Die Mainzer SPD zieht mit ihrer Fraktionschefin im Stadtrat in die Kommunalwahl 2019: Alexandra Gill-Gers soll die Sozialdemokraten als Spitzenkandidatin in die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führen. Der SPD-Parteivorstand nominierte diese Woche die 48 Jahre alte Weisenauer Lehrerin einstimmig für Platz eins der Stadtratsliste. Gill-Gers bringe alle Eigenschaften einer Kommunalpolitikerin mit, erklärte SPD-Parteichef Marc Bleicher: Sie habe engen Kontakt zu den Menschen, sei aber gleichzeitig durchsetzungsstark und fachkundig und könne widersprüchliche Interessen zusammenführen, lobte der Mainzer Parteichef. Nominiert werden soll Gill-Gers offiziell auf einem Parteitag im November, dann will die SPD auch die weitere Stadtratsliste aufstellen. An diesem Samstag lädt die SPD die Mainzer außerdem zu einem „Zukunftskongress“ zum Thema „Generationenfreundliche Stadt“ von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr im INNdependence Hotel in der Mainzer Oberstadt. Könnt Ihr noch schnell hingehen 😉

Mainzer SPD zieht mit Alexandra Gill-Gers als Spitzenkandidatin in die Kommunalwahl 2019 - Corinne Herbst Kandidatin für Europawahl
Die 48 Jahre alte Lehrerin Alexandra Gill-Gers soll Spitzenkandidatin der Mainzer SPD für die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 werden. – Foto: SPD Mainz

Alexandra Gill-Gers ist seit gut einem Jahr Vorsitzende der Stadtratsfraktion der Mainzer SPD, sie beerbte damals Eckart Lensch (SPD), der wiederum in Nachfolge von Kurt Merkator neuer Mainzer Sozialdezernent wurde. Die Haupt- und Realschullehrerin mit den Fächern Arbeitslehre, Politik und Wirtschaft ist seit 1988 Mitglied in der SPD und war schon in ihrer Studentinnenzeit an der Universität Mainz im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen sowie zwei Jahre als Sozialreferentin im Allgemeinen Studierendenausschuss aktiv. 1988/1989 war sie Bundesschülersprecherin, heute lebt sie in Mainz-Weisenau und ist Konrektorin einer Integrierten Gesamtschule in Wiesbaden-Biebrich. Schulsozialarbeit, Einrichtung weiterer Ganztagsschulen und Verbesserung der Radfahrsituation in Mainz gab sie einmal bei einer Vorstellung im SPD-Ortsverband Mainz-Weisenau als Ziele an.

In ihrem Jahr als Fraktionschefin im Mainzer Stadtrat hat sich Gill-Gers bereits Anerkennung und Respekt erworben. Gill-Gers habe „viel bewegt“, sie erkenne aktuelle Aufgaben und biete Wege zu Lösungen an, lobte SPD-Kreischef Marc Bleicher: „Sie ist fachkundig und durchsetzungsstark, gleichzeitig kann sie widerstreitende Interessen so zusammenführen, dass sich alle Beteiligten auf eine gemeinsame Linie verständigen können.“ Gill-Gers lege zudem Wert auf das persönliche Gespräch mit den Menschen, „sie hört zu, wägt ab und vertritt ihre sozialdemokratischen Positionen.“ Diese Eigenschaften prädestinierten sie als Kommunalpolitikerin, deshalb wolle die SPD auch mit ihr als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf ziehen.

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Mainzer SPD zieht mit Alexandra Gill-Gers als Spitzenkandidatin in die Kommunalwahl 2019 - Corinne Herbst Kandidatin für Europawahl
Die SPD Rheinhessen will das Thema bezahlbares Wohnen künftig stärker in Kooperation zwischen Stadt Mainz und den umliegenden Landkreisen angehen. – Foto: SPD Mainz

„Was in einer Stadt entschieden wird, hat für diejenigen, die dort leben und arbeiten, oft viel größere Auswirkungen als das, was im Land, im Bund oder in Europa entschieden wird“, sagte Gill-Gers selbst. Deshalb werbe sie dafür, sich auf kommunaler Ebene zu engagieren. „Es geht aber noch um mehr, viel mehr“, betonte die 48-Jährige: „Wir erleben gerade, wie der Rechtspopulismus auch in Deutschland an der Demokratie zerrt und die großartigen Chancen, die diese Staatsform bietet, zerstören will.“ Dem begegne man am besten, indem man sich auf die Seite der Demokratie stelle und mitarbeite. „Das geht nirgendwo so gut wie auf kommunaler Ebene“, fügte sie hinzu.

Gill-Gers muss nun noch von einem Parteitag offiziell nominiert werden, die SPD will das im November tun. Dann soll auch die übrige Stadtratsliste aufgestellt werden. Auch in den einzelnen Ortsteilen rüstet sich die SPD für die Wahl – am 26. Mai werden auch die Ortsvorsteher in den Mainzer Stadtteilen neu bestimmt. Für den Stadtteil Gonsenheim nominierte die Gonsenheimer SPD nun mit großer Mehrheit Jens Carstensen als Ortsvorsteher-Kandidat. Der Vorsitzende der AWO Rheinland sitzt bereits als Fraktionschef für die SPD im Gonsenheimer Ortsbeirat und soll nun CDU-Ortsvorsteherin Sabine Flegel herausfordern.

