Die Stadt Mainz sieht momentan keinen Anlass, an ihrer Vergabe der Stände auf dem Weihnachtsmarkt etwas zu ändern. Die Neuvergabe sei „mehrfach und ausgiebigst“ kommuniziert, und auch in der Beschickerversammlung erörtert worden, sagte Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr am Mittwoch Mainz&: „Das ist nichts, was einen Beschicker jäh ereilt hat.“ Das dürften die Betroffenen anders sehen: Vergangene Woche hatten die Bescheide prompt Ärger ausgelöst.

Stadt bleibt bei Weihnachtsmarkt hart
Besinnliche Weihnacht? Das wird schwierig… – Foto: gik

Dass es eine Neuausschreibung gebe, sei seit Monaten bekannt, sagte Peterhanwahr, die Beschicker seien aufgefordert gewesen, die neuen Kriterien ernst zu nehmen, und ihre Bewerbung darauf auszurichten. „Der eine oder andere“ habe das offenkundig nicht getan. Bei der Vergabe seien dann zwei Drittel der alten Beschicker wieder zum Zuge gekommen: „Von 24 Traditionsbeschickern sind 16 dabei, acht nicht“, betonte Peterhanwahr. Und dabei habe die Stadt auch vor dem Weingut der Stadt Mainz nicht Halt gemacht.

In der Tat: Winzer Hans Willi Fleischer hatte Mainz& von der Ablehnung seines Glühweinstandes berichtet. Dem Weingut drohe dadurch nun ein Imageschaden, weil es jetzt heiße, der Glühwein des Weinguts sei wohl „nicht gut genug“. Richtig dramatisch sei aber die Ablehnung des Standes für die Partnerin, die den Stand managt: Der drohe nun der wirtschaftliche Ruin. Fleischer hatte weiter angekündigt, Protest gegen den Bescheid einzulegen.

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„Wir warten das jetzt erst mal ab“, hieß es von der Stadt, die Bewerber hätten bis Ende Juni Zeit für ihre Beschwerden. Offenbar will man es bei der Stadt aber sogar auf den Gang vor Gericht ankommen lassen: Vor Gericht werde sich dann ja entscheiden, ob das Verfahren nachvollziehbar und gerecht sei oder nicht.

Stadt bleibt bei Weihnachtsmarkt hart
Wer da wohl dieses Jahr wem heimleuchtet? – Foto: gik

Auch werde sich der künftige Wirtschaftsausschuss der Stadt sicher noch einmal mit den Kriterien befassen, doch bis der zusammentrete, das könne noch dauern. Tatsächlich muss sich erst einmal der neu gewählte Stadtrat konstituieren – also zum ersten Mal zusammen treten -, das ist für Mitte Juli geplant. Ob sich dann der neue Wirtschaftsausschuss noch vor den Ferien bildet, darf getrost bezweifelt werden.

Bleibt noch der Vorschlag der CDU, den Weihnachtsmarkt für dieses Jahr zu erweitern, um den abgelehnten Bewerbern zu helfen. „Wir wollen nicht ausbauen“, sagte Peterhanwahr, es gebe keinen Standplatz, der dazu kommen könne – was ja auch angesichts von Sicherheitsauflagen nicht so einfach sei. Stattdessen will die Stadt den abgelehnten Bewerbern offenbar einen Stand auf dem Bahnhofsvorplatz anbieten: „Das ist eine mögliche Offerte“, heißt es.

Mainz& ist da mal gespannt. Klingt irgendwie nicht so, als wäre das Thema schnell erledigt….

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