Der Schock über das hohe Abschneiden der Alternative für Deutschland (AfD) bei der Kommunalwahl in Hessen hat viele Menschen aufgerüttelt, doch noch am Sonntag, dem 13. März, bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz wählen zu gehen. Gut so! Doch viele wissen offenbar gar nicht, wie sie ihre Stimme abgeben sollen – Euch kann geholfen werden 😉 Mainz& hat mal alle Wahlwege zusammengestellt – Ihr könnt nämlich auch schon vor Sonntag ganz unkompliziert wählen gehen: im Briefwahllokal im Rathaus in Mainz. Also: Geht Wählen – denn sonst unterstützt Ihr die rechten Ränder. Warum? Erklären wir Euch.

Wählen in Mainz: So könnt Ihr Eure Stimme abgeben
Stimmabgabe im Wahllokal am Wahltag – der einfachste Weg – Foto: gik

Weg Nummer 1: Am Sonntag ins Wahllokal gehen

Der einfachste Weg zu wählen ist natürlich der Wahltag selbst: Am Sonntag, den 13. März, könnt Ihr zwischen 8.00 Uhr und 18.00 Uhr Eure Stimme abgeben. Dafür braucht Ihr die Wahlbenachrichtigungskarte, die Ihr in den vergangenen Wochen mit der Post bekommen habt. Darauf steht Euer persönliches Wahlbüro. Dort wiederum seid Ihr im Wählerverzeichnis eingetragen und könnt dort wählen – bitte Personalausweis mitnehmen! Ihr müsst Euch nämlich vor der Stimmabgabe ausweisen.

Was ist, wenn ich keine Wahlbenachrichtigungskarte habe?

Der Personalausweis ist wichtig, denn mit ihm könnt Ihr auch ohne die Wahlbenachrichtigungskarte wählen. Voraussetzung: Ihr seid im richtigen Wahllokal. Wenn Ihr das nicht wisst, dann bitte beid er Stadt Mainz unter der Telefonnummer 06131 und dann 12-1500 den richtigen Wahlbezirk samt Stimmlokal erfragen. Hier, beim Briefwahlbüro, könnt Ihr auch eine neue Wahlberechtigungskarte beantragen.

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Weg Nummer 2: Wählen ganz unkompliziert bis Sonntag im Rathaus

Wählen in Mainz: So könnt Ihr Eure Stimme abgeben
Im Mainzer Rathaus findet Ihr im Erdgeschoss das Briefwahlbüro, hier könnt Ihr auch Eure Stimme direkt abgeben – Foto: gik

Wenn Ihr Sonntag nicht könnt oder nicht wählen gehen mögt, kein Problem: Bis Freitagabend könnt Ihr auch einfach ins Rathaus gehen und gleich vor Ort wählen. Der Trick heißt Briefwahlbüro: Seit die Bedingung abgeschafft wurde, dass man für die Briefwahl eine Begründung angeben muss, kann man ganz einfach Briefwahl beantragen. Im Briefwahlbüro im Rathaus könnt Ihr dafür die Unterlagen bekommen – und Eure Stimme auch gleich vor Ort wieder abgeben. Das Briefwahlbüro hat noch bis Freitag 18.00 Uhr geöffnet.

Weg Nummer 3: Die Briefwahl

Briefwahl ist für alle Menschen vorgesehen, die am Wahltag verhindert sind, nicht in Mainz sind, krank sind oder aus sonstigen Gründen die reguläre Wahl im Wahllokal nicht wahrnehmen wollen. Briefwahlunterlagen könnt Ihr noch bis zu diesem Freitag, den 11. März 2016, bis spätestens um 18.00 Uhr im Briefwahlbüro bean­tragen. Das könnt Ihr schriftlich tun unter

Stadtverwaltung Mainz – Briefwahlbüro – Postfach 3820 – 55028 Mainz

Wählen in Mainz: So könnt Ihr Eure Stimme abgeben
Brief in den Briefkasten – Briefwahl – Foto: SPD RLP

oder Ihr ruft an, schreibt eine Email oder geht persönlich vorbei. Die Unterlagen könnt Ihr dann  in Ruhe zuhause ausfüllen. Aber Achtung: Euer Brief mit der Stimmabgabe muss spätestens bis Sonntag 18.00 Uhr im Briefwahlbüro im Rathaus eingegangen sein. Denkt dran, dass die Post gerne mal etwas länger braucht… Wahlbriefe müsst Ihr übrigens nicht mit einer Briefmarke versehen, sie sind portofrei.

