Das wird noch spannend in dieser Kampagne: In der zweiten Februarwoche wollen die Verantwortlichen vom Fernsehen bekanntgeben, wer neuer Sitzungspräsident bei der Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz“ wird. Das erfuhr Mainz& vom ZDF. Der langjährige Sitzungspräsident Hans-Peter Betz hatte 2013 den Stuhl frei gemacht, viele werden dem schlitzohrigen Fastnachter hinterher trauern. Immerhin: Betz wird weiter als „Guddi Gutenberg“ auf der Bühne stehen. Doch an der Fernsehschelle sollten nun Jüngere ran, begründete Betz seinen Rückzug.

Neuer Sitzungspräsident für "Mainz bleibt Mainz" noch im Februar
Sitzungspräsident war er, „Guddi Gutenberg“ bleibt er: Hans-Peter Betz bei „Mainz bleibt Mainz“ – Foto: gik

Seit 2006 hatte Betz durchgehend die Fernsehsitzung geleitet, seinen Abgang garnierte er mit scharfer Kritik am ZDF. Der Lerchenberger Sender habe 2012 „nur auf die Optik geachtet“, die Inhalte der Mainzer  Fastnacht mit ihrer politsch-literarischen Tradition aber „stiefmütterlich“ behandelt. „Die Sendung war ein Griff in die Mottenkiste“, schimpfte Betz 2013: Er habe „keine Lust, ein Programm zu präsentieren, hinter dem ich nicht stehe.“

Betz: Jüngere sollen ran!

Doch es gab noch einen zweiten Grund für Betz‘ Rückzug: Jüngere sollten ran, findet der Ausnahmefastnachter, der vergangenes Jahr 60 Jahre alt wurde. Betz sagt das nicht nur, er geht tatsächlich mit gutem Beispiel voran: Bei seinem Heimatverein, dem Gonsenheimer Carneval-Verein (GCV), gab er vergangenes Jahr die Sitzungsschelle an Sebastian Grom ab. Der ist gerade einmal 30 Jahre alt, schlagfertig, und gilt als Nachwuchshoffnung in Sachen Sitzungspräsident.

- Werbung -
Werben auf Mainz&

Grom wird denn auch als Nachfolger von Betz auf der großen Fernsehbühne gehandelt, allerdings muss sich der Youngster noch ein wenig frei schwimmen bei seinen Moderationen. Könnte sein, dass der Posten bei „Mainz bleibt Mainz“ zu früh für ihn kommt. Als heiße Anwärter werden außerdem die drei Sitzungspräsidenten der anderen drei großen Fastnachtsvereine MCV, MCC und KCK gehandelt, die gemeinsam mit dem GCV die Aktiven für die Fernsehsitzung stellen.

Heißer Kandidat: Jürgen Wiesmann

Neuer Sitzungspräsident für "Mainz bleibt Mainz" noch im Februar
Phantasievolle Kostüme sind sein Markenzeichen: Jürgen Wiesmann als Bajazz vom Fastnachtsbrunnen 2013 – Foto: gik

Ein heißer Kandidat dürfte Jürgen Wiesmann vom Mainzer Carneval Club (MCC) sein. Der Mittvierziger glänzt seit Jahren mit seinen kurios-bunten Gesangsnummern auf der Fastnachtsbühne. Sensationell war sein Auftritt 2011 als „Vater Rhein“, vergangenes Jahr rührte er als Bajazz vom Fastnachtsbrunnen die Narren-Herzen. Wiesmann ist aber auch seit vielen Jahren Sitzungspräsident beim MCC und beweist dort Humor und Schlagfertigkeit. Gut möglich, dass der auch überregional bekannte Fastnachter den Präsidentenstuhl erklimmt.

Als Kandidaten gehandelt werden außerdem Guido Seitz vom Mainzer Carneval-Verin (MCV) und Werner Böttner vom Karneval Club Kastel (KCK). Seitz ist den Zuschauern auch überregional als „Bänkelsänger“ bekannt, da war er mit seinem Bruder Joachim eine feste Größe. Und wer die Schelle beim großen, traditionsreichen MCV schwingt, hat sicher auch das Format für die Fernsehsitzung. Beim KCK wiederum schwingt Werner Böttner seit 2002 die Sitzungsschelle, zudem vertrat er Hans-Peter Betz in der Fernsehsitzung, wenn der als „Guddi Gutenberg“ selbst auf den Brettern stand.

Wird es ein „Außenseiter“?

Allerdings gehört Böttner auch zu den eher zurückhaltenderen Fastnachtern, was ihn zwar liebenswert macht, aber vielleicht nicht zum heißen Favoriten für die Fernsehsitzung werden lässt. So wird denn auch der Protokoller des KCK, Bardo Frosch, für das Amt des Sitzungspräsidenten gehandelt, wie Mainz& aus Fastnachtskreisen erfuhr. Gut möglich aber auch, dass es ein ganz anderer wird – schließlich würde auch Heinz Meller, Sitzungspräsident der Bohnebeitel, eine ausgesprochen gute Figur auf der Fernsehbühne machen.

Und dann ist da noch „Obermessdiener“ Andreas Schmitt, der bei den Eiskalten Brüdern die Sitzungsschelle schwingt. Und „Nachtwächter“ Adi Guckelsberger ist Sitzungspräsident beim Mainzer Narren-Club, er dürfte allerdings nur Außenseiterchancen haben. Es wird also noch spannend bis zur Fernsehsitzung am 28. Februar.

Im ZDF hat sich allerdings etwas bewegt: Der Sender auf dem Lerchenberg betraute dieses Jahr neue Redakteure mit der Ausrichtung von Mainz bleibt Mainz – und einer des Zweierteams ist niemand anderes als Timo Rieth, selbst Fastnachter und Komiteemitglied beim MCV. Fastnachtskompetenz im Zweiten – das lässt hoffen!

Info auf Mainz&: Wie die Fernsehsitzung wird, lest Ihr hier bei Mainz& am 27. Februar. Mainz& ist nämlich live bei der Närrischen Generalprobe am Mittwoch vor Fastnacht dabei.

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein