So langsam verscherzt es sich die Lokführergewerkschaft GDL ja wirklich mit den Menschen, jedenfalls versteht gerade keiner so richtig, warum schon wieder Streik ist, wir auch nicht 😉 Aber dass Streik ist, das solltet Ihr natürlich unbedingt erfahren, zumal mit Problemen schon am heutigen Mittwochmorgen zu rechnen ist.

Zug auf der Eisenbahnbrücke Nord - Foto: gik
Es fäkrt (k)ein Zug… – Foto: gik

Die GDL hat zu einem erneuten Bahnstreik Lokführer und Zugpersonal aufgerufen, und zwar von Mittwoch, 14.00 Uhr, bis Donnerstagfrüh 4.00 Uhr. Die Probleme fangen aber schon heute morgen an: Die Bahn startet nämlich schon heute mit einem Ersatzfahrplan im Fernverkehr, also für ICs, ECs und ICEs.

Die Bahn teilte mit, mit dem Ersatzfahrplan versuche man trotz des angekündigten bundesweiten Streiks so viele Reisende wie möglich ans Ziel zu bringen. Die geltenden Zugverbindungen könnt Ihr unter www.bahn.de abrufen.

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Im Übrigen gelten auch dieses Mal wieder Kulanzregeln: Fahrgäste, die wegen streikbedingter Zugausfälle, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht wie geplant durchführen können, können ihre Fahrkarte und Reservierung im DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen kostenlos erstatten lassen. Alternativ können Reisende den nächsten – auch höherwertigen – Zug nutzen, bei Sparpreis-Tickets ist auch die Zugbindung aufgehoben.

Leere Gleise und Bahnsteig Hauptbahnhof Mainz - Foto: gik
So leer wird’s wohl nicht beim aktuellen Bahnstreik – Foto: gik

Im Übrigen hat man bei der Bahn überhaupt kein Verständnis für den neuen Streik: „Die GDL sollte verhandeln statt streiken“, heißt es in einer Pressemitteilung. Angesichts der „Vielzahl an Angeboten und Vorschlägen“ von Seiten der Deutschen Bahn sei es „ein starkes Stück zu behaupten, die DB wolle nicht über Inhalte sprechen.“

Wenn die GDL es ernst meine mit ihrer Kompromissbereitschaft, dann solle sie doch bitte mit der Bahn reden. „Jetzt zu streiken, ist völlig unverständlich und bringt uns in der Sache nicht weiter“, heißt es. Da war aber jemand richtig wütend 😉

Die GDL sieht das Ganze naturgemäß anders: Die Bahn verweigere der GDL „immer noch inhaltliche Tarifverhandlungen für das Zugpersonal“, klagt die Gewerkschaft. Will sagen: Die Bahn akzeptiert die Gewerkschaft weiter nicht als Verhandlungspartner für das Zugpersonal. Lokführer ja, Zugpersonal nein, das ist hier die Konfliktlinie. Dahinter steckt ein Machtkampf auf Gewerkschaftsseite: Die GdL würde gerne auch für Nicht-Lokführer Tarifverhandlungen führen, die Bahn will das nicht – und spekuliert auf ein geplantes Gesetz zur Tarifeinheit.

„Die DB verlangt von uns tatsächlich, dass wir die Füße stillhalten, bis wir gesetzlich abgeschafft werden“, wettert GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky. Das Zugpersonal brauche aber „dringend bessere Entgelt- und Arbeitszeitregelungen“, deshalb werde die GDL weiter kämpfen.

Anzeigetafel Hauptbahnhof Mainz - Foto: gik
Bitte achten Sie auf Anzeigetafeln und Durchsagen… – Foto: gik

Die Bahn habe nämlich bisher lediglich den Lokführern zwei Prozent mehr Lohn geboten. Zugbegleiter, Lokrangierführer, Bordgastronomen, Ausbilder, und Trainer „sollen ebenso fallen gelassen werden, wie alle tariflichen Forderungen der GDL“, kritisiert Weselsky. Höre man jetzt auf, werde es keine Überstundenbegrenzung, keine Arbeitszeitverkürzung, überhaupt keine Verbesserungen bei den Arbeitszeitregelungen, keine Mitarbeiterbeteiligung und auch keinen Beschäftigungsschutz geben.

„Es wird Zeit, dass die DB die Fakten akzeptiert und mit der GDL endlich die Tarifverhandlungen für das Zugpersonal aufnimmt“, heißt es weiter. Die GDL habe nämlich mit 51 Prozent die Mehrheit der Beschäftigten auf ihrer Seite. Da seht Ihr mal, wie knapp das so ist 😉 Die GDL habe von ihren Mitgliedern den Auftrag, für sie Tarifverträge zu schließen, „und dem werden wir nachkommen.“

Na, das kann in den kommenden Wochen ja heiter werden.

Info& auf Mainz&: Alle Infos rund um den Streik auf www.bahn.de, fürs Rhein-Main-Gebiet auch auf www.rmv.de Kommt gut und sicher an!

 

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