Fünf Stunden abrocken, Olé Fiesta auf dreckig hören und zwischendurch Schunkeln – die Stehung 2015 ist einfach Hammer! Das Fastnachts-Rock-Konzert wird dieses Jahr fünf Jahre alt, und eigentlich ist alles wie immer: Dieselben Mainzer Akteure, dieselben schrägen Bands, Fastnachtslieder in Hard-Rock-Versionen – doch Halt: Auf einmal war sogar bei der Stehung alles anders – als eine Kultfigur der Meenzer Fastnachts urplötzlich auf der Bühne stand. Zu später Stunden rockten dann noch 33 Hessen die Bühne – und brachten ein echt närrisches Liebespaar zum Schweben.

Man soll es ja nicht glauben, aber auch Altstars können so richtig nervös sein. Selbst wenn sie schon 72 Jahre alt sind und so viele Bühnenauftritte haben, dass man sie gar nicht mehr zählen kann. Um 22.11 Uhr jedenfalls brachten die Stehungs-Moderatoren Thomas Becker und Christoph Seib einen Rahmen und einen blauen Vorhang auf die Bühne, und kündigten den Überraschungsgast des Abends an. Große Spannung.

Stehung 2015: Fette Töne, Fastnachtsikone - und ein verliebtes Paar
Stehung 2015 – Vorhang auf für Margit Sponheimer – Foto: gik

Margit Sponheimer – und ein gigantischer Schrei

Und dann fiel der Vorhang, auf der Bühne stand niemand geringeres als Margit Sponheimer – und ein Riesenschrei schallte vom Saal in Richtung Bühne. Wirklich: Sie haben nicht gejubelt, sie haben nicht applaudiert – sie haben geschrien und gekrischen, als wäre gerade der größte aller Rockstars auf der Bühne erschienen. Und das waren zum Großteil junge Mädels und Jungens in den Teens, Meenzer also, die den Mainzer Gesangsstar in ihrer Mainz bleibt Mainz-Zeit ja nun wirklich nicht erlebt haben können.

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Doch wer da auf der Bühne stand, war Margit Sponheimer – und deren Zauber verfängt einfach immer noch. „Wähle 06131“, der Hit aus den späten 1960er (!) Jahren, der Saal sang ihn geschlossen mit. Und die Fans, sie trugen den Altstar der Mainzer Fastnacht förmlich auf Händen der Begeisterung. „Ich hatte solches Lampenfieber“, bekannte „es Margittche“, die Stehung, für sie eine völlig neue Erfahrung – und eine großartige.

Hommage an Toni Hämmerle

Stehung 2015: Fette Töne, Fastnachtsikone - und ein verliebtes Paar
Stehung 2015 – Margit Sponheimer in Aktion – Foto: gik

Ein Potpourri aus Hits des Komponisten Toni Hämmerle hatte die Sponheimer im Gepäck, sang auch eher unbekanntere Lieder wie „Enne Denne Dussmanee“ und „Schorsch, Ach Schorsch“. Toni Hämmerle wäre am 4. Dezember 2014 einhundert Jahre alt geworden, ein Komponist der Nachkriegszeit, der gefühlige Lieder wie „Gell, du hast mich gelle gern“ schrieb.

Und trotzdem, mitten in der Stehung im Jahr 2015, vor einem jungen Publikum, zündeten die alten Hits als wären sie brandneu. Wahnsinn. Wenn Ihr für heute Abend noch Stehungskarten habt – freut Euch! Denn dann könnt Ihr den Zauber der Fastnachts Grand Dame selbst erleben. So wie die Gewinner der Mainz&-Stehungs-Karten übrigens 😉

Türkischer Pop rockt auch

Aber natürlich war die Stehung noch viel mehr: Ernesto Negro und die geheilten Gänsjer sangen ein „Finther Lied“ und deckten auf, was Udo Jürgens einst an Fastnachtsliedern schrieb – na, Ihr wisst ja, dass in der Band Christian Schier steckt, und der hat den „Hähnchengrill“ erfunden 😉

Stehung 2015: Fette Töne, Fastnachtsikone - und ein verliebtes Paar
Stehung 2015 – Ernesto Negro und Band – Foto: gik

Und dann packte Ercan Demirel den türkischen Popstar aus, der er in Istanbul ist – und der Saal feierte zu türkischer Popmusik, als wär’s das Normalste der Welt. Und Mainz& findet: Jungs, türkisch-geprägte, warum habt Ihr uns den Sound nicht längst früher in die Ohren gehauen? Das mit der Integration wäre viel einfacher gelaufen 😉

Waschechtes Prinzenpaar aus Künzell

Fastnacht dreckig und hart – das ist die Domäne von Dirty Glamour, und es ist einfach unglaublich zu erleben, wie gut Olé Fiesta zur Hard Rock-Hymne taugt – und der Sponheimer-Hit „Am Rosenmontag bin ich geboren“. Erst das Original vom Original, dann die dirty Version von Dirty Glamour – großartig.

Stehung 2015: Fette Töne, Fastnachtsikone - und ein verliebtes Paar
Stehung 2015 – Prinz Thomas LXI. und Prinzessin Michaela IV. aus Künzell – Foto: gik

Im Publikum vor der Bühne staunte und feierte ein waschechtes Prinzenpaar: Michaela IV. und Thomas LXI. waren eigens aus dem hessischen Künzell gekommen, das liegt bei Fulda. Und die närrischen Majestäten meinten ganz selbstbewusst, ja, die Fastnacht wäre bei ihnen schon auch groß und wichtig – aber so was wie die Stehung, nein, das gebe es nicht. Und dann erst Margit Sponheimer live auf der Bühne…!!!

Fetter Sound von der Musiktruppe – und ein Heiratsantrag

Der Grund für die Anwesenheit des Prinzenpaars stimmte dann auf der Bühne passenderweise „Wenn ich König von Deutschland wär'“ an: 33. Musiker fluteten die Bühne, mit Tuba, Trompeten, Trommeln und Pauken – es ist die „Musiktruppe Künzell“. Was für eine Untertreibung! Die Jungs haben einfach einen fetten Sound, einen charismatischen Frontsänger und richtig gute Songs im Gepäck: 1000. mal berührt, Hey Jude, Major Tom – wow, ging das ab!

Stehung 2015: Fette Töne, Fastnachtsikone - und ein verliebtes Paar
Stehung 2015 – Heiratsantrag mit Pauken und Trompeten – Foto: gik

Und dann bat unvermittelt einer der Trommler seine Freundin auf die Bühne – und fragte sie vor 800 Gästen dann doch etwas schüchtern: „Willst Du meine Frau werden?“ Sie wollte natürlich, und wurde fast von den Kolleginnen vom GCV-Hofballett von der Bühne getragen. Thurid ist 30, waschechte Meenzerin und tanzt im GCV-Hofballett, Stefan ist 32, Hesse und spielt in der Musiktruppe Künzell – ein waschechtes Fastnachtspaar.

Kennen gelernt hat sich das verlobte Paar übrigens im KUZ, verriet die frisch verlobte Thurid Mainz& – und sie wohnen natürlich in Mainz. Glück gehabt 😉

Bleibt für alle Freitags-Stehungs-Geher ein Wermutstropfen: Die Musiktruppe Künzell kriegt Ihr heute leider nicht zu Hören, stattdessen kommt die BlaBliBlaBlasmusik. Kennen wir leider nicht. Aber der Rest des Programms ist ohnehin geil – und am Ende spielen die Bummtschaks.

Und hier noch einmal zum Genießen!

 

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