Merkmalen unter dem bundesdeutschen Durchschnittswert. Mainz habe nicht einen einzigen Wert, der über dem Durchschnitt liege. Besonders stolz ist man bei der MVG auf den Wert von 2,49 für die Schnelligkeit und von 2,45 für das Streckennetz – das waren die beiden besten Werte.

Wartehäuschen gehören gar nicht der MVG

Mainzer geben Bussen und Bahnen die Note gut
Moderne Busse, ziemlich sauber – Foto: gik

Den schlechtesten Wert von 3,3 gab es für die Sauberkeit und Gepflegtheit von Haltestellen. „Das ist schlecht“, sagte Erlhof unverblümt, und hatte auch eine überraschende Erklärung dafür: „Die Wartehallen gehören uns nicht“, sagte Erlhof, alle Häuschen mit Werbeplakaten gehörten einer privaten Firma. Zur MVG  gehören die Wartehäuschen der Straßenbahnen, die anderen muss die Privatfirma pflegen.

Für die Sauberkeit in den Bussen und Bahnen ist natürlich die MVG zuständig – und hier lag der Zustimmungswert bei 2,94. Hier sei die MVG deutlich besser geworden, sagte Meier: „Deutlich unter 3, das ist für uns ein Meilenstein.“

Gute Werte für Internetauftritt und Fahrplaninfo

Gute Werte bekam Mainz auch beim Internetauftritt (2,67), bei der Fahrplaninfo (2,56) und beim Service der 45 Verkaufsstellen (2,67). Schlecht hingegen schnitt die MVG bei Informationen bei Störung & Verspätung ab: hier gab es nur eine 3,28. „Da sind wir zwar erheblich besser geworden, müssen aber noch weiter zulegen“,  sagte Erlhof. Tatsache sei, die Kunden wollten nicht nur wissen, ob der Bus ausfalle – sindern auch warum. Das aber sei kniffelig zu managen.

Mainzer geben Bussen und Bahnen die Note gut
So sieht die MVG Fahrtzeiten-App aus – Foto: gik

Die Hoffnung der MVG liegt hier bei der neuen Fahrtzeiten-App, die Mainz& ja im August vorgestellt hatte. Das kleine Programm auf dem Smartphone zeigt nämlich exakt an, welcher Bus und welche Straßenbahn wann an einer Haltestelle abfährt – und wann das nächste Fahrzeug kommt. Die App sei in den fünf Monaten schon mehr als 22.000 Mal heruntergeladen worden, sagte Erlhof.

Tarifsystem & Preis befriedigend

Schlecht ist auch der Wert fürs Tarifsystem, nur 3,19 Punkte. Das Tarifsystem werde als „kompliziert und nicht so positiv empfunden“, räumte Erlhof ein. Das liege aber auch daran, dass es nicht nur die Verkehrsbetriebe Mainz gebe, sondern auch noch Tarife des RMV und des Rhein-Nahe-Verbundes mitgerechnet werden müssten. Aber auch fürs Preis-Leistungs-Verhältnis gab es nur eine 3,28.

Pünktlichkeit: gut

Mainzer geben Bussen und Bahnen die Note gut
MVG-Bus auf der Rheinallee: Pünktlichkeit ist abhängig von Staus – Foto: gik

Bei der Pünktlichkeit liegt die MVG hingegen bei einer guten 2,72, angesichts von 147 Bussen und 31 Straßenbahnen pro Tag ist das keine geringe Leistung. Denn in dem Befragungsschema hatten die Dresdener Verkehrsbetriebe eine 2,26, das entsprach einer Note 1. Mainz ist da also gar nicht so schlecht. Busse und Bahnen legen pro Jahr 10,3 Millionen Kilometer zurück, brauchen dafür vier Millionen Liter Diesel und sieben Millionen Kilowatt Strom. „Jede Woche kommen zwei Tank-Lkw und füllen unsere Tankstelle auf“, sagte Erlhof.

51 Millionen Fahrgäste im Jahr

Pro Jahr befördert die MVG rund 51 Millionen Fahrgäste, an einem Werktag sind das 172.000 Menschen. Jeder vierte davon ist mit einem Studiticket unterwegs, das wiederum wirke sich positiv auf die Sicherheit aus: Gruppen von Menschen belebten ein Fahrzeug und reduzierten die Gefahr, belästigt zu werden, hieß es. Und so bekam der Punkt Sicherheit eine sehr gute 2,43, in den Fahrzeugen eine 2,67. Selbst für die Nacht bekam die  Sicherheit an den Haltestellen noch eine 2,96 – meilenweit unter dem Durchschnittswert von 3,38.

Bemerkenswert auch: die MVG konnte sich bei 12 Werten verbessern, zum Teil sogar deutlich. Allerdings muss man auch dazu sagen: die Umfrage fand im Frühjahr statt, jetzt, im Winter, wären die Werte wahrscheinlich schlechter. Und: für den Wert der Zufriedenheit wurden die Wert 1 bis 3 berücksichtigt, die Unzufriedenheit speist sich daher „nur“ aus den Werten 4 und 5. Aber so wurden alle Verkehrsbetriebe eingestuft – im Vergleich gleicht sich das dann wieder aus.

 

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