Er ist einer der großen deutschen Erzähler, er stammt aus Syrien und er ist seit Jahrzehnten glücklicher Rheinland-Pfälzer: Wenn Ihr Rafik Schami noch nicht kennt, solltet ihr das dringend ändern. Der Mann hat ein außergewöhnliches Sprach- und Erzähltalent und ist ein ganz genauer Beibachter der Menschen. Erzähler der Nacht, Malula, Eine Hand voll Sterne – Schamis Bücher sind wundervolle Reisen in eine zauberhafte Welt des Orients, die aber weit von Kitsch und Nostalgie entfernt ist. Am Dreitag liest Schami endlich wieder einmal in Mainz.

Syrischer Schriftsteller Rafik Schami liest Freitag im SWR in Mainz
Rafik Schami – Foto: Peter-Andreas Hassiepen

Rafik Schami wurde 1946 in Damaskus geboren und floh bereits 1970 als Oppositioneller nach Deutschland. Hier studierte er Chemie, unter anderem in Heidelberg, promovierte, beschloss dann aber Gott sei Dank, den Sprung in die freie Schriftstellerei zu wagen. Mit seinen Büchern sorgte er weltweit für Aufsehen und ist heute einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren. Schami lebt in Kirchheim-Bokanden, gleich vor den Toren von Rheinhessen und erhielt übrigens 2011 auch den Georg-K.-Glaser-Literaturpreis.

Das Besondere an seinen Büchern: Schami vereint orientalische Erzählkunst mit Moderne. Seine Geschichten spielen zumeist in seiner alten Heimat Syrien, in alten Dörfern wie Malula, oder im alten Damaskus mit seinen Basaren und kleinen Straßen, immer getragen von liebevollen Menschen, spannenden Charakteren und einer großen Fähigkeit, farbenfrohe Bilder vor dem Auge des Lesers entstehen zu lassen.

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Syrischer Schriftsteller Rafik Schami liest Freitag im SWR in Mainz„Mit Leichtigkeit und Humor erzählt der aus Syrien stammende Schriftsteller seine Geschichten, in denen er den Bogen spannt zwischen Orient und Okzident, alter Kultur und Moderne“, schreibt denn auch die Stadt Mainz in ihrer Ankündigung. Aber das ist nicht alles von Schami: In seinen frühen Büchern verarbeitet Schami auch seine Erlebnisse als Ausländer in Deutschland, bissig, genau hinsehend, entlarvend. Sein Buch „Die Sehnsucht fährt schwarz“ erzählt von bornierten Mitarbeitern in Auslönderbehörden und Alltagsrassismus in der Straßenbahn – hochaktuell!

Aber auch sein Tagebuch „Mit fremden Augen“, geschrieben nach den Anschlägen vom 11. September, oder seine Erzählungen aus „Eine deutsche Leidenschaft namens Nudelsalat“ sind spannende Schlaglichte eines arabisch-stämmigen Deutschen auf die westliche Welt und seine Heimat Deutschland.

Ganz früh auch kritisierte Schami schon die Gleichgültigkeit des Westens gegenüber dem Krieg in Syrien. Der Westen müsse handeln, sich mehr einmischen, forderte der Schriftsteller – nichts geschah. So wütend war Schami darüber, dass er lange Monate kein einziges Interview mehr gab.

Nun ist Schami erstmals wieder live in Mainz zu erleben: Am Freitag liest Schami im Foyer des SWR Funkhauses aus seinem neuen Roman „Sophia oder der Anfang aller Geschichten“. Die Stadt Mainz schreibt dazu: „Die Macht der Liebe, die Mut und Tapferkeit verleiht, die verjüngt und Leben retten kann, Exil und Schamis Heimatstadt Damaskus kurz vor dem Arabischen Frühling – sein neuer Roman ist aktuell und poetisch, berührend und spannend zugleich.“ Hingehen!

Info& auf Mainz&: Rafik Schami liest aus „Sophia oder der Anfang aller Geschichten“ am Freitag, 15. Januar 2016 um 19.00 Uhr. Eintritt frei. Einlass ab 18.00 Uhr.

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