Wenn Ihr auf Nummer sicher gehen wollt: einfach den Brief im Postkasten Rathaus einwerfen, keinesfalls aber in Eurem Stimmbezirk!Solltet Ihr kurzfristig krank werden, könnt Ihr auch noch am Samstag (8.00-12.00 Uhr) und am Sonntag (8.00-15.00 Uhr) Briefwahlunterlagen beantragen, dann aber nur bei Vorlage eines ärztlichen Attestes.

Wer nicht wählt, wählt Rechts?

Warum aber sollte man überhaupt wählen gehen, wenn einen das mit der Politik doch alles annervt? Man überhaupt nicht weiß, was man wählen soll? Tatsache ist: Wer nicht wählt, stimmt dem Ergebnis zu, das die Mehrheit gewollt hat. Will sagen: Wenn Ihr nicht mitbestimmt, dann sagt Ihr Ja zu dem jeweiligen Sieger und der jeweiligen Stimmverteilung – Ihr legt als schweigende Mehrheit also die Entscheidung in die Hände anderer. Und sagt damit „Einverstanden“ zu dem Ergebnis… denn Ihr habt NICHT WIDERSPROCHEN.

Wählen in Mainz: So könnt Ihr Eure Stimme abgeben
Starkes Abschneiden der AfD bei der Kommunalwahl in Wiesbaden – Dank niedriger Wahlbeteiligung

Mehr noch: Mit Eurer Nichtwahl unterstützt Ihr in der Tat die extremen Ränder. Denn die Stimmverteilung errechnet sich auf der Basis NUR der abgegebenen gültigen Stimmen. Das hat zur Folge, dass bei einer niedrigen Wahlbeteiligung die einzelnen Stimmen mehr Wert sind – mit gravierenden Folgen: Sinkt die Zahl der abgegebenen gültigen Stimmen, reichen weniger Stimmen aus, die Fünf-Prozent-Hürde zum Landtagseinzug zu schaffen.

So bekam die FDP 2011 für ihre 79.343 Wählerstimmen nur einen Prozentsatz von 4,2 Prozent – bei einer Wahlbeteiligung von 61,8 Prozent. Sinkt die Wahlbeteiligung dieses Jahr etwa auf 50 Prozent, dürfte dieselbe Stimmenmenge zum Einzug in den Landtag reichen. Geht Ihr nicht wählen, unterstützt Ihr damit also womöglich die Alternative für Deutschland (AfD) bei ihrem Einzug in den Landtag – denn deren Wähler sind hoch motiviert, zur Wahl zu gehen. Gehen dagegen viele Menschen wählen, die andere Parteien wählen, sinkt der prozentuale Anteil der AfD – sie wird weniger stark.

Wer hingegen Populisten und Extreme stark macht, sorgt auf der anderen Seite vor allem für eines: für die Zunahme Großer Koalitionen. Das Bündnis aus CDU und SPD kann am Ende die einzig mögliche Koalitionsoption sein – förderlich für die Demokratie sind solche Großbündnisse aber in der Regel nicht, denn der notwendige Streit zwischen den politischen Richtungen bleibt dann auf der Strecke. Wer also AfD wählt, wird wohl mit der Großen Koalition auch in Rheinland-Pfalz aufwachen – damit verpufft jeglicher Wahl-Protest.

Und wenn ich einfach meinen Stimmzettel ungültig mache…?

Wählen in Mainz: So könnt Ihr Eure Stimme abgeben
Auch wenn’s schwer fällt: Trefft eine Wahl! – Foto: gik

Natürlich könntet Ihr einfach zur Wahl gehen, aber Euren Stimmzettel ungültig machen, in dem Ihr etwas drauf schreibt oder malt. Nur: viel bringt das nicht. Dann steigt zwar die Wahlbeteiligung, für die Stimmverteilung zählt Eure Stimme aber weiter nicht, der Effekt verpufft also. Gebt Euch also einen Ruck – und wählt einfach IRGENDEINE der vorgeschlagenen Parteien. Zur Auswahl stehen 14 Listen, irgendeine davon wird Euch schon zusagen.

