Panne in der Stadtverwaltung: Seit dieser Woche werden an alle Mainzer Haushalte die Wahlbenachrichtigungen für die Europa- und die Kommunalwahl am 26. Mai verschickt, darauf auch eine Email-Adresse, unter der man die Briefwahlunterlagen beantragen kann. Und da staunte mancher beim genauen Blick darauf nicht schlecht: Der schönen Stadt Mainz war doch glatt das „n“ abhanden gekommen. Statt „briefwahlbuero@stadt.mainz.de“ steht da nun „briefwahlbuero@stadt.maiz.de“ – und das gleich zweimal. Die CDU-Opposition spottete prompt „Maiz bleibt Maiz“ und forderte Abhilfe zu schaffen. Neu gedruckt werden müssen die Wahlbenachrichtigungen aber nun nicht.

"Maiz bleibt Maiz" - Stadt Mainz versendet Wahlbeteiligungen mit falscher Email-Adresse - Kein Neudruck nötig - CDU fordert zusätzliche Email-Adresse
Auf der offiziellen Wahlbenachrichtigung der Stadt Mainz befindet sich eine falsche Email-Adresse – dem Wort Mainz fehlt da ein kleines „n“. Ergebnis: Die Emails landen derzeit im Nirwana. – Foto: gik

Die Panne auf der Wahlbenachrichtigung sorgte umgehend für Spott in den sozialen Netzwerken: „Maiz bleibt Maiz“ spottete die CDU und dichtete auch gleich den SPD-Wahl-Slogan „Ich mag Maiz“ um. Mancher nahm das Ganze mit Humor: „‚Maiz‘ hat wirklich mehr verdient – nämlich ein ’n'“, lästerte ein Facebook-Kommentator. Andere aber ärgerten sich mehr: „Ganz Mainz ist eine Baustelle, wir Bürger bezahlen die ganzen Fehler“, schimpfte eine Bürgerin: „Setzen 6!“

Die Wahlbenachrichtigungen für die Europa- und die Kommunalwahl am 26. Mai hatte am 23. April begonnen, insgesamt sollten 165.500 Wahlberechtigte der Landeshauptstadt Mainz ein Informationsschrieben bekommen haben. Auf der Wahlberechtigung ist zum einen das Wahlbüro für den Wahltag angegeben, aber auch eine Adresse, unter der die Briefwahlunterlagen angefordert werden können – etwa digital per Email.

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Der Email-Adresse der Stadt Mainz ist dabei allerdings ein winzig kleines „n“ abhanden gekommen, so dass nun statt „stadt.mainz.de“ auf dem Bogen „stadt.maiz.de“ steht – diese Email-Adresse allerdings existiert nicht. Das Pikante dabei: Unter genau dieser Email sollten die Bürger ihre Briefwahlunterlagen anfordern können, eine Möglichkeit, von der in Zeiten digitaler Kommunikation reger Gebrauch gemacht wird. Gleich zweimal findet sich die falsche Email auf dem Schreiben, die CDU mutmaßte prompt, die Stadt müsse nun neue Wahlbenachrichtigungen verschicken.

Beim Landeswahlleiter hieß es dagegen: Nein, neue Wahlbenachrichtigungen müsse die Stadt deswegen nicht verschicken. „Es ist offenkundig, dass dies ein Druckfehler ist“, sagte ein Sprecher des Landeswahlleiters auf Mainz&-Anfrage. Deshalb sei die Einschätzung des Landeswahlleiters, dass der Fehler nicht so gravierend sei, dass deshalb alle Benachrichtigungen neu gedruckt werden müssten. „Wenn irgendwo ein falscher Sachverhalt drin stünde, wäre es etwas anderes“, sagte der Sprecher. In diesem Fall gehe es ja auch „nur“ um die Benachrichtigung, und eben nicht um den Stimmzettel selbst. In Bad Kreuznach etwa war gerade entdeckt worden, dass auf dem offiziellen Stimmzettel ein Bewerber komplett fehlte, hier müssen nun neue Stimmzettel gedruckt werden.

"Maiz bleibt Maiz" - Stadt Mainz versendet Wahlbeteiligungen mit falscher Email-Adresse - Kein Neudruck nötig - CDU fordert zusätzliche Email-Adresse
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott bekanntlich nicht zu sorgen – das übernahm umgehend die CDU-Opposition. Und dichtete mal schnell ein paar Mainz-Slogans um. – Grafik: CDU, Foto: gik

Die CDU sieht die Sache indes nicht ganz so harmlos: „Natürlich ist der Fehler für Geübte offensichtlich, aber es gibt genug Menschen, die denken sich nichts dabei“, sagte Flegel gegenüber Mainz&: Zwar bekomme man nach dem Versenden der Anfrage an diue falsche Email eine Fehlermeldung, wer aber viele Emails am Tag bekomme, dem könne das auch durchaus mal durchgehen, argumentierte sie. „Ich erwarte von der Stadt, dass sie diese Email-Adresse zusätzlich einrichtet, das ist doch das mindeste“, forderte Flegel: „Ich kann doch nicht darauf bauen, dass jeder mitdenkt.“

Die gesamte Politik strebe nach einer hohen Wahlbeteiligung, da erwarte sie, dass auch die möglichen Irrläufer aufgefangen würden: „Man muss doch gewährleisten, dass die Bürger kein Lottospiel machen“, sagte Flegel. Der Vorgang erinnere sie stark an das Bibelturm- Bürgerbegehren: „Es war ja an Peinlichkeit kaum zu überbieten, dass die Bürger den Wahlaufruf zum Bibelturm nur zum Teil erhalten haben“, sagte Flegel, „das Vorgehen hier ist genauso.“

Info& auf Mainz&: Die richtige Email-Adresse zur Beantragung Eurer Briefwahlunterlagen lautete natürlich briefwahlbuero@stadt.mainz.de. Alle weiteren Informationen, samt der richtigen Email, findet Ihr auch auf dieser Internetseite der Stadt Mainz, dort gibt es auch gleich einen Link zu einer Online-Seite, auf der Ihr die Unterlagen direkt online beantragen könnt. Denn eines ist ja klar: Geht wählen!

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