Zurück in die Zukunft, das haben offenbar zwei der großen Mainzer Fastnachtsvereine vor: Der Mainzer Carneval-Verein (MCV) und der Mainzer Carneval Club (MCC) wollen 2016 eine gemeinsame Fastnachtssitzung aus der Taufe heben. Das Vorbild ist 60 Jahre alt: Die erste Gemeinschaftssitzung der beiden Vereine am 17. Februar 1955 hieß „Mainz, wie es singt und lacht“ – und war die Geburtsstunde der großen Mainzer Fernsehsitzung.

MCV und MCC wollen 2016 gemeinsam lachen
Die Dippelbrüder 1955 – mit Clown Herbert Bonewitz am Flügel – Foto: Privatarchiv Bonewitz

Damals allerdings konnten die Vereine auf Akteure wie den singenden Dachdecker Ernst Neger, den späteren Kabarettisten Herbert Bonewitz sowie das Fastnachtsduo Frau Babbisch und Frau Struwwelisch zurückgreifen. Selbst die Mainzer Hofsänger gab es damals schon. Alle von ihnen machten große Karriere auf der närrischen Rostra und schrieben Fastnachtsgeschichte.

Kann das noch einmal funktionieren? „Wir wollen diese berühmt gewordene Gemeinschaftssitzung unter modernem Vorzeichen sehr gerne neu entstehen lassen“, sagte jedenfalls MCV-Präsident Richard Wagner bei der Vorstellung der Idee am Donnerstag. Er sei von der Idee „spontan begeistert“ gewesen, sekundierte MCC-Präsident Horst Seitz. Das Beste aus den beiden Vereinen werde sicher „der Knüller“ in der kommenden Kampagne.

- Werbung -
Werben auf Mainz&

Zu sehen sein wird das Ergebnis am 30. Januar 2016 in der Rheingoldhalle. Und natürlich wird es einen Elefrrat geben, natürlich werden sich die beiden Sitzungspräsidenten Guido Seitz und Jürgen Wiesmann brav abwechseln… Wir hätten da einen Tipp für die Fastnachter: In die Zukunft kommt man nur, wenn man die Rückkehr neu definiert.

Vielleicht, hieß es auch noch, „werden die Fastnachtsfiguren Till und Bajazz sogar einen kleinen (sic!) Battle austragen.“  Gemeint ist wohl das Ausscheidungsformat der Casting-Show „Voice of Germany“, aber wissen Till und Bajazz eigentlich, dass sie dann singen müssen? 😉

Neue Ideen kann die Fastnacht sicher immer gut gebrauchen, ein unbeholfenes Nachahmen dürfte hingegen eher – nun ja – peinlich werden. Und gerade dies zeichnete ja speziell einen Herbert Bonewitz früher aus: ein frischer Wind, eine spitze Zunge und jede Menge Respektlosigkeit gegenüber den Etablierten. Echte Narretei eben 😉

 

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein