Boah, war das spannend, erst gegen 19.30 Uhr fiel die Entscheidung, wer kommende Woche um die Krone der Deutschen Weinkönigin kämpfen darf. Und diese sechs Gebietsweinköniginnen sind im Finale: Mosel, Nahe, Rheingau, Hessische Bergstraße, Franken und Württemberg. Nicht dabei: Rheinhessen. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr 200 Jahre Rheinhessen verpatzte Sabrina Becker ihren Auftritt auf der großen Bühne – eine große Enttäuschung für die 25 Jahre alte Winzerin aus Spiesheim. Dabei kann die deutlich mehr, doch wie sagte die Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts, Monika Reule, so treffend: „Heute war wirklich die Tagesform entscheidend.“

Rheingau & Nahe kämpfen um die Krone der Deutschen Weinkönigin - Rheinhessen nicht im Finale
Das sind die sechs Finalistinnen für die Wahl der deutschen Weinkönigin 2016 – Foto: gik

So war es – und da hatten einfach andere die Nase vorn. In der Rheingoldhalle vor mehr als 1.000 Besuchern entschieden Auftreten, Nervosität, Spontanität und Charme, wer ins Finale einziehen durfte. Ganz vorne stand am Samstag beim sogenannten Vorentscheid aber das Fachwissen: Da galt es zu erklären, wie Perlwein gemacht wird, was ein Betonei ist, was Primäraromen sind oder was der Unterschied zwischen Eiswein und Trockenbeerenauslese ist. Die Fragen stellte eine Masterjury von Weinexperten, und die hakte durchaus auch nach, wenn die Antwort zu dünn ausfiel.

Auch die 70-köpfige Jury aus Politik, Medien und Weinwelt schaute ganz genau hin, schließlich gilt es die Botschafterin auszuwählen, die im kommenden Jahr auf rund 200 Terminen deutsche Weine im In- und Ausland vertritt. Die Deutsche Weinkönigin ist unser Aushängeschild für deutschen Wein, sie muss erklären können, aber auch unterhalten, Weinwissen vermitteln, aber auch Lust machen auf deutsche Weine. Hohe Anforderungen also – und da fiel doch so manche, die im Vorfeld gehandelt wurde, auf der Bühne symbolisch gesehen herunter.

- Werbung -
Werben auf Mainz&

Das galt etwa für die Kandidatin vom Mittelrhein, Sarah Hulten, aber auch die Sächsische Weinkönigin Daniela Undeutsch, beide legten fachlich einfach ganz dünne Auftritte hin – zu wenig für eine Deutsche Weinkönigin. Andere glänzten dafür, allen voran Anja Antes von der Hessischen Bergstraße: Die Rebzüchterin legte einen ganz starken inhaltlichen Auftritt hin und bestach auch noch durch passables Englisch – eine große Schwachstelle bei den meisten an diesem Abend. Auch Louisa Follrich aus dem Rheingau bezirzte durch ihren britischen Akzent und legte auch sonst einen ganz starken Auftritt hin.

Rheingau & Nahe kämpfen um die Krone der Deutschen Weinkönigin - Rheinhessen nicht im Finale
Da waren es noch 13: Die Kandidatinnen zur Wahl der Deutschen Weinkönigin zu Beginn des Vorentscheids mit Moderator Holger Wienpahl – Foto: DWI/Annika Stehle

Zu den Favoritinnen dürfte aber Lena Endesfelder von der Mosel gehören – die Winzerin aus Mehring bezauberte durch charmant verpacktes Fachwissen, das wird kommende Woche ganz spannend… Ebenfalls im Finale: Mara Walz aus Württemberg, Christina Schneider aus Franken und Clarissa Peitz von der Nahe. Einen rabenschwarzen Tag hingegen erwischte die Rheinhessin Sabrina Becker: Das Weinwissen zu Winzergenossenschaften rutschte nicht, dann kam die 25-Jährige nicht mehr richtig ins Spiel, der Auftritt blieb blass – am Ende war die Enttäuschung groß. Doch Becker bleibt, ein fantastisches Jahr als rheinhessische Weinkönigin hingelegt zu haben, vielleicht fehlte nach dem intensiven jahr auch einfach die Kraft.

Die kurzweilige, von Holger Wienpahl moderierte Sendung, bot indes durchaus verschiedene Möglichkeiten, die eigenen Stärken auszuspielen: Beim „Weinquicki“ galt es möglichst viele Begriffe zu einem Weinwort zu nennen, bei den Weinnachrichten den Fehler zu finden. Louisa Follrich spielte sich da in die Herzen der 70-köpfigen Jury, nachdem die Rheingauerin zuvor einen einwandfreien Fachauftritt abgeliefert hatte. „Es war eine so tolle und starke Gruppe“, schwärmte Follrich hinterher, „man konnte überhaupt nicht sicher sein, im Finale zu sein.“ Am Ende war es „ganz knapp, aber eindeutig“, wie Reule verriet.

Info& auf Mainz&: Wer die 68. Deutsche Weinkönigin und Nachfolgerin von Josefine Schlumberger wird, entscheidet sich am Freitag, den 30. September, in der live vom Südwest-Fernsehen übertragenen Wahlgala gegen 22.00 Uhr. Mehr zur Deutschen Weinkönigin und den Kandidatinnen lest Ihr in diesem Mainz&-Artikel und auf www.deutscheweinkoenigin.de.

 

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein