Das Mietradeln-System in Mainz ist ja nach Hamburg das zweiterfolgreichste Mietradsystem der Republik, kein Wunder, sind die melonengelben Räder mit ihrem dichten Stationsnetz doch eine große Bereicherung. 1,6 Millionen  Fahrten hat das System bereits seit seinem Start zu verzeichnen, im Rekordjahr 2015 gab es über 479.000 Fahrten. 23.000 Kunden sind mittlerweile bei MVGmeinRad registriert . Im April wollte die MVG wissen, wie zufrieden die mit dem Mietradeln sind. Das Ergebnis: ein klares Ja mit ein paar Abers.

MVGmeinRad: Mehr Stationen fürs Mietradeln nach Umfrage
Beliebte Mieträder, durchwachsene Kundenzufriedenheit bei MVGmeinRad – Foto: gik

Rund 2.700 Personen nahmen an der Umfrage teil, davon seien 92 Prozent Kunden und 8 Prozent ehemalige oder Nicht-Kunden gewesen, teilten die Mainzer Verkehrsbetriebe (MVG) nun mit. Das sei eine hohe Resonanz, und zeige, „dass sich die Mainzer mit ihrem System identifizieren und ein großes Interesse daran haben, dass es mit MVGmeinRad weiter voran geht.“  Die Zufriedenheit der Kunden sei seit der zuletzt durchgeführte Umfrage von 2014 „auf einem konstant hohen Niveau geblieben“, heißt es weiter.

Was das heißt? Können wir Euch auch nicht genau sagen – die genauen Zahlen zur Kundenzufriedenheit veröffentlichte die MVG nämlich nicht. Wir haben natürlich nachgefragt, als Antwort bekamen wir die Antwort: Die Umfrage ziele primär auf die Verbesserung und Weiterentwicklung verschiedener Komponenten des Fahrradvermietsystems ab. Man bewerte die Antworten derzeit noch anhand von Wirtschaftlichkeitskriterien. „Um keine falschen Hoffnungen bei den Lesern zu wecken, bitten wir um Ihr Verständnis, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Ergebnisse veröffentlichen werden“, heißt es weiter.

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Wie genau die Zufriedenheit der Kunden mit dem Mietradel-System ausfiel, das ist also leider nicht bekannt. Nur so viel: 98,7 Prozent hätten MVGmeinRad bereits weiterempfohlen oder würden das Angebot weiterempfehlen. Ansonsten, so die MVG weiter, bringe es ein Kunde mit dieser Aussage auf den Punkt: „Das ganze System ist großartig und eine echte Bereicherung für Mainz. Bitte konsequent an den weiterhin bestehenden Problemen arbeiten (…)“. Wir gehen also davon aus, dass die Kundenzufriedenheit zwar groß, aber nicht ungetrübt ist – und geben Euch gerne die Daten weiter, die wir bekommen haben.

MVGmeinRad: Mehr Stationen fürs Mietradeln nach Umfrage
Nur elf Prozent lobten den Wartungszustand der Mieträder in Mainz – Foto: gik

Demnach waren 59 Prozent der Befragten besonders zufrieden mit der Qualität, Funktionalität und Fahreigenschaft der Mieträder. Auf Rang zwei folgten den Angaben zufolge mit 21 Prozent  das gut ausgebaute Stationsnetz, dicht gefolgt von der hohen Zufriedenheit mit dem Gesamtkonzept – die liegt damit aber nur bei rund 20 Prozent. Weiter sei von 13 Prozent der Befragten die Verfügbarkeit/ Zuverlässigkeit des Systems gelobt worden, von 11 Prozent der Wartungszustand der Räder.

Umgekehrt wurde als größte Schwachstelle des Systems mit 26 Prozent die Displayfunktionalität bewertet. 23 Prozent der Befragten wünschten sich eine verbesserte Verfügbarkeit an Rädern bzw. freien Abstellplätzen an den Stationen, ebenfalls 23 Prozent wünschten sich außerdem einen Ausbau des Stationsnetzes – was interessant ist: Die MVG hatte ja aus Kostengründen Ende 2014 ihr Stationsnetz reduziert, offenbar sind die Kunden damit aber keineswegs zufrieden. 111 Stationen gibt es derzeit, Anfang des Jahres wurde eine neue Station auf dem Uni-Campus am Forum eröffnet.

