Tag 2 des Brückendesasters, Tag 2 des Verkehrschaoses: Die Sperrung der Schiersteiner Brücke sorgt weiter für viel Ärger und Stau in Mainz. Am Morgen stauten sich die Fahrzeuge erneut in der Mainzer Innenstadt und ebenso auf dem Autobahnring. Es war ein bisschen besser – aber ein bisschen reicht bei 80.000 Fahrzeugen eben einfach nicht. Und so lautet der eindringliche Appell der Polizei: Lasst das Auto stehen! Mainz sucht nach Strategien aus dem Verkehrschaos….

Schiersteiner Brücke, Tag 2: Mainz sucht die Auto-Alternative
Straßenbahn, Bahn, Bus – Mainz sucht die Auto-Alternative – Foto: gik

„Unsere Strategie ist, den Leuten zu raten: Fahrt rechtzeitig zur Arbeit, meidet die Theodor-Heuss-Brücke und steigt auf den Öffentlichen Nahverkehr um“, sagte der Mainzer Polizeisprecher Peter Metzdorf. Das ist leichter gesagt als getan: Am Morgen musste erst mal der Mainzer Hauptbahnhof für zwei Stunden lahm gelegt werden – jemand geriet auf die Gleise. Ganz bitter.

In der Innenstadt stauten sich die Fahrzeuge erneut rund um die Theodor-Heuss-Brücke, und die Polizei fleht richtiggehend: Meidet die Theodor-Heuss-Brücke, bitte!!! Aber welche Alternativen gibt es denn? Die Weisenauer Brücke bekommt gerade richtig viel Verkehr ab, offenbar sind viele am Donnerstag über Weisenau ausgewichen. Ideal ist das natürlich nicht – am Morgen soll der Stau auf dem Mainzer Ring von Heidesheim bis hinter die Weisenauer Brücke gereicht haben…

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Trotzdem war die Situation laut Polizei aber schon ein bisschen besser: „Die Leute sind wohl früher zur Arbeit gefahren, manche vielleicht auch gar nicht“, sagte Metzdorf Mainz&. Und, seufzen sie bei der Mainzer Polizei, die Sperrung der Schiersteiner könne man ja nicht rückgängig machen, da bleibe nur, den Leuten zu raten: Sucht Euch Alternativen!

Schiersteiner Brücke, Tag 2: Mainz sucht die Auto-Alternative
Stau auf der Brücke von Kastel nach Mainz – Foto: S. Babst

Die bieten tatsächlich die Fähren im Norden und Süden von Mainz an, denn die haben ihren Betrieb stark ausgeweitet. Die Fähre Bingen – Rüdesheim fährt nun mit zwei Fähren und bis 24.00 Uhr, die Fähre Ingelheim beginnt schon um 5.30 Uhr mit dem Betrieb und läuft bis 21.30 Uhr. Auch in Nierstein waren zeitweise zwei Fährschiffe im Einsatz. Nun wird über weitere Fährschiffe zur Verstärkung nachgedacht – und über eine zusätzliche Rheinquerung zwischen Budenheim und Niederwalluf. Wer hätte das gedacht.

Bei der Stadt Mainz hieß es, man arbeite „mit Hochdruck an weiteren Maßnahmen, die einen Beitrag zur Entspannung der Situation leisten können.“ Man habe Kontakt mit dem RMV (Rhein-Main) und dem RNN (Rhein-Nahe), eine Verbesserung durch mehr Züge wird es aber frühestens Anfang kommender Woche geben. Man erarbeite „ein Maßnahmenkonzept für lokale und überregionale Verkehrsführungen“, hieß es weiter, und wir sind schon sehr gespannt, wie das aussehen kann.

Momentan herrscht in den zuständigen Behörden nämlich vor allem eines: Ratlosigkeit. Wie stark die Brücke beschädigt ist, will zurzeit keiner sagen. Aber aus dem Verkehrsministerium hieß es am Donnerstag: die Ursachenforschung läuft, die Statiker rechnen. Au wei, das klingt nicht gut.

Schiersteiner Brücke, Tag 2: Mainz sucht die Auto-Alternative
Hier geht nix mehr: Die Schiersteiner Brücke mit dem Riss direkt neben der Wendeltreppe – Foto: gik

Ein bisschen Entlastung soll es kommende Woche geben, dann sollen die Auffahrten Gonsenheim und Mombach auf der A643 wieder  geöffnet werden. Das soll so geschehene: Die jetzige Abfahrt in Mombach von Richtung Bingen wird für zwei Spuren umgerüstet, so dass man hier auf- und abfahren kann. Die auffahrenden Autos werden dann auf die rechte Fahrspur Richtung Bingen geleitet.

So will man den Pendlern in den Mainzer Norden helfen, aber vor allem die Lkws besser aus der Stadt heraus halten. Denn derzeit quälen sich die Trucks zu Nestlé, Schott und den anderen Industriebetrieben durch die Innenstadt – verkehrspolitischer Unsinn. Auch berichtete Mainz&-Leser, dass die schweren Geräte sogar über die Theodor-Heuss-Brücke fuhren – was sie nicht dürfen.

Bei der Polizei hieß es, ja, man habe Lastwagen aufhalten und in Richtung Wiesenauer Brücke schicken müssen. Wäre ja noch der Gag obendrauf, wenn jetzt noch die Theodor-Heuss-Brücke in die Knie ginge…

Die Mainzer Verkehrsbetriebe haben unterdessen die Buslinien 45 und 47 umstrukturiert, weil die ja nicht mehr über die Schiersteiner Brücke können. Die Linie 47 hat jetzt einen Sonderfahrplan und bindet außerdem Gonsenheim an den Bahnhof Mainz-Nord an – dann könnt Ihr hier in die S-Bahn nach Wiesbaden hüpfen. Verstärkt wird außerdem die Linie 9, vorwiegend mit Gelenkbussen.

Immerhin: die Stadt Mainz kündigte an, nicht unbedingt nötige Baustellen aufzuschieben. Und die Saarstraße soll kommende Woche nicht – wie geplant – auf eine Spur verengt werden, das war nämlich der Plan wegen der Bauarbeiten zur Mainzelbahn. Nun bleibt die Saarstraße zweispurig, wenn auch die Fahrspuren enger werden.

Von der Schiersteiner Brücke selbst gibt es übrigens nichts Neues: Die Suche nach der Fehlerursache gehe weiter, hieß es im Verkehrsministerium, die Suche nach Lösungen auch – auch für den Fall einer langfristigen Sperrung.Und offenbar stehen die Zeichen weiter nicht auf schnelle Lösung..

Bleibt noch die Fastnacht, schließlich werden am Rosenmontag eine halbe Million Zuschauer in Mainz erwartet. Die würden aber ohnehin meist das Auto stehen lassen und mit der Bahn fahren, sagte Metzdorf: „Dem Rosenmontag sehen wir sehr gelassen entgegen.“

Info& auf Mainz&: Alle Verkehrsbetriebe informieren ausführlich über die Sperrung und Änderungen in den Fahnplänen. Hier die wichtigsten Links: www.mvg-mainz.de; www.rmv.de; www.rnn.info; www.vlexx.de und die Infoseite des Rheinland-Pfalz-Taktes www.der-takt.de

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