Die Professionalisierung der Mainzer Straßenfastnacht schreitet voran: Der Rosenmontagszug hat künftig einen hauptamtlichen Organisator, das teilte der Mainzer Carnevals-Verein (MCV) am Freitag mit. Der Rosenmontagszug in Mainz gehört ja zu den größten der Republik, die Arbeiten rund um den Zug sind in den vergangenen Jahren immer aufwändiger geworden – Stichwort Sicherheit und Haftung. Deshalb bekommt der Zuuch nun einen temporären hauptamtlichen Organisationsleiter – Kay Uwe Schreiber, bisher Zugmarschall des Rosenmontagszuges.

Rosenmontagszug bekommt hauptamtlichen Organisator
Der Mainzer Rosenmontagszug mit den Fahnen des MCV – Foto: gik

Damit ist einerseits Kontinuität durch einen erfahrenen Mann gewährleistet, andererseits bekommt Schreiber nun einfach mehr Zeit und Möglichkeiten, die Aufgabe zu stemmen. Denn was einst Ady Schmelz, der langjährige legendäre Zugmarschall noch mit bunten Karteikarten in seinem Arbeitszimmer stemmte, ist längst eine zeitraubende Fulltime-Angelegenheit geworden. Die Zusammenarbeit mit Behörden und Ämtern sowie die zunehmenden Sicherheitsauflagen und -anforderungen seien „im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit kaum mehr zu stemmen“, heißt es vom MCV.

Schreiber soll deshalb nun in seiner neuen Funktion die notwendigen Ablaufpläne erstellen, die Organisation soweit möglich übernehmen, aber diese auch dokumentieren. Schließlich soll Schreiber auch eine Software implementieren, mit der sich künftig die Zugteilnehmer auf einer Online-Plattform anmelden können – moderne Zeiten im MCV 😉 Schreiber soll das neue Amt zunächst für ein Jahr ausüben, danach soll „Bilanz gezogen und dann neu entschieden werden, wie die Aufgaben der Zugleitung künftig umgesetzt werden können“, sagte MCV-Vorstandsmitglied Jürgen Schmidt.

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Rosenmontagszug bekommt hauptamtlichen Organisator
Gehört auch zur Organisation: Fastnachtsbecher und Co. – Foto: gik

Der MCV stellt übrigens schon seit 1838 das Organisationskomitee für die Durchführung und Organisation der Straßenfastnacht samt Rosenmontagszug. Bis jetzt wurde die Arbeit ausschließlich von ehrenamtlichen Mitgliedern des MCV durchgeführt. Die vorbereitende Arbeit der 27-köpfigen Zugleitung für einen Rosenmontagszug dauert rund sechs Monate. Die Zugleitung wählte am Freitag einstimmig Claus Aulenbacher zum neuen Sprecher und Markus Perabo zu seinem Stellvertreter.

Die Zugleitung erstellt Termin- und Etatpläne, lädt Vereine und Gruppen zur Teilnahme ein, sichtet eingegangene Bewerbungen für die Zugteilnahme und schließt die notwendigen Verträge ab. Nach Eingang der Bewerbungen für eine Zugteilnahme legt die Zugleitung die Reihenfolge der einzelnen Zugelemente fest, die Anfang Januar bekannt gegeben wird. Teilnehmende Fahrzeuge wie Motivwagen und Zugfahrzeuge werden danach vom TÜV Rheinland geprüft und freigegeben. Die Planung für die närrischen Motivwagen beginnt dann ab dem 11.11., es werden Themen gesichtet und diskutiert und schließlich ab Weihnachten gebaut.

Die Zugleitung sorgt außerdem für die Einhaltung rechtlicher Vorschriften zum Rosenmontagszug: Haftpflichtversicherung für die MCV-Teilnehmer werden abgeschlossen, Termin-und Einsatzpläne erstellt und neben vielen anderen Dingen auch musikalische Beiträge bei der GEMA gemeldet. Ziemlicher Aufwand das…

Info& auf Mainz&: Mehr zum Mainzer Carnevals-Verein findet Ihr auf dessen Homepage, genau hier.

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