Kaum ist der Weinjahrgang 2013 auf dem Tisch, drehen sich die Gedanken der Winzer schon um den nächsten Jahrgang: Wie wird wohl der Jahrgang 2014? Das kann natürlich keiner jetzt schon sagen, aber die Natur hat den Weg des künftigen Weins ja mit allerlei Hinweisen gesät: Wie lange dauert der Winter? Gibt es im Frühjahr noch mal Nachtfröste? Und vor allem: Wann beginnt die Blüte?

Weinberge im Frühjahr
Rheinhessische Weinberge im Frühjahr – Foto: Rheinhessenwein

Klar ist nach diesem außergewöhnlich milden Winter: Es gibt eine frühe Blüte. Aber ist das nun gut oder schlecht für den Wein? Das kann man so pauschal noch nicht sagen, zu viel hängt von der Wetterentwicklung im Rest des Jahres ab. 2013 hatte zum Beispiel einen total durchwachsenden Sommer ohne längere Schönwetterperioden. Als dann im Herbst auch noch Regen dazu kam, war er da, der „Winzerjahrgang“. Will sagen: ein schwieriger Jahrgang mit viel Säure und versteckten Potenzialen.

Beim rheinhessischen Weinwirtschaftsrat – einer Art Beirat der Weinwirtschaft – nennen sie das : „saftig, ungemeine Frische, ein Jahrgang, der richtig Spaß macht.“ Die Jungs müssen ja auch für ihren Jahrgang trommeln 😉

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Damit soll nicht gesagt sein, dass der Weinjahrgang 2013 ins Wasser gefallen wäre: Auch aus 2013 gibt es tolle Weine, die mit viel Mineralik im Glase glänzen. Die Aromatik der Weine bleibt in einem solchen Jahr eher den kühlen Noten vorbehalten: Grasnoten, Duft nach frischen Wiesenblumen und vor allem Citrusfrüchten.

Heißer Sommer = wenig Säure

Genau das Gegenteil hatten wir im Jahrhundertsommer 2003: Als ganz Deutschland schwitzte, schwitzten auch die Reben – und zwar alle Säurewerte aus. Heraus kamen Weine mit enorm viel Süße und schweren Aromen, dafür litten viele Weißweine unter zu wenig Säure – und unter mangelndem Lagerpotenzial, denn wenn Weine altern sollen, brauchen sei ein gewisses Maß an Säure.

Rebentwicklung
Die Blüte, die Blüte und noch mal die Blüte – darauf kommt’s jetzt an. – Foto: Rheinhessenwein

Aber zurück zum Weinjahrgang 2014: Des Winzers größte Furcht im Frühjahr sind nämlich Nachtfröste zur Blütezeit. Gerade erst, in der Nacht zum 3. Mai, drohten plötzlich Minusgrade, in einzelnen Gemarkungen kam es sogar an Schäden in Weinbergen. Ein Grad Celsus niedriger, und es wäre wie 2012 zu flächendeckenden Frostschäden gekommen…. Entwarnung in Sachen Frost gibt’s übrigens erst Mitte Mai – nach den Eisheiligen.

Die Weinernte 2013 in Rheinhessen lag übrigens mit 2,53 Millionen Hektolitern im langjährigen Mittel. Das freut die Winzer, weil nämlich auch die Nachfrage steigt: Der Handel mit deutschen Weinen in Deutschland legte 2013 um acht Prozent zu – ein deutliches Plus. Rheinhessen, das größte Weinanbaugebiet in Deutschland, hält auf dem deutschen Markt einen Anteil von 30 Prozent, genau so viel wie die Pfalz.

Export schwächelt, Wert stabil

International ist die Bilanz nicht so rosig: Zwar stieg der Wert der verkauften Weine weiter an, die Menge der ausgeführten Weine aber sank. Wichtigster Markt für die rheinhessischen Winzer sind weiter die USA, die 2013 insgesamt 55.600 Hektoliter Weine mit einem Wert von rund 18,5 Millionen Euro importierten. Praktisch genauso wichtig sind die Niederlande, in die rund 93.700 Heltoliter flossen, allerdings nur mit einem Wert von rund 18,1 Millionen Euro – es floss also mehr Billigware nach Holland.

Landschaft im Frühling
Typisch Rheinhessen – Foto: Rheinhessenwein

Übrigens exportieren die rheinhessischen Winzer ihre Weine in 20 Länder weltweit, darunter auch Mexiko, Polen, Irland und Estland. Insgesamt seinen wohl mehr als 40 Millionen Liter Wein ins Ausland gegangen, hieß es beim Weinwirtschaftsrat – und 90 Prozent aller deutschen Weine im Ausland kommen aus Rheinland-Pfalz.

Die wichtigste Rolle bei den Weißweinen spielt weiter der Riesling mit 4.267 Hektar, dicht gefolgt vom Müller-Thurgau mit 4.241 Hektar Rebflächen. Auf Platz drei folgt der Silvaner mit stattlichen 2.371 Hektar Rebflächen – und dem hat die Gebietsweinwerbung das Jahr 2014 gewidmet. Mehr dazu demnächst auf Mainz&!

Info& auf Mainz&: Mehr Informationen rund um den Wein aus Rheinhessen gibt es hier: www.rheinhessenwein.de. Unter dem Menüpunkt „Wein“ findet Ihr Weinfakten, Infos zu Rebsorten und Jahrgängen  und vieles mehr.

1 KOMMENTAR

  1. Ja das erfüllt einen Rheinhessen mit Stolz !

    Bin gerade in Annaberg und Chemnitz (Wasserschloß Klaffenbach)
    und was find ich auf der Karte: Weine aus Gau-Algesheim.
    Trink aber nicht nur den, sondern einen Traminer
    aus dem Anbaugebiet Saale-Unstrut. Sehr edel und ganz fein.
    (Den gibts in dem süßen kleinen Hotelchen „Café Lehmann“
    im grünen Chemnitzer Süden.

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