Ihr könnt Euch partout nicht entscheiden? Dann macht doch mal den Wahl-O-Mat der Landeszentrale für politische Bildung, dort könnt Ihr anhand von Inhalten erfahren, welche Partei Euch am nächsten steht. Absolut genial, hilfreich und garantiert neutral!

Warum man wählen gehen sollte

Wählen in Mainz: So könnt Ihr Eure Stimme abgeben
Der Wahl-O-Mat hilft bei der Entscheidungsfindung – Foto: gik

Warum Ihr überhaupt wählen gehen solltet? Nun, dies ist eine Demokratie, und in der dauern Entscheidungsprozesse oft länger, sind sehr mühsam – und das Personal ist auch nicht unbedingt das Beste. Aber Demokratie heißt nun einmal: Ihr entscheidet. Wir alle. Und das tun wir eben per Stimmabgabe bei einer Wahl. Wer dieses Recht nicht wahrnimmt, sagt im Prinzip, dass ihm auch die Demokratie egal ist. Am Allerwertesten vorbei geht.

In Zeiten, in denen Tausende zu uns fliehen, weil es in ihrer Heimat Krieg und Verfolgung gibt, weil sie eben nicht in Demokratien leben, und in Zeiten, in denen autokrate Herrscher in Ungarn, Polen und anderswo die Demokratie auszuhöhlen streben – ist es in solchen Zeiten nicht vielleicht mal Zeit, Euren Hintern hochzukriegen und ein Statement zu setzen, ob Ihr eigentlich noch eine Demokratie wollt? Ja, es mag schwierig sein, sich zu entscheiden – und? Einfach, das sind Diktaturen. Demokratien sind oft nur die Wahl zwischen mehreren Übeln – aber wenigstens haben wir eine Wahl. Wann wollen wir anfangen, für unsere Demokratie einzustehen, wenn nicht jetzt?

Info& auf Mainz&: Alle Informationen rund um die Landtagswahl in Mainz und Eure Optionen, wählen zu gehen, findet Ihr noch einmal auf dieser Internetseite der Stadt Mainz. Das Briefwahlbüro ist Mittwoch und Freitag von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr und Donnerstag von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr geöffnet, Ort: Rathaus Mainz. Rückfragen und Informationen unter der Telefonnummer 06131 – 12-1500 oder per Email unter briefwahlbuero@stadt.mainz.de. GEHT WÄHLEN!!!

2 KOMMENTARE

  1. Die schulbuchmäßige Analyse des Nichtwählens hat sicherlich gestimmt in einer Zeit, in der das politische Spektrum lückenlos besetzt war.

    Im heutigen politischen Spektrum klafft nach dem Linksruck der CDU (deren Führung teilweise eher Zustimmung von Grünen bekommt, als von eigenen Stammwählern), und der seit Luckes Zeiten immer weiteren Verschiebung der AfD nach rechts jedoch eine breite Lücke. Ja, es gibt auch noch die FDP, aber die konnte sich in dieser Lücke auch nicht deutlich genug positionieren.

    Wenn diese politisch heimatlos gewordene Wählerschaft nun nicht mehr wählen geht, erfolgt das sicherlich nicht aus Desinteresse, sondern aus Alternativlosigkeit. Würde dieses Klientel jetzt trotzdem (das für sie kleinere Übel) wählen, so könnte das den rechten Rand eher stärken, als schwächen.

    Frau Klöckner hat dieses Problem im Gegensatz zu Herrn Bouffier zumindest erkannt. Ob der daraus resultierende Zickzack-Kurs geeignet ist, Vertrauen zu bilden, muss jeder für sich entscheiden. Da Wähler derzeit ohnehin eher über Bundespolitik abstimmen, kommt es darauf aber wahrscheinlich überhaupt nicht an.

    • Hallo Johannes, sagen wir mal so: Die Mechanismen, wie sich Nichtwählen auswirkt, stimmen heute wie gestern – nur sind sie vielen gar nicht mehr geläufig. Deshalb das „Schulbuch“ 😉 Und ich verstehe sehr gut, dass die Schwierigkeiten, sich zu entscheiden, größer geworden sind. Wirklich. Aber es hilft ja nichts: Wer nicht wählt, stärkt die Nicht-Demokratie. So einfach ist das. Leider.

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