Seit die amerikanischen Streitkräfte ihre Airbase in Wiesbaden-Erbenheim verstärkt nutzen, mehren sich auch die Beschwerden der Anwohner. Besonders die Hubschrauber machen den Menschen in Erbenheim & Mainz-Kastel Kopfschmerzen, starten die Maschinen doch auch mitten in der Nacht zu Flüge über dem Rhein. Da erscheint das Frankfurter Nachtflugverbot wie eine himmlische Errungenschaft… Die Stadt Wiesbaden reagiert jetzt aber auf die Anwohnerklagen – und gibt ein Gutachten zur Reduzierung von Bodenlärm in Auftrag.

Der Magistrat beschloss am Dienstag, für die Lärmstudie einen externen, unabhängigen Gutachter zu beauftragen und stellte dafür bis zu 10.000 Euro bereit. Das Gutachten soll prüfen, welche Möglichkeiten es zur Reduzierung von Lärm gibt. Das Gutachten soll aber auch „Grundlagendaten erheben und auswerten“, wie die Stadt Wiesbaden mitteilte, damit „die Möglichkeiten für gezielte Lärmminderungsmaßnahmen genauer eingegrenzt werden können.“ Das klingt allerdings noch sehr vage und sehr danach: Wir wissen zwar noch nicht wie, aber wir schauen mal hin 😉

Wiesbaden: Lärmstudie zu Erbenheim
Krachmacher: Flugzeugturbine – Foto: gik

Hauptproblem: Hubschrauberlärm

Geprüft werden soll auch, ob eine Lärmschutzwand längs der A66 auch eine Lärmschutzwirkung in den nördlichen Stadtteilen bezüglich des Bodenlärms hätte, heißt es weiter. Allerdings räumt die Stadt auch ein, dass das Haupt-Lärmproblem in östlicher Richtung von Erbenheim aus gesehen liegt – also in Richtung Mainz. Und da ist das Hauptproblem Hubschrauberlärm. Die Hubschrauberstaffel auf dem Flugplatz Erbenheim muss nämlich zum Erhalt ihrer Fluglizenzen neben den Einsatzflügen auch Trainingsflüge durchführen, informiert die Stadt weiter. Daneben entsteht erheblicher Bodenlärm, wenn Hubschrauber vor dem Start oder zu Testzwecken gewartet werden.

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Gutachten schon in einem halben Jahr?

In Wiesbaden drückt man zudem aufs Tempo: Das Gutachten solle so schnell wie möglich, und wenn es geht schon in einem halben Jahr vorliegen, verriet Stadtsprecherin Ilka Gilbert-Rolke Mainz&. Die Probleme fangen dann allerdings erst richtig an: Die Stadt hat nämlich auf der Airbase keinerlei Einflussmöglichkeit, was hier geschieht, bestimmen allein die US-Streitkräfte. Nach Vorlage des Gutachtens werde man deshalb gemeinsam mit Land, Bund und US-Army über „die Realisierung von Lärmschutzmaßnahmen“ sprechen müssen, sagte der Wiesbadener OB Sven Gerich (SPD).

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