Kaum ist eine Runde der Warnstreiks verdaut, kündigt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di schon die nächste Runde an: Am Dienstag, den 25. März, sollen landesweite Streiks das öffentliche Leben in Rheinland-Pfalz stark beeinträchtigen. Und diesmal wird es wohl Mainz besonders treffen: Der Bus- und Straßenbahnverkehr in Mainz werde „stark eingeschränkt und wahrscheinlich zeitweise zum Erliegen kommen“, heißt es bei ver.di. Davon würden dann auch die Wiesbadener Linien betroffen sein, hieß es weiter. Also dieses Mal Streik anders herum – nach Wiesbaden steht jetzt Mainz im Fokus.

Warnstreiks am Dienstag treffen Busse und Bahnen in Mainz
Der fährt am Dienstag bestimmt auch nicht: ESWE Bus – Foto: ESWE Verkehr

Nicht dass in Hessen nicht gestreikt würde: Am Dienstag sind auch noch einmal das Rhein-Main-Gebiet und Wiesbaden auf der Streikliste der Gewerkschaft. Zum Warnstreik aufgerufen seien „grundsätzlich Beschäftigte von Stadt- und Kreisverwaltungen, Kindertagesstätten, Ver- und Entsorgungsbetrieben, Krankenhäusern und vom öffentlichen Personennahverkehr“, heißt es bei ver.di Hessen. Es dürfte also noch einmal ein ungemütlicher Dienstag werden.

Streik in Kitas, Kliniken, Müllabfuhr

In Rheinland-Pfalz sind mehr als 10.000 Beschäftigte aus allen Bereichen des Öffentlichen Dienstes zum Streik aufgerufen. Die Auswirkungen des Ausstandes würden vor allem in Kindertagesstätten, bei der Müllabfuhr, in Bürgerbüros und beim Öffentlichen Nahverkehr zu spüren sein, heißt es bei ver.di RLP. In vielen kommunalen Kliniken würden Leistungen nur eingeschränkt erbracht, geplante Operationen, die nicht unmittelbar notwendig seien, verschoben. Die Notfallversorgung sei aber in jedem Fall gesichert, versichert die Gewerkschaft. Wollen wir auch hoffen 😉

- Werbung -
Werben auf Mainz&
Warnstreiks am Dienstag treffen Busse und Bahnen in Mainz
Stau, weil der Bus die Kehrseite zeigt, das droht am Dienstag – Foto: gik

Zentrale Demo in Mainz bis 14.00 Uhr

In Mainz kriegen wir außerdem noch am Dienstag die zentrale Kundgebung der Gewerkschaft vor die Haustür. Um 10.00 Uhr soll sich der Demonstrationszug vom KUZ aus in Bewegung setzen und „durch die Innenstadt“ zum Rathaus führen. Also, der kürzeste Weg wäre ja einfach über die Rheinallee, Mainz& hat aber so seine Zweifel, ob die Demo es dabei belässt 😉 Zwischen 8.00 Uhr und 14.00 Uhr sei mit erheblichen Verkehrsbehinderungen auf der Rheinstraße zu rechnen, teilt die Gewerkschaft mit. Und die brauchen ja keine vier Stunden für das kleine Stück Rheinallee…

Oh, die Mainzer Verkehrsbetriebe haben doch gleich die genaue Route auf ihrer Homepage! Die Demo zieht also vom KUZ über Holzhofstraße – Weißliliengasse – Ludwigsstraße – Gutenbergplatz – Höfchen – Alte Universitätsstraße – Quintinsstraße – Am Brand zum Jockel-Fuchs-Platz. Ist also doch die halbe Innenstadt 😉

Gewerkschaft: Gute Arbeit wird zu wenig geschätzt

Warnstreiks am Dienstag treffen Busse und Bahnen in Mainz
Und worum geht’s? Natürlich ums Geld… – Foto: gik

Die Gewerkschaft ist übrigens sauer, weil auch die zweite Verhandlungsrunde ergebnislos geblieben sei. Die Arbeitgeber hätten ihre Chance verpasst, „zügig zu einem fairen Abschluss zu kommen“, grummelt ver.di-Landeschef Uwe Klemens. Das sei ein Fehler gewesen, „denn die Beschäftigten können nicht hinnehmen, dass ihre gute Arbeit so offensichtlich wenig geschätzt wird.“ Das verstehen wir ja sogar…

Übrigens ruft zu den Streiks in Rheinland-Pfalz auch die Lehrergewerkschaft GEW auf, die für ihre Mitglieder ebenfalls das Recht „an der Teilhabe am wirtschaftlichen Aufschwung“ einfordert. Man sei nicht länger bereit, „sich mit dem Hinweis auf vermeintlich leere Kassen abspeisen zu lassen“, schimpft der GEW-Landesvorsitzende Klaus-Peter Hammer. Stellt sich die Frage: Streiken die Lehrer eigentlich auch? Die Nicht-Beamten?

ver.di und GEW fordern übrigens pauschal 100 Euro mehr sowie zusätzlich 3,5 Prozent Lohnsteigerung und die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Für den Nahverkehr soll es darüber hinaus eine Zulage von 70 Euro monatlich geben, in den Krankenhäusern die Nachtzuschläge auf 20 Prozent angehoben werden. ver.di will außerdem einen einheitlichen Urlaubsanspruch von 30 Arbeitstagen. Und das Ergebnis soll zeitnah und inhaltsgleich auf die Beamten übertragen werden – ich hör‘ schon den Finanzminister stöhnen 😉 Die nächste Verhandlungsrunde findet übrigens am 31. März und am 1. April in Potsdam statt, vielleicht werden wir danach ja dann von Streiks verschont…

Info& auf Mainz&: Infos über Busse und Bahnen gibt es wie immer bei der MVG auf der Homepage, für die Wiesbadener Seite bei der ESWE Verkehr.

 

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein