Angesichts der Welle von Gewalttaten in Deutschland verstärken die Organisatoren der Mainzer Sommerlichter die Sicherheitsvorkehrungen: „Das Sicherheitskonzept wurde verschärft“, sagte Philipp Meier vom Mainzplus Citymarketing am Freitag Mainz&: So gilt für das Nena-Konzert am Freitagabend ein Rucksackverbot: Es werde Einlasskontrollen für den Jockel-Fuchs-Platz vor dem Rathaus geben, sagte Meier. Besucher mit Rucksäcken und großen Taschen könnten nicht auf den Platz gelassen werden. Die Polizei verstärkt ihre Präsenz auf dem Fest, es werde zusätzlich Bereitschaftspolizei unterwegs sein.

Rucksackverbot bei Nena-Konzert - Mainzer Sommerlichter mit verstärkter Sicherheit
Strengere Sicherheitsvorkehrungen für Open-Air Konzerte: Heute Sbend bei Nena gilt Rucksackverbot – Foto: gik

Der Hintergrund: Immer wieder transportieren Attentäter wie zuletzt in München und Ansbach Waffen und Bomben in Rucksäcken. Für den engen Platz vor dem Rathaus, auf dem heute Abend Nena ein Gratis-Konzert gibt, habe man sich deshalb für ein Verbot größerer Taschen entschieden, sagte Meier. Für das Rheinufer gelte das Verbot allerdings nicht: Dort wird das Konzert auf eine große LED-Leinwand übertragen.

„Das Thema Sicherheit spielt natürlich zurzeit eine besonders große Rolle“, sagte Meier weiter. Nach den Anschlägen sei das ohnehin umfangreiche Sicherheitskonzept noch einmal verschärft und zusätzliches Sicherheitspersonal engagiert worden. „Wir sind gut vorbereitet, damit die Leute mit gutem Gewissen auf die Veranstaltung gehen können“, sagte Meier. Eine hundertprozentige Sicherheit könne es nicht geben, „aber wir versuchen, mit allen Kräften vorbereitet und für unterschiedliche Lagen gewappnet zu sein“, fügte er hinzu.

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Rucksackverbot bei Nena-Konzert - Mainzer Sommerlichter mit verstärkter Sicherheit
Wie hier an fastnacht werden auch bei den Mainzer Sommerlichtern verstärkt Polizeikräfte im Einsatz sein – Foto: Polizei Mainz

„Wir setzen verstärkt Polizei ein und versehen gerade Festivitäten verstärkt mit Einsatzpräsenz“, sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Freitag auf einer Veranstaltung Mainz&: „Wir stellen uns auf neue Herausforderungsmuster ein.“ So würden die Ereignisse in Bayern detailliert ausgewertet. Gerade der Amoklauf in München habe aber auch gezeigt, dass die Polizei in Deutschland gut aufgestellt ist, betont Lewentz: „Die kann das.“ Auch in Rheinland-Pfalz seien die Einsatzkräfte für Amokläufe gerüstet.

„Wir sind schon lange in einem gewissen Alarmmodus“, sagte der Innenminister weiter. Seit dem Attentat auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo sei das Sicherheitskonzept des Landes überarbeitet und angepasst worden. „Wir sind seit Beginn 2015 in einer ganz anderen Verhaltenssituation als vorher“, sagte Lewentz. „Ich bin fest überzeugt, dass die rheinland-pfälzische Polizei zur Bewältigung von Amoklagen und Terror sehr gut vorbereitet ist“, fügte er hinzu.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht das anders: Es fehle im Land an Personal und technischer Ausrüstung, sagte der Landeschef der GdP, Ernst Scharbach dem Südwestfunk (SWR). Die Einsatzleittechnik sei veraltet, die eigenen Polizeifahrzeuge könnten nicht per GPRS geortet werden und für jeden einzelnen Sonderfall müsse Personal von seinen eigentlichen Tätigkeiten abgezogen werden. Von einer Flut an Notrufen wie in München könne man im Land mangels Personal und Technik nicht einmal einen Bruchteil abarbeiten, warnte Scharbach im SWR.

Lewentz wies die Kritik zurück: Die Polizeiausstattung werde fortlaufend modernisiert, auch ohne GPRS sei es sehr wohl möglich, die Polizeifahrzeuge zu orten. „Wir sind modern und gut ausgestattet und können auch mit Herausforderungen wie München umgehen“, sagte Lewentz. Der Minister kündigte an, die Streifenwagen der Polizei nun zusätzlich mit Schutzwesten und Helmen auszurüsten, damit Polizisten auch gegen schwere Waffen wie Maschinengewehre geschützt seien. Wichtig sei aber auch, dass die Bevölkerung wachsam sei und ungewöhnliche Vorkommnisse schnell melde, fügte der Minister hinzu.

Info& auf Mainz&: Lasst bitte heute Abend Eure Rucksäcke einfach mal zuhause, wenn  Ihr zum Konzert geht! Und bitte keine Rucksäcke oder Taschen oder Koffer unbeaufsichtigt stehen lassen – das kommt derzeit überhaupt nicht gut an und löst sofort einen großen Polizeieinsatz aus! Einfach mal ein bisschen die Augen offenhalten, und wenn Euch etwas seltsam vorkommt, bitte die Polizisten in Eurer Nähe drauf aufmerksam machen!

Ansonsten aber gilt: Lasst Euch nicht bange machen und geht feiern! Wenn wir uns von den Verwirrten Angst einjagen lassen und unser Leben ändern, dann haben die Terroristen schon gewonnen! Im Zweifelsfall bitte einfach den Notruf 110 oder 112 wählen! Und ladet Euch ruhig mal die Katastrophenwarn-App Katwarn herunter – dort warnen die Behörden bei Gefahrenlagen. Wie es geht, steht hier.

1 KOMMENTAR

  1. Sicherheitskonzept beim Nenakonzert am Freitag war sehr fragwürdig, junge Damen mit grossen Taschen und kleinen Rucksäcken wurden eingelassen und die Taschen wurden nicht wirklich kontrolliert, kurzer Blick genügte und Aussagen wie :das brauche ich aber alles – waren okay! So fühlten wir uns doch sehr überrascht, wir wurden nämlich nicht eingelassen weil ich einen leeren! Ministadtrucksack dabei hatte, Diskussion zwecklos! Das Alter war wohl ein entscheidender Faktor, denn anderen Älteren Menschen ging es genauso, Jugend mit grossen Taschen wurden eingelassen, bei Älteren wurde rigoros aussortiert!!!! Wenn Kontrolle, dann aber bitte richtig, oder?

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