Sondersoli für Flughafen Berlin? April, April!
Groß BER, ganz klein: April, April – Internetseite zum Aprilscherz Sondersoli Berlin – Foto: gik

Die News kam wie eine ganz normale Nachricht daher: „Das Bundeskabinett hat gestern Abend beschlossen, einen Sondersoli für den Berliner Flughafen einzuführen“, hieß es beim Radiosender SWR3 am Vormittag, und das war im ganz normalen Nachrichtenton vorgetragen, mit dem Zusatz: „SWR3-Land ist in Aufruhr!“ Das wäre es sicher auch gewesen, wenn da nicht die Sprecherin ein leises Glucksen hätte unterdrücken müssen – und der Merkel-Podcast direkt hinterher gekommen wäre. Klarer Fall: die Meldung war ein Aprilscherz, und das nicht nur bei SWR3.

Auch der rheinland-pfälzische Radiosender RPR1 sowie der Jugendsender bigFM verbreiteten dieselbe Nachricht. „Da alle Reserven ausgereizt sind und keine weiteren öffentlichen Mittel zur Verfügung stehen, würde der Flughafen Berlin-Brandenburg – kurz BER – ohne zusätzliches Geld als ‚unfertiges Mahnmal‘ stehen bleiben“, hießt es weiter. Als Rettung müsse nun jeder Deutsche ab dem 1. Juli 2014 ein Jahr lang jeden Monat einen Euro Sondersoli zahlen. Das Geld werde vom Gehalt oder den monatlichen Leistungen automatisch abgezogen.

Wir müssen ja zugeben: der Fake war gut gemacht! Sogar eine eigens eingerichtete Webseite mit der Adresse www.soli-ber.de gab es.  Und darauf erfuhr man ab dem Mittag: das Ganze ist ein Aprilscherz. 33 Radiosender hatten sich bundesweit zusammen getan, um diese Meldung zu verbreiten – eine beeindruckend konzertierte Aktion! Denn so wurde es für die Hörer zusätzlich erschwert, den Soli als Scherz zu erkennen.

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„Nein, liebe Radiohörer, Sie müssen kein zusätzliches Geld für den Flughafen bezahlen“, klärten die Macher dann auf der Homepage auf. Man habe aber mit der Aktion „auch humorvoll und aufmerksamkeitsstark den Finger in die Wunde gelegt“, hieß es weiter. Wie wahr! Der gelungene Scherz zeigte ja auch: beim Berliner Flughafen hält man inzwischen ja alles für möglich… was da Satire ist und was Realität, wird immer schwerer zu erkennen.

SWR3 hatte den Scherz sogar noch weiter getrieben und verkündet, es gebe Ausnahmen für Menschen mit Flugangst sowie für Asylbewerber, Azubis und Empfänger von Arbeitslosengeld. Und der Sender hatte auf seiner Homepage sogar über den Sondersoli abstimmen lassen – und da gaben sogar 9 Prozent an, den Soli zahlen zu wollen – „Hauptsache Deutschland kommt endlich aus den peinlichen Schlagzeilen heraus.“ Es gibt also nichts, was es nicht gibt….

In Hessen übrigens gab es noch einen anderen Aprilscherz: Radio FFH meldete dort, der US-Geheimdienst NSA suche Übersetzer „Hessisch/Deutsch“ 😉 Gesucht würden Übersetzer für Telefonate, die mit hessischem Akzent gesprochen würden, meldete FFH. Der Radiosender hatte extra dazu auch noch Stellen-Anzeigen in allen hessischen Tageszeitungen geschaltet, im eigenen Programm lief ein Werbespot, und natürlich durfte auch hier nicht die Internetseite (nsa-hessen.de) fehlen. An der Extra-Hotline beantwortete dann der fiktive „NSA-Mitarbeiter James Cutter“ Fragen und führte sogar Bewerbungsgespräche…

Hinter James Cutter verbarg sich aber natürlich ein FFH-Moderator – Johannes Scherer -, der sich freute, dass viele Hessen angerufen und mitgespielt hätten: „Wir haben viele hessische Begriffe ins Amerikanische übersetzt. Es war ein riesiger Spaß“, sagte Scherer. Aufgeregt hätten sich nur wenige. Die meisten Hörer hätten lachend reagiert, etwa so: „Ahle Wurscht, Banatzel, Kolter – das würde wirklich kein US-Spion verstehen.“ Nun, dafür nehmen wir auch bei Mainz& einen Übersetzer…

 

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