Wiesbaden ist ja bekanntlich immer ein bisschen anders, und wo könnte man das besser sehen als auf dem Stadtfest? Auf dem Wilhelmstraßenfest treffen jedenfalls jedes Jahr die zwei Wiesbaden aufeinander: die gehobene Snob-Gesellschaft und das einfach Volk. Die einen sitzen an Tischen mit weißen Tischdecken, die anderen gruppieren sich um Cocktail-Stände und Partybühnen. Lust, gucken zu gehen? Könnt Ihr noch heute Abend.

Wilhelmstraßenfest: Austern, Musik und Kunsthandwerk
Vor dem Kurhaus geht’s rund: Wilhelmstraßenfest 2014 – Foto: gik

Nur zwei Tage lang feiert Wiesbaden das Wilhelmstraßenfest, am Sonntagmorgen ist der Spuk wieder vorbei. Und das sagt nicht Mainz&, sondern niemand geringeres als Henning Wossidlo, Geschäftsführer der Wiesbadener Kurhausbetriebe und Organisator des Festes. Am Sonntagmorgen um 9.00 Uhr sei von dem Fest nichts mehr zu sehen, sagte Wossidlo im Gespräch mit Mainz& ganz stolz. Da schütteln Mainzer erstaunt