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Dichtes Stationsnetz mit noch ein paar Lücken bei MVGmeinRad – Foto: gik

Doch die Kunden hatten weitere Wünsche, auf Nachfrage erfuhr Mainz&, dass mit mehr als elf Nennungen diese Stationen am häufigsten gewünscht wurden: Campus/Universität, Wiesbaden, Campus/Eingang, Ginsheim-Gustavsburg, Lerchenberg und Kastel. Gerade auf dem rechtsrheinischen Ufer also vermissen die Nutzer die gelben Räder, auf dem Unicampus gibt es offenbar einen hohen Bedarf.

Dem will die MVG auch nachkommen: im Herbst soll es eine weitere neue Station am Eingang der Universität an der neuen Haltestelle der Mainzelbahn geben. Damit sollen auch Kurzfahrten innerhalb des Campus zwischen Vorlesungen und in der Mittagspause attraktiver werden – die MVG hofft „auf positive Effekte auf die Entwicklung der Fahrten- und Kundenanzahl.“ Will sagen: Das Mietradeln braucht noch mehr Kunden, um das wirklich kostenintensive System wirtschaftlich betreiben zu können.

Das Stationsnetz werde „kontinuierlich überprüft und dort, wo es verkehrlich sinnvoll und wirtschaftlich realisierbar ist, erweitert“, versichert die MVG. Überhaupt nehme man sich die Anregungen „zu Herzen“ und werde „im Rahmen des Möglichen alles dafür tun, dass sich das System im Sinne der Mainzer weiterentwickelt.“ Und so sollen weitere Stationen kommen – bis Jahresende soll das Mietradeln insgesamt 120 im Stadtgebiet umfassen.

Abgefragt wurde übrigens auch die Zufriedenheit mit den neuen Mieträdern, die seit März im Einsatz sind, und neue Sättel sowie einen Frontkorb haben – Mainz& hatte ja vom neuen Korb berichtet. Der etwas härtere Sattel im Vergleich zum Vorgängermodell komme bei den Nutzern nicht so gut an, berichtete die MVG. Der Frontkorb hingegen sei von 15 Prozent der Befragten auf Rang eins und von 33 Prozent auf Rang zwei auf der Beliebtheitsskala gewählt worden und liege damit fast mit dem Koffer gleich auf.

MVGmeinRad: Mehr Stationen fürs Mietradeln nach Umfrage
Kommt gut an: Der neue Fahrradkorb am Lenker der MVGmeinRad-Räder – Foto: gik

Die MVG will zudem die bestehende Smartphone-App im Laufe der kommenden Monate prüfen und noch benutzerfreundlicher machen. 70 Prozent der Kunden nutzten die MVGmeinRad-App bereits, 24 Prozent davon bei jeder Fahrt, hieß es weiter. Bereits 2014 wurde die Funktion „Defekt melden“ integriert – die MVG weist noch einmal darauf hin, dass man bei der Behebung von Defekten an Rädern und Stationen „in entscheidendem Maß auf das Feedback der Kunden angewiesen“ sei – also nutzt die Gelegenheit bitte!

Seit Mai übrigens wurden die Mieträder auch noch mit Anhängerkupplungen ausgestattet, so könnt Ihr nun einen Anhänger ans Rad hängen, um größere Einkäufe oder die ganze Familie zu transportieren. Das greife den aktuellen Trend des Lastentransports in Städten mit dem Rad auf und befördere ein umweltbewusstes Mobilitätsverhalten, heißt es von der MVG. Allerdings gilt das wohl nur für die Fahrradanhänger der Marke Croozer, die aber immerhin der führende Produzent für solche Anhänger in Europa sind.

Und leider kann man die Anhänger selbst noch nicht an den Stationen mieten – das wäre mal mega-praktisch. Aber das ist für die MVG derzeit noch zu teuer, noch müsst Ihr also Euren eigenen Anhänger ans Rad hängen. Es gebe aber Überlegungen, das Angebot mit den Fahrradanhängern auszuweiten, da die Resonanz auf das Angebot sehr positiv sei, verriet uns die MVG auf Nachfrage. Dafür arbeite man aktuell im Rahmen einer Masterarbeit mit der Frankfurt University of Applied Sciences zusammen.

Info& auf Mainz&: Mehr zum Mietradelsystem MVGmeinRad findet Ihr auf dieser Internetseite. Eine Einführung, wie das mit dem Mieten eines Rads an den Stationen geht, findet Ihr hier bei Mainz&, eine Bildergalerie In 7 Schritten zum Rad seht Ihr hier. Und vergesst nicht, Euch die App zu MVGmeinRad herunterzuladen! Dort seht Ihr immer aktuell, wo genau noch Räder und Boxen frei sind.

 

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