Bezahlbarer Wohnraum, Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, „und vor allem zuhören, was die Menschen in Gonsenheim bewegt“, nannte Carstensen laut Mitteilung der SPD Gonsenheim als seine Ziele. „Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem“, betonte Carstensen: „Ich möchte umsetzen.“ Als zentrales Anliegen nannte er zudem, dem Ortsbeirat mehr Mitsprache zu geben und ihn vor allem frühzeitig bei Beschlüssen im Stadtrat zu Interessen der Bürger in den Stadtteilen einzubinden.

Mainzer SPD zieht mit Alexandra Gill-Gers als Spitzenkandidatin in die Kommunalwahl 2019 - Corinne Herbst Kandidatin für Europawahl
Corinne Herbst ist die Kandidatin der SPD Rheinhessen für die Europawahl im Mai 2019. – Foto: SPD Mainz

In die Europawahl, die ebenfalls am 26. Mai 2019 stattfindet, schickt die SPD Rheinhessen die Mainzerin Corinne Herbst. Am 10. September wählte die SPD Rheinhessen die 45 Jahre alte Bildungsreferentin im SPD-Landesverband zu ihrer Kandidatin für die Europawahl. Geht es nach den Rheinhessen, soll Herbst am Ende auf Platz zwei der rheinland-pfälzischen Europaliste landen. Die geborene Mainzerin und „Wochenend-Wormserin“ bekannte, sie sei „Rheinhessin durch und durch“ und wolle Rheinhessen wieder zu mehr Gewicht in Europa verhelfen. „Ich bin aufgewachsen in dem Wissen: Europa ist gut für uns, das ist die richtige Idee“, sagte Herbst auf dem Parteitag. Der frühere französische Außenminister Robert Schumann, der sich stark für die deutsch-französische Freundschaft einsetzte, sei ihr Vorbild, sie wolle ihre „persönliche Begeisterung über Europa zu den Menschen tragen.“

Auf der Konferenz verabschiedete die SPD auch ein Strategiepapier für mehr Kooperation zwischen Stadt und Kreis in Mainz und Rheinhessen. Das Zauberwort laute Kooperation, betonte der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD), und die gebe es schon jetzt zwischen Stadt und Kreis Mainz-Bingen: „Wir arbeiten im Energiesektor zusammen, das ist nicht selbstverständlich“, betonte Ebling, auch das Fahrrad-Verleihsystem meinRad werde zusammen betrieben. Die wichtigste Aufgabe werde aber sein: „Schaffen wir Sicherheit, wenn es um das Thema Wohnen geht“, betonte Ebling. Auch ein Bauarbeiter in Nieder Olm könne dort inzwischen keine Wohnung mehr bezahlen. „Wir wollen sicher stellen, dass alle Instrumente scharf sind“, sagte Ebling, „wer sich auf die SPD verlässt, kann sich sicher sein, dass er künftig seine Wohnung, seine Miete bezahlen kann.“

Auch ein leistungsfähiges Glasfasernetz für die Gigabyte-Zukunft nannte Ebling als wichtiges Ziel für die SPD Rheinhessen. Eine Absage erteilte er allerdings einem großflächigen Ausbau von Straßen – derzeit streiten sich SPD und CDU um den Ausbau der Rheinhessenstraße. „Straßen ausbauen, das ist zu wenig als Antwort“, sagte Ebling, Mobilität müsse integriert gedacht werden. „Es darf nicht zur sozialen Frage werden, mit dem ÖPNV aus dem Umland nach Mainz zu fahren“, betonte der Oberbürgermeister.

Doch mit seiner Position erntete Ebling prompt Widerspruch aus der eigenen Partei: „Ich bin nicht der Auffassung, dass wir in fünf bis zehn Jahren autofreie Städte haben, wir müssen auch Straßen bauen“, mahnte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm, Ralf Spiegler. Auch der ÖPNV müsse zwischen Stadt und Landkreis vernetzt ausgebaut werden, „da sind wir nicht die vordersten der Bewegung“, sagte Spiegler. Auch bei der Wohnungsbaupolitik sah der Verbandsgemeindechef Nachholbedarf: „Die Preise, die in meiner Verbandsgemeinde auf dem freien Wohnungsmarkt gezahlt werden, sind beschämend“, räumte er offen ein. Eine weitere Genossin aus dem Rheinhessischen kritisierte, ihr fehle eine inhaltliche Auseinandersetzung auf breiter Parteibasis. Das Papier sei ihr zu wirtschaftslastig, „ich wünsche mir künftig vom Vorstand eine breitere Aufstellung an Themen“, fügte sie hinzu.

Info& auf Mainz&: Für den heutigen Samstag, den 22. September 2018, lädt die Mainzer SPD die Bürger zudem zu einem Zukunftskongress zum Thema „generationenfreundliche Stadt“ ein. „Wie soll das Mainz der Zukunft aussehen, damit alle Generationen dort gut und zufrieden leben können?“, fragt die SPD und: „Was erwarten wir von einer Stadt, in der sich junge Menschen, Familien und ältere Menschen gleichermaßen wohl fühlen sollen?“ Dazu will die SPD gerne die Antworten, Wünsche und Anregungen der Mainzer hören – loswerden könnt Ihr das von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr im Hotel INNdependence in der Gleiwitzer Straße in der Mainzer Oberstadt. Mehr Infos zur Mainzer SPD gibt es auf dieser Internetseite, die SPD Rheinhessen findet Ihr hier im Internet.

 

 

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