Das Fahrradmietsystem MVGmeinRad ist im Umbau, das Zusammenführen mit dem Wiesbadener meinRad-System zieht sich länger hin als ursprünglich geplant. Nun aber wird die Fusion vollendet: Am 6. September startet nun auch in Mainz die neue MVGmeinRad-App, dann können Nutzer des Mietradelsystems die Fahrräder zwischen Mainz und Wiesbaden im Austausch nutzen. Wegen der Umstellung wird allerdings das Mietradelsystem meinRad am 5. September im ganzen Verbreitungsgebiet nicht nutzbar sein. Mit der neuen App gibt es dann auch in Mainz die neuen Freistationen – die ersten werden gerade aufgebaut -, an ihnen müssen die Räder nicht mehr in Verankerungen eingeklinkt werden. Angepasst wurden die Preise: Zum 1. September stieg der Tarif leicht von 1,45 Euro auf 1,50 Euro – dafür kann man zu diesem Tarif dann gleich eine ganze Stunde herumrollen.

UPDATE - MVGmeinRad neue Preise seit 1. September - Neue App ab 6.9. - MeinRad am 5.9. stillgelegt
Die neuen Räder von MVGmeinRad, vorgestellt 2018, sind auch kompatibel mit Wiesbaden. – Foto: MVGmeinRad

Das Mainzer Fahrrad-Mietradeln ging im April 2012 offiziell in den Vollbetrieb und wurde schnell zu einem der erfolgreichsten Radvermietungssysteme bundesweit. Gleich im ersten Jahr verdoppelte MVGmeinRad seine Fahrten auf 337.000, Ende 2015 erreichte man mit 479.000 Fahrten einen absoluten Höhepunkt. Seither allerdings stagnierten die Ausleihen, die Zahl der Nutzungen ging in den Jahren danach sogar deutlich wieder nach unten: 2017 zählte MVGmeinRad 424.000 Fahrten, 2018 waren es noch 371.000.

Es habe immer mal wieder Schwierigkeiten an den Stationen mit der Technik gegeben, räumt man beim Unternehmen offen ein, auch sei einfach weniger Werbung für die Mieträder gemacht worden. Und schließlich führt man den Rückgang der Nutzerzahlen auch auf sinkende Studierendenzahlen zurück: Die Zahl der eingeschriebenen Studierenden an der Universität Mainz sei gesunken, Studierende aber die Hauptnutzer des Systems. „MVGmeinRad ist immer noch eines der erfolgreichsten Fahrradmietsysteme auf dem Markt“, betont Sprecher Michael Theurer auf Mainz&-Anfrage zudem: „Es gibt keinen Grund, Trübsal zu blasen.“

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Die technischen Probleme will die Mainzer Mobilität vor allem mit Hilfe des neuen App-Systems beseitigen: Ab dem 6. September soll es zusätzlich zur jetzigen Kundenkarte eine App auf dem Smartphone geben, so wie das in Wiesbaden bei ESWEmeinRad schon der Fall ist. Die App erleichtert den Anmeldeprozess, mit ihr kann man nach dem Anmelden und dem Eingeben einer Zahlungsweise direkt an den Stationen ein Fahrrad freischalten. Der große Vorteil dabei sind außerdem die Freistationen, einfache Fahrradabstellbügel, in denen man die Räder nicht mehr einklinken muss, sondern einfach abstellen kann – durchaus auch neben den Fahrradständern.

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Die neuen Freistationen des ESWEmeinRad-Systems soll es bald auch in Mainz geben. – Foto: ESWE

Solche Freistationen solle es in Zukunft auch in Mainz geben, sagte Theurer, die Mainzer Stationen mit den Haltebügeln blieben daneben aber auch erhalten. „Wenn man kein Handy hat oder keines nutzen möchte, kann man weiter mit der Kundenkarte die Räder dort ausleihen“, erklärt Theurer. Mit der App könne man hingegen alle Stationen benutzen – die Freistationen funktionieren nur mit der App. Der Vorteil an den Freistationen sei, dass relativ leicht neue errichtet werden könnten, betont Theurer, neue Abstellareale seien deshalb auch in Stadtteilen angedacht, wo jetzt Stationen fehlen. Tatsächlich tauchte etwa am Dienstag eine neue, künftige Radstation in Mainz-Zahlbach auf.

Mit der endgültigen Integration des Mainzer und des Wiesbadener Systems wird nun endlich auch möglich werden, was schon vor einem Jahr angekündigt wurde: Die Nutzer können mit dem Rad von Mainz nach Wiesbaden oder umgekehrt fahren und das Rad in der jeweils anderen Stadt abgeben. Das sei vor allem für die vielen Pendler zwischen den beiden Städten interessant, sagte Theurer. Gleichzeitig synchronisieren Mainz und Wiesbaden damit auch die Ausleihpreise: Künftig dauert die erste Ausleihe statt bislang 1,45 Euro dann 1,50 Euro, das sind fünf Cent mehr als zuvor.

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Die melonengelben Mieträder der Mainzer MVG werden inzwischen seltener ausgeliehen. – Foto: gik

Allerdings wird zugleich das Ausleihintervall geändert: Statt 30 Minuten beträgt die erste Ausleihzeit nun eine Stunde – für 1,50 Euro kann man in Zukunft eine ganze Stunde radeln. Jede weitere 30 Minuten kosten dann ebenfalls 1,50 Euro. Die Preise bedeuteten in der Regel ein wesentlich besseres Angebot, betont Theurer: „Für die meisten Kunden wird es entgegen einiger Mutmaßungen sogar günstiger oder besser als bisher.“ Tatsächlich sinken die Preise für Abonnenten des Systems von 85 Cent für die erste halbe Stunde auf 75 Cent für die erste Stunde. Vereinheitlicht werden auch die bislang verschiedenen Abo-Varianten, künftig gibt es einen Standard-Jahresgrundpreis von 90,- Euro und von 72,- Euro für Abonnenten des Systems. Das Jahresabo für Studis sinkt sogar von 39,- Euro auf 36,- Euro – die neuen Preise findet Ihr schon jetzt hier im Internet.

Nicht mehr möglich ist allerdings schon jetzt die beliebte Mehrfachausleihe von mehreren Rädern durch denselben Nutzer. Das liege derzeit an technischen Problemen, sagte Theurer, „wir sind aber daran interessiert, dass wir das wieder hinkriegen.“ Mit der neuen App sei es aber für Besucher künftig einfacher, sich schnell per Handy zu registrieren und gleich ein Rad auszuleihen.

Info& auf Mainz&: Alle Neuerungen zu MVGmeinRad sowie die neuen Tarife findet Ihr hier im Internet, eine Bilanz zum fünfjährigen Bestehen von MVGmeinRad haben wir 2017 hier bei Mainz& gezogen. Informationen zu ESWEmeinRad gibt es hier im Internet.

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