Im Streit um die Neuvergabe der Stände auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt kriegt die Stadtspitze die Kuh nicht vom Eis. Statt Einigung steht jetzt sogar der Gang vor Gericht im Raum. „Wenn sich bis Mittwochmorgen nichts getan hat, dann geht’s rund“, sagte Hans Willi Fleischer,  Seniorchef des Weinguts der Stadt Mainz am Freitag Mainz&. Er sei es Leid, von den Politikern vertröstet zu werden. Dienstag tagt der Stadtvorstand, wenn es dann keine Lösung gebe, werde er klagen, sagte Fleischer: „Wir rechnen uns gute Chancen aus.“

Weihnachtsmarkt: Weingut der Stadt Mainz droht mit Klage
Oh, du fröhliche… Weihnachtsmarkt-Bescherung – Foto: gik

Damit ist ganz offensichtlich eines nicht gelungen: die Krise um das Vergabeverfahren in Gesprächen zu entschärfen. Nach Mainz&-Informationen soll Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte (FDP) an dem fragwürdigen Vergabeverfahren hartnäckig festhalten, warum eigentlich, ist unklar.

Die Neuvergabe der Stände auf dem Weihnachtsmarkt war erstmals nach einem Punkteschema erfolgt, das aber hatte zur Folge, dass langjährige Weihnachtsmarkt-Beschicker nicht nur rausgeworfen, sondern auch völlig seltsam bewertet wurden.

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Da wurde der große Glühweinstand der Familie Sottile als nicht kreativ genug und als nicht behindertengerecht bewertet, weil die Sottiles nicht ausführlich genug angaben, wie sie Behinderten zum Glühwein verhelfen. Und der Glühweinstand der Familie Fleischer, die auch das Weingut der Stadt Mainz betreiben, galt ebenfalls nicht mehr als gut genug für den Weihnachtsmarkt.

Fleischer: Rauswurf „persönliche Diffamierung“

„Ich empfinde das als eine persönliche Diffamierung der Familie Fleischer“, ärgert sich der Seniorchef des Weinguts, es könne ja wohl nicht sein, dass sein Weingut, oder überhaupt einer der Mainzer Winzer, nicht mehr gut genug sei für den Weihnachtsmarkt. Fleischer hatte am Freitag ein Gespräch mit Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD), und äußerte sich danach ernüchtert: Der OB habe „Verständnis gezeigt, aber ansonsten nur Vertröstungen“ dabei gehabt. „Das nützt mir auch was…“, sagte Fleischer.

Weihnachtsmarkt: Weingut der Stadt Mainz droht mit Klage
Schluss mit kuschelig: wegen Weihnachtsmarkt-Neuvergabe drohen Klagen – Foto: gik

Verfahren zur Vergabe offenbar fehlerhaft

Bislang hat aber die Stadtspitze keine Lösung, wie sie die rausgekegelten alteingesessenen Marktbeschicker beruhigen, und gleichzeitig die Neuzulassungen beibehalten kann. Die endgültigen Zusagebescheide sollen Ende Juli rausgeschickt werden, weil auch die Neuen auf dem Markt inzwischen auf Sicherheit drängen. „Wir wollen eine Lösung“, betont Biagioni. Nicht jeder „juristisch wasserdichte Prozess“ sei auch ein guter…

Offenbar ist aber auch das neue Vergabeverfahren alles andere als juristisch wasserdicht: „Wir haben Angriffspunkte, dass das Verfahren nicht einwandfrei ist“, sagte Fleischer Mainz&. Diese Angriffspunkte werde man nutzen. „Wir können über Vieles reden, aber nicht über den Bahnhof“, sagte Fleischer zudem mit Blick auf mögliche Ausweichplätze – im Gespräch sind da der Schillerplatz, aber vor allem der Jockel-Fuchs-Platz vor dem Rathaus. Den Platz beäugen Schausteller und Weihnachtsmarkt-Beschicker aber misstrauisch: zu zugig, wenig Atmosphäre.

„Wir wollen unseren alten Stand“, machte Fleischer denn auch klar. Wenn das am Dienstag nicht klar werde, „werden wir die Rechtsmittel nutzen müssen.“ Na bravo, Stadt Mainz…

 

1 KOMMENTAR

  1. Ich finde es unfassbar, dass man hier in Mainz, die alt eingesessenen Traditionsunternehmen unseres Weihnachtsmarktes so unverschämt behandelt. Mit der Neuvergabe der Stände an Unternehmen aus anderen Städtten, nimmt man außerdem nicht nur die Arbeit der Schausteller und Weihnachtsmarktbeschicker weg, sondern auch vielen anderen Mainzer Bürgern, die jedes Jahr in vielen verschiedenen Weihnachtsmarktständen stehen, mithelfen und natürlich auch Geld verdiehnen. Geld auf das viele dieser Arbeiter gerade zur Weihnachtszeit auch angewiesen sind. Darüber haben sich unsere netten Politiker dieser Stadt wohl überhaupt keine Gedanken gemacht . Na Danke kann ich da nur sagen. An alle Mainzer Bürger: „Bitte, bitte, helft uns!!!

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