Wir hatten ja Mitte des Monats bereits berichtet: Baubeginn für Terminal 3 ist schon dieses Jahr. Dies wird wohl bald noch mehr Lärm in Mainz und der Region bedeuten. Die Fraport expandiert auf Kosten unserer Gesundheit – und was tun die Politiker? Überall in Deutschland leiden Menschen unter Lärm, nicht nur Fluglärm auch an Bahnschienen sind Anwohner Lärm ausgesetzt, der sich oft durch modernere Bremsen, Lärmschutzwände und Streckenmodernisierung eindämmen ließe.

Tag gegen Lärm am 29. April: Protest mit Sternfahrt nach Berlin
Den Lärm durch Flugzeuge stoppen – das wär’s! – Foto: gik

Am 29. April ist Tag des Lärms 2015. Vor 18 Jahren wurde er unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Akustik initiiert, um auf die Auswirkungen von Lärm auf Mensch und Tier aufmerksam zu machen. In diesem Jahr rufen die Bürgerinitiativen gegen Fluglärm im Rhein-Main-Gebiet und der Verein gegen Fluglärm Mainz e. V. zur Sternfahrt nach Berlin auf. Dort soll protestiert werden, aber es sollen auch klar formulierte Forderungen an das Bundesverkehrsministerium übergeben werden. Denn die Politiker in Berlin machen die Gesetzte, und die tun eines bisher nicht: Die Bürger vor Lärm schützen.

Klare Worte an die Entscheidungsträger in Berlin

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Lärm macht krank, das ist mittlerweile hinreichend wissenschaftlich bewiesen. Trotzdem ist das Lärmschutzgesetz nicht aktualisiert worden. So darf bei Fluglärm immer noch der Lärm von lauten Tagen, mit den Lärm von leiseren Tagen verrechnet werden. Dies bedeutet eine legale, regelmäßige Überschreitung der Lärmobergrenzen. Auch bei Bahnlärm, schreibt die Initiative gegen Fluglärm Mainz, dürfen bei jeder Messung ganze zehn Dezibel vom tatsächlich gemessenen Lärm abgezogen werden.

Die Demonstranten wollen deshalb die Überarbeitung des Gesetzes fordern. Wissenschaftliche Erkenntnisse zu der schweren gesundheitlichen Belastung durch Lärm sollen endlich anerkannt werden, aber nicht nur das wollen die Bürgerinitiativen verlangen. Der Gesundheit soll endlich Vorrang gegenüber wirtschaftlichen Interessen gegeben werden und Lärmverursacher sollen nicht weiter vom Staat subventioniert werden dürfen.

Tag gegen Lärm am 29. April: Protest mit Sternfahrt nach Berlin

Erwin Stufler, einer der Organisatoren der Sternfahrt und Mitglied im Vorstand Initiative gegen Fluglärm Mainz e. V. sagt dazu: „Wir glauben, es ist höchste Zeit, die Belastung durch Lärm (Verkehrslärm, Auto-, Bahn und Fluglärm ebenso wie anderen Lärm) an diesem Tag in Berlin anzuprangern!“ Dazu haben die Bürgerinitiativen ein volles Programm organisiert.

Mit dem Bus nach Berlin zur Mahnwache

Am Mittwochmorgen soll es am Mainzer Hauptbahnhof mit dem Bus Richtung Berlin gehen. Es wird ausdrücklich darum gebeten, dass Ihr Eure eigenen Banner und Transparente mitbringt. In Berlin sind Mahnwachen am Berliner Tor, vor dem Bundesverkehrsministerium, am Alexanderplatz und an der Gedächtniskirche geplant. Natürlich könnt Ihr Eure Anreise auch selber organisieren und in Berlin an den einzelnen Stationen dazu stoßen.

Das Ganze hat noch einen ganz besonderen Zweck den wir hier nicht unerwähnt lassen wollen: Die Gelegenheit soll genutzt werden, alle Fluglärmbetroffenen in ganz Deutschland miteinander zu verbinden. Es soll ein Austausch und eine gemeinsame Strategie gefunden werden. Durch ein gemeinsames und koordiniertes Vorgehen aller Betroffenen soll der Druck auf Wirtschaft und Politik endlich Wirkung zeigen. Das Motto ist: Nur gemeinsam sind wir stark. Dazu gibt es extra eine Gesprächsrunde in Berlin. Mehr dazu findet Ihr in dieser PDF.

Info& auf Mainz&: Am 29. April ist die Sternfahrt nach Berlin zum Tag gegen Lärm. Einsehen könnt Ihr alle Stationen in der PDF hier. Die Seite der Initiative gegen Fluglärm Mainz findet Ihr hier. Die Rückfahrt mit dem Bus erfolgt am 30. April. Anmelden zur Busfahrt könnt Ihr Euch unter info@fluglaerm-mainz.info. Die Kosten betragen 80 bis 90 Euro pro Person.

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