Habt Ihr Euch schon mal gefragt, was die Mainzer Stadtverwaltung das Jahr über so treibt? Nun, allerlei Erwartbares, aber auch Kurioses: Müll abholen, Straßen reinigen, Pässe ausstellen, Kitas verwalten und nebenher noch Einkaufsquartiere bauen, Neubürger integrieren und Feste feiern. Rund 3.900 Beschäftigte hat die Stadt Mainz dafür, in 26 Ämtern kümmern sie sich um die tägliche Arbeit. Was genau machen die da eigentlich?

Für die Antwort auf die Frage ist die Stadt Mainz nun einen ungewöhnlichen Weg gegangen: Sie hat einen Jahresbericht veröffentlicht, zum ersten Mal überhaupt. Und tatsächlich findet sich in dem „Jahresbericht 2013“ neben dem Erwartbaren – wie Müll abholen (Bitte, ja!) – auch Verblüffendes und Bemerkenswertes. So verwaltet die Stadt nicht nur Straßen, Wege und Brücken, sie ist auch für 40.000 Bäume zuständig, die regelmäßig kontrolliert werden müssen – etwa ob sie krank sind oder umzufallen drohen. 70 Brunnen gibt es zudem im Mainzer Stadtgebiet, und es müssen 3,6 Millionen Quadratmeter öffentlicher Grünflächen versorgt werden.

Brunnen, Bäume und ganz viel Papier Nicht gerade wenig – und so hat die Stadt jüngst die Mittel für die Grünpflege reduziert und das „Brunnenbarometer“ eingeführt, mit dem Bürger Geld spenden können, damit das Wasser fließt. Und mit den neuen Urban Gardening-Projekten kommen statt Grünpflanzen Kohlrabi und Möhren zum Einsatz, eine besondere Form der Grünpflege. Auch was drumherum steht, geht die Stadt etwas an: Schrotträder müssen entsorgt, vergessene Räder und andere Sachen eingesammelt werden: 2.644 vergessene Gegenstände landen pro Jahr im Fundbüro der Stadt.

- Werbung -
Werben auf Mainz&

Übrigens findet in der Innenstadt eigentlich fast immer irgendwo eine Demonstration statt, 253 waren es 2013. Städtische Beamte rückten zu 2.500 Kontrollen in Gaststätten und Betrieben aus – und sammelten 131 Waffen ein. Die 116 Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung verteilen Knollen für falsches Parken oder blitzen Temposünder – wie viele genau, das teilte die Stadt im Jahresbericht lieber nicht mit.

Im Rathaus wird übrigens fleißig gearbeitet: 1.780 Veranstaltungen fanden in seinen Räumen 2013 statt, darunter 10 Ratssitzungen. Pro Ratssitzung werden übrigens 64.460 Blatt Papier verbraucht, im Jahr 2012 summierte sich das auf stolze 451.433 Blatt. Ab 2014 soll mit diesem gigantischen Ressourcenverbrauch Schluss sein: Die Stadt stellt dann Vorlagen und Unterlagen elektronisch zur Verfügung – auf hochmodernen iPads. Mal sehen, ob sich die Ratsmitglieder wirklich an ein papierloses Büro gewöhnen können, die Ausgabe von Laptops hatte nämlich keinen Effekt in dieser Richtung.

Brunnen, Bäume und ganz viel Papier Gefeiert wird im Rathaus aber natürlich auch: 240 Empfänge gab die Stadt Mainz, 5.151 mal wurde bei Alters- oder Ehejubiläen gratuliert. So wurden insgesamt 3.334 Flaschen Wein verschenkt oder ausgeschenkt – die Stadt besitzt übrigens ein eigenes Weingut. 1,2 Millionen Briefe verschickte die Stadtverwaltung übrigens, und im Bürgerbüro wurden 8.141 Personalausweise, 5.125 Reisepässe und 1.465 Kinderreisepässe ausgestellt.

Aber die Mainzer reisen nicht nur gerne, sie sind auch ausgesprochen gastfreundlich für Auswärtige: Mehr als 900 Menschen wurden 2012/2013 eingebürgert, mehr als 1.100 Anträge sind noch gestellt. Die meisten ausländischen Mitbürger kommen erwartungsgemäß aus der Türkei (6.148 Personen), gefolgt von Italien (3.863), Kroatien (1.463) und Polen (1.420). Insgesamt leben in Mainz Menschen aus 147 Nationen zusammen – ein echter rheinischer Schmelztiegel. Der Stadt tut das gut, ihr Flair wird immer großstädtischer. Dabei bleibt Mainz eine kleine – und gemütliche – Großstadt: zum Stichtag 9. Mai 2011 lebten hier genau 200.344 Menschen. Dann also: auf ein erlebnisreiches Neues Jahr 2014 in Mainz!

Den Jahresbericht 2013 gibt’s als Download unter www.mainz.de.

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein