Grüne Plakette am Auto, und alles ist gut? Nicht ganz – was viele nicht wissen: ist die Umweltplakette nicht mehr lesbar, droht auch ein Bußgeld! Denn auf den Plaketten muss auch das Kennzeichen des Fahrzeugs stehen, aber dieser schwarze Schriftzug verblasst mit der Zeit. Ärgerlich, aber wahr: auch dann gibt’s einen Knollen! Ohne gültige grüne Plakette unterwegs sein, kostet satte 40 Euro und gibt sogar einen Punkt in Flensburg….

Mainz hatte zusammen mit seiner Nachbarstadt Wiesbaden die Umweltzone zum 1. Februar eingeführt – nach langem Hin und Her. Denn unumstritten war das Vorhaben nicht: Es gibt Studien, die belegen, dass die Umweltzone für die Senkung der Feinstaubwerte in den Städten kaum etwas bringt. Tatsächlich sagen Verkehrsexperten, dass grüne Wellen und das Fließen des Verkehrs viel mehr gegen den Ausstoß der gesundheitsschädlichen Partikel bringen.

Da müsste Mainz ja eigentlich gut dastehen, hat doch der frühere grüne Verkehrsdezernent Hans-Jörg von Berlepsch die Stadt mit sensationell gut funktionierenden grünen Ampel-Wellen ausgestattet. Wer einmal versucht hat, zügig durch die Wiesbadener Innenstadt zu kommen weiß, wie genial die Mainzer Verkehrsflüsse gemanagt werden….

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Doch beim Feinstaub-Ausstoß steht Mainz eben nicht gut da: Allein 2013 wurden nach Angaben des Umweltbundesamtes bis zum 20. März die Grenzen für die Feinstaubwerte in der Mainzer Parcusstraße an neun Tagen überschritten. Gut, die Parcusstraße ist auch mit die schlimmste Zone in Sachen Verkehrsschmutz, aber die Städte dürfen insgesamt eben nur an 35 Tagen im Jahr die Grenzwerte überschreiten. Rechnet man die neun Überschreitungsfälle hoch, würde die erlaubte Zahl von 35 kaum ausreichen.

Nun hoffen sie in Mainz also auf die Umweltzone, denn mit der müssen vor allem die alten Stinker draußen bleiben. Das betraf in Mainz rund ältere 10.000 Autos, so schätzte es die Stadt Ende 2012. Bis März 2013 wurden aber schon rund 2.500 Ausnahmegenehmigungen erteilt, außerdem sind auch Arbeitsmaschinen, Traktoren und Oldtimer ausgenommen. Dazu dürfen natürlich auch Krankenwagen, Feuerwehrautos, Reinigungsmaschinen und ältere Polizeifahrzeuge ohne Plakette in die Umweltzone, außerdem Fahrzeuge der Bundeswehr und der Nato. Da stellt sich ja schon die Frage, wer eigentlich noch draußen bleiben muss…

Draußen bleiben müssen:

— Dieselfahrzeuge nach EURO 1 ohne Partikelfilter

— Autos ohne Katalysator

— Benziner der Schadstoffgruppe 1, die schlechter sind als die EURO-Norm 1

Für diese Autos wurde es am 18. März 2013 ernst. Dabei ist Mainz seinen Handwerkern und Industrien weit entgegen gekommen. Die Umweltzone gilt nämlich nur für die Stadtgebiete innerhalb des Autobahnrings. Damit ist etwa Hechtsheim und sein Gewerbegebiet ausgenommen, dazu gilt die Umweltzone nicht im Mombacher Gewerbegebiet, im Hafenareal und auf der Schiersteiner Aue. Und für Handwerker gibt es einen eigenen Handwerkerparkausweis, der gleich für ganz Rhein-Main gilt.

Trotzdem  gab es im ersten Vierteljahr bereits Hunderte von Verstößen. Und seit dem 18. August 2013 ist auch die Karenzzeit vorbei. Wer bis dahin verwarnt wurde, konnte die grüne Plakette nachreichen, und das Verfahren wurde eingestellt. Seitdem bleibt die Stadt hart: Keine Plakette = Bußgeld plus 1 Punkt in Flensburg. Und das gilt eben auch für unleserliche Plaketten. Kontrolliert wird das übrigens meist beim sogenannten „ruhende Verkehr“ – also bei parkenden Autos. Das gilt allerdings auch für die Parkhäuser… Also: Ab und zu einen Blick auf die Windschutzscheibe richten!

Informationen zur Ausdehnung der Umweltzone und zu Ausnahmegenehmigungen unter www.mainz.de. Wer’s genauer nachlesen will, klickt hier: www.umwelt-plakette.de

 

1 KOMMENTAR

  1. Super wichtig, so etwas zu erfahren! Aber wieso erhält man ein Bußgeld, wenn die Plakette doch IM AUTO klebt! Somit ist es eigentlich eindeutig, dass es zu dem betreffenden Auto gehört, nicht? Oder will „man“ sich nur nicht zum Kennzeichen herabbeugen??? Das verblasst doch auch nicht!

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