Die Schiersteiner Brücke ist wieder offen, der Verkehr rollt, die Alternativrouten werden nicht mehr benötigt. Deshalb wird die neue Rheinfähre zwischen Budenheim und Walluf am kommenden Freitag eingestellt. Die Nachfrage sei stark gesunken, der Betrieb deshalb nicht mehr wirtschaftlich, teilte das Mainzer Verkehrsministerium mit. Statt bis zum 30. April, wie geplant, werde der Fährbetrieb deshalb jetzt schon eingestellt. Es ist nicht die einzige Konsequenz: Auch Direktzüge von Bad Kreuznach über Ingelheim nach Wiesbaden werden nach dem 30. April nicht mehr rollen.

Rheinfähre Budenheim und Zugverbindungen aus Rheinhessen werden eingestellt
Das war die Rheinfähre zwischen Budenheim und Walluf – Foto: hr

Die Grünen machten am Dienstag auf die Einstellung der eigens wegen der gesperrten Schiersteiner Brücke eingerichteten Direktverbindung aufmerksam – und bedauerten das: Die Züge seien eine attraktive, umweltfreundliche und zeitsparende Alternative für Pendler gewesen, die dauerhaft eingeführt werden solle, fand Grünen-Verkehrsexpertin Jutta Blatzheim-Roegler. Allerdings sei bei der Finanzierung der Bund in der Pflicht – und der komme „derzeit seiner Verpflichtung nicht nach, auskömmliche Mittel für den Nahverkehr zu Verfügung zu stellen.“ Der zuständige Aufgabenträger ZSPNV Süd könne das Angebot nicht weiter anbieten.

Allerdings gingen wohl eben auch auf dieser Stecke die Nutzer zurück – Rheinhessen fährt lieber wieder Auto, weil das einfach immer noch schneller geht. Auch bei der Rheinfähre waren die Nutzerzahlen von täglich bis zu 3000 (!) Pkw erst auf 700, dann auf 500 und schließlich noch auf einige wenige Autos gefallen. Und so naht das Ende dieser improvisierten Fährverbindung über den Rhein, die den Pendlern in Zeiten des Brückengaus viel Zeit und Nerven gespart hat – Danke dafür! Seid nicht allzu traurig, zwei weitere Fähren gibt es ja noch: die Fähre Ingelheim und die zwischen Bingen und Rüdesheim.

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Die Politik aber muss sich über die anhaltenden Blechlawinen nicht wundern: Solange der Nahverkehr unbequemer und langsamer ist, werden die Menschen weiter aufs Auto setzen. Wenn Ihr das ändern wollt – bitteschön: Nehmt Geld in die Hand und baut Busse und Bahnen aus! Und das war jetzt ein Kommentar 😉

4 KOMMENTARE

  1. Die Züge seien eine attraktive, umweltfreundliche und zeitsparende Alternative für Pendler gewesen, die dauerhaft eingeführt werden solle, fand Grünen-Verkehrsexpertin Jutta Blatzheim-Roegler.
    Toll, woher weiß das die Dame? Fährt sie täglich damit?

    Ganz klar ist doch, wenn die eingerichteten Direktverbindungen attraktiv gewesen wären, würden sie auch weiter genutzt.
    Zeitsparend war die Alternative als ganz offensichtlich nur solange die notwendigen durch die Politik vorzuhaltenden Verkehrsverbindungen nicht zur Verfügung standen.
    Was Frau Jutta Blatzheim-Roegler von sich gibt ist offensichtlich unwissendes Wolkenkuckucksheim.

  2. Wat?
    „Züge seien eine attraktive, umweltfreundliche und zeitsparende Alternative für Pendler“
    Anscheinend fährt die gute Dame „Bauernfänger“ nur mit einem gesponserten PKW eines großen Unternehmens (womöglich der DB?).

    Zu jedem Mist ohne Sinn und (Sach)Verstand seine Gülle ablassen.

  3. Lieber Kommentor,

    vermuten Sei lediglich, daß diese ÖPNV-Verbindungen nicht attriaktiv waren
    – ähnlich wie die Grüne Politikerin das Gegenteil vermutet –
    oder handelt es sich wenigstens bei Ihnen im gesichertes Wissen
    sei es aus eigener Erfahunr oder anderen verlässilichen Quelln ?

  4. Ein Bekannter muss jeden Morgen beruflich von Oppenheim nach Frankfurt, Hanauer Landstraße. Fahrzeit genau eineinhalb Stunden. Schön wärs. Leider kriegt er den empfohlenen Anschluss im Röm Theater FAST NIE! Weitere halbe Stunde Wartezeit. Insgesamt also 2 Stunden. Fast regelmäßig. Und reden wir gar nicht über die Rückfahrt von weiteren 2 Stunden. Und hin und zurück auch noch oft ohne Sitzplatz.

    DAS NENNE ICH ATTRAKTIVEN ÖPNV!
    Danke, Frau Grünen-Verkehrsexpertin Jutta Blatzheim-Roegler.
    Zeitsparend, bequem, gemütlich.
    In nur 2 Stunden für 50 km entspannt ankommen.
    Und entspannt wieder zurück.

    Besser als mit dem Auto 40 min lang Stress haben.

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