Es hätte richtig schief gehen können, als das Unwetter am Sonntagabend über das Messegelände in Mainz-Hechtsheim fegte: 17.500 Teilnehmer vergnügten sich bei dem Techno-Event Love Family Park bei strahlendem Sonnenschein, dann brachen binnen Minuten Orkanböen und Regen über das Gelände herein. Wie durch ein Wunder wurde niemand richtig schwer verletzt – heute berichtete die Polizei, warum das so war. Dreh- und Angelpunkt: ein Diplom-Meteorologe.

Wie das Techno-Festival Love Family Park gerettet wurde
So schwarz war der Himmel über Hechtsheim Sonntagabend – Foto: gik

Tatsächlich hatte der Veranstalter des Festivals einen eigenen Meteorologen extra für die Party angeheuert, und das erwies sich als genialer Schachzug. Der Wetterforscher habe nämlich vom Festivalgelände aus die Wetterlage genauestens beobachtet, hieß es von Seiten der Polizei: „Bereits um 20.00 Uhr deuteten seine Vorhersagen darauf hin, dass möglicherweise noch vor Ende des Festivals starker Wind und Regen über das Gelände ziehen könnten.“ Hihi, das klingt ja wie ein Prophet der Antike 😉

Meteorologe: Unwetter kommt nach 21.00 Uhr

Doch der Mann hatte Recht, und im Gegensatz zu manch antikem Wahrsager wurde er auch ernst genommen 😉 Der Veranstalter begann jedenfalls schon um 20.00 Uhr damit, Sichtschutzmatten an den Zäunen zu demontieren, um den Wind ungehindert durchzulassen und ein eventuelles Umkippen zu verhindern. Gleichzeitig wurden auch sturmgefährdeter Objekte abgebaut und schon mal Teile der Zäune an den Ausgängen beiseite geräumt – die Besucher sollten durch überbreite Ausgänge das Messegelände zügig verlassen zu können.

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Um 21.00 Uhr dann kam vom Meteorologen die Prognose: das Unwetter könne möglicherweise in 30 oder 40 Minuten das Festivalgelände erreichen, das könne aber auch schon früher geschehen. Polizei und Veranstalter reagierten sofort: Evakuierung! Um 21.10 Uhr wurde das Festival per Lautsprecherdurchsage beendet, die Musik auf den Floors gestoppt, die Besucher gebeten, zu ihren Autos oder zu den Shuttle Bussen zu gehen.

Oktoberfestzelt als rettender Hafen

Nur Sekunden später brach das Unwetter mit Sturm und Regen über das Messegelände herein – allerdings nur zu einem Teil, wie die Polizei berichtete: im anderen Teil hatten die Besucher sogar noch Sonnenschein. Dann aber war Land unter, ein Teil der Gäste flüchtete sich in die Gastronomiezelte, ungefähr 700 kamen im großen Oktoberfestzelt unter.

Über Lautsprecherwagen der Polizei wurden die Besucher mit eigenen Autos dann gebeten, erst noch auf den Parkplätzen zu bleiben, damit erst einmal die Shuttlebusse die anderen Gäste ohne größeren Stau vom Festival wegbringen konnten. Am Ende zählte die Polizei sieben leicht verletzte Festivalbesucher, von denen vier in einer Klinik weiterbehandelt wurden. Bei den Verletzungen habe es sich vorwiegend um Platzwunden gehandelt.

Visitenkarte für Rock am Ring?

Am Montag nun konnte die Polizei stolz vermelden: „Das im Vorfeld zusammen mit Polizei, Veranstalter, Stadtverwaltung und Berufsfeuerwehr erarbeitete Sicherheitskonzept ging voll auf.“ Mainz& kann da nur sagen: großartige Arbeit! Mainz kann auch Großfestivals, dann kann Rock am Ring ja kommen 😉

Für die, die davon nichts mitgekriegt haben: Marek Lieberberg hat ja mit Rock am Ring dem Nürburgring den Rücken gekehrt, als Alternative war auch mal das Messegelände in Mainz-Hechtsheim im Gespräch. Wahrscheinlich ist das bisher nicht – in der engeren Wahl sind zurzeit Mönchengladbach, Mendig und der Flughafen Hahn – aber man weiß ja nie…

 

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