Tja, das ist jetzt eine nicht so gute Nachricht für alle Weintrinker: Es gibt nämlich weniger Wein. Fast in allen großen Weinerzeugungsländern in Europa wurde 2014 zum Teil deutlich weniger geerntet als in den Vorjahren. Schuld waren die turbulenten Wetterverhältnisse, die ja nicht nur unseren Winzer wahre Achterbahnfahrten beschert haben. Das Ergebnis: Zehn Prozent weniger Wein schätzen die Experten. Allein Spanien und Italien erwarten ein Minus von rund 15 Millionen Hektolitern. Zeit also, deutsche Weine zu trinken 😉

Weinberge bei Rüdesheim - Foto: gik
Weinberge bei Rüdesheim – Foto: gik

Tatsächlich haben die deutschen Winzer entgegen des europaweiten Trends sogar 11 Prozent mehr geerntet, was aber daran lag, dass die Ernte 2013 enorm gering ausgefallen war. Nun hofften die Winzer auf einen größeren Jahrgang, doch die Hoffnungen sind nur zum Teil erfüllt worden: 9,4 Millionen Hektoliter dürfte in diesem Jahr die Menge sein 8,4 Millionen Hektoliter waren es 2013.

Doch im Herbst machten unseren Weintrauben ja Fäulnis durch zu viel Regen einerseits, und die böse Kirschessigfliege andererseits große Probleme – nach einer wahren Turbolese sind die Trauben schon alle in den Kellern. Und dass, obwohl sie die letzten warmen Oktobertage noch gut hätten brauchen können.

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„Die Qualität ist gut“, heißt es bisher nur nebulös – was das genau für den Jahrgang 2014 heißt, muss sich erst noch zeigen. Unsere Vermutung: Auch 2014 wird wieder ein Jahrgang sein, bei dem der Winzer sein Können zeigen muss. Das muss nichts Schlechtes sein, aber die Anforderungen an unsere Winzer wachsen definitiv.

Den deutschen Einbruch von 2013 hatten nun die anderen europäischen Weinnationen, allein Spanien und Italien hatten deutliche Einbußen zu verzeichnen: In Italien brach die Menge um 12 Prozent auf 41 Millionen Hektoliter ein, in Spanien sogar um 19 Prozent auf 40,8 Millionen Hektoliter. Gemessen daran ist Deutschland wirklich ein Wein-Zwerg 😉

Weinberge geometrisch bei Rüdesheim - Foto: gik
Weinberge in Herbstfarben bei Rüdesheim – Foto: gik

Allerdings rangiert Deutschland im europaweiten Vergleich auf Platz vier, auf Platz eins liegt weiter Frankreich, das sogar ein Miniplus von 2 Prozent bei der Ernte vermeldet und wohl 45 Millionen Hektoliter Wein produzieren wird. Wow.

Auf dem fünften Platz und schon mit deutlichem Abstand zu uns liegt Portugal mit 5,9 Millionen Hektolitern, das war ein Minus von 6 Prozent. Richtig übel hat es Rumänien (Platz 6), Griechenland (Platz 8) und Kroatien (Platz 11) erwischt: In Rumänien brach die Erntemenge um 31 Prozent ein, in Griechenland ernteten sie 28 Prozent weniger, und in Kroatien waren es sogar 39 Prozent weniger. Da dürfte einigen Winzer die Existenz wegbrechen…

Insgesamt sind in Europa damit wohl 157,7 Millionen Hektoliter Wein – zehn Prozent weniger als im Vorjahr – produziert worden. Die finalen Ernteergebnisse werden zwar erst in einigen Monaten vorliegen, heißt es vom Deutschen Weininstitut (DWI), das die Statistiken nun vorlegte, grundlegende Änderungen zur vorliegenden Mengenprognose seien jedoch nicht mehr zu erwarten.

Dann drücken wir mal die Daumen, dass die Qualität stimmt und der 2014er richtig gut wird! Wir halten Euch auf dem Laufenden 😉

 

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