Große Änderung bei den Parkhäusern in Mainz: Ab dem 1. Januar 2020 kann an den Ein- und Ausfahrten der städtischen Parkhäuser nicht mehr mit EC-Karten oder Kreditkarten bezahlt werden. Der Grund sind neue Datenschutzregelungen, nach denen Abbuchungen künftig nicht mehr ohne die Eingabe einer Pin-Nummer erlaubt werden, das hat auch Auswirkungen auf das Zahlen mit Karte an den Parkautomaten: Hier entfällt in Zukunft der bisher geltende Rabatt von zehn Prozent. Die Lösung für die Kunden: Eine kostenlose Park & Go-Karte. Mit der kann künftig berührungslos an den Ein- und Ausfahrten bezahlt und auch weiter der Rabatt eingestrichen werden.

Neue Park & Go-Karte für Parkhäuser in Mainz ersetzt EC-Karten - Kein Rabatt mehr bei Kartenzahlung am Automat
Neue Regeln zum Bezahlen in den Parkhäusern der pmg Mainz: Ab Januar gibt es eine neue Park & Go-Karte fürs bargeldlose bezahlen. – Foto: pmg

Bislang bot die Parken in Mainz GmbH (pmg), Betreiberin der Mainzer Parkhäuser, ihren Kunden die Möglichkeit, mit Kreditkarte oder EC-Karte in die Parkhäuser zu fahren und dort auch gleich zu bezahlen. Auch gab es bei Kartenzahlung an den Automaten im Parkhaus einen satten Rabatt von zehn Prozent auf die Kurzparkerpreise, ein Dankeschön fürs bargeldlose Bezahlen.

All das kippt nun durch die neuen und komplizierteren Sicherheits- und Datenschutzvorschriften beim bargeldlosen Zahlen: Der nach den geltenden Datenschutzbestimmungen geforderte Grad der Verschlüsselung bei der Übertragung der Daten durch das Automatensystem werde nicht ganz erreicht, deshalb müsse die PMG die Bezahlungsmöglichkeit für EC- und Kreditkarten an den Schranken beenden, teilte das Unternehmen nun mit.

- Werbung -
Werben auf Mainz&

Als Ersatz wird bereits seit Juni dieses Jahres die Park & Go-Karte angeboten: In der Parkkarte steckt ein passiver Transponder, der beim Ein- oder Ausfahren aus dem Parkhaus automatisch ausgelesen werden kann. „Damit ist echtes berührungsloses Ein- und Ausfahren möglich“, sagt PMG-Geschäftsführer Nils Teske. Für die Kunden heiße das künftig: Parken ohne Ticket, ohne Bargeld, ohne Stress und ohne Wartezeit. Der Gang zur Kasse erübrigt sich mit der Park & Go-Karte ebenso wie das lästige Sammeln von Parkbelegen für die Steuer: Der Kunde erhält mit der Karte eine monatliche Abrechnung seiner Parkvorgänge bequem online zum Download. Die Parkbeträge werden ebenfalls monatlich abgebucht.

Neue Park & Go-Karte für Parkhäuser in Mainz ersetzt EC-Karten - Kein Rabatt mehr bei Kartenzahlung am Automat
Parkhaus am Mainzer Hauptbahnhof. – Foto: gik

Dazu gibt es die bisherigen Rabatte beim Parken nur noch mit der Park & Go-Karte, alle Kurzzeittarife kosten zehn Prozent weniger. Karte und Lesegeräte seien bereits im laufenden Betrieb erprobt, da sie bereits seit einigen Jahren für Dauerparker eingesetzt werden. „Wir haben bislang sehr gute Erfahrungen mit unseren Dauerparkern machen können und wissen, dass der Parkvorgang einwandfrei funktioniert“, betont PMG-Geschäftsführer Martin Dörnemann. Da die Transponder ohne Batterien auskämen, seien sie auch noch umweltfreundlich. Autofahrer können die Parkkarte sogar hinter der Windschutzscheibe befestigen, so sei berührungsloses Ein- und Ausfahren möglich.

EC- und Kreditkartenzahlungen dürfen hingegen künftig nur noch an Kartenleseterminals eingesetzt werden, an denen der Benutzer eine PIN eingeben kann. Hier könnten die notwendigen Bezahldaten „direkt und verschlüsselt nach dem PCI-Datensicherheitsstand an das Kreditinstitut übermittelt“ werden, heißt das im Beamtendeutsch. Die Kassenautomaten der PMG werden deshalb in den kommenden Wochen sukzessive umgerüstet.

Info& auf Mainz&: Die Park & Go-Karte kann online bei der Parken in Mainz GmbH bestellt werden und wird kostenlos ausgegeben – hier entlang zur Homepage mit dem Bestellungslink.

 

1 KOMMENTAR

  1. „EC- und Kreditkartenzahlungen dürfen hingegen künftig nur noch an Kartenleseterminals eingesetzt werden, an denen der Benutzer eine PIN eingeben kann.“ Das mag bei den Beschränkungen der PMG so sein, ist aber nicht notwendig. Gemäß EURO Kartensysteme (das Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Banken und Sparkassen) sind im Kontaktlosverfahren Beträge bis 25 Euro ohne PIN oder Unterschrift möglich (wie beispielsweise mit meiner gerade eingetroffenen Girocard der MVB). Das liegt allerdings auch an dem jeweiligen Terminalbetreiber, der das zulassen muss. Gleiches gilt übrigens grundsätzlich bei Kreditkarten. Anstelle ein eigenes Verfahren zu entwickeln, könnte die PMG ihre Infrastruktur auf allgemeingültige Verfahren mit Girocard oder Kreditkarten aktualisieren – inklusive korrekter Verschlüsselung. Dann hätte die PMG auch nicht (folgt man ihrer Argumentation) jahrelang gegen geltende Datenschutzbestimmungen verstoßen.

    Mit der aktuellen VR Banking App kann auch mit dem jeweiligen Authentisierungsverfahren des Smartphones (beispielsweise Fingerabdruck) die Zahlung genehmigt werden. Doch der Betrag von 25 Euro wird bei einem Tagestarif in Mainz nicht erreicht – und die „Park & Go“-Karte mit ihrem Rabatt gilt nur für „Kurzpark-Tarife“.

    Übrigens: Die „EC-Karte“ gibt es seit 2007 nicht mehr, sie wurde durch die Girocard abgelöst. „EC“ ist inzwischen eine Mastercard-Marke.

    Meine ausführliche Betrachtung zu dem neuen Verfahren aus eigener Sicht: https://derschreiben.de/parken-in-mainz-entweder-pmg-kreditkarte-park-go-oder-preiserhoehung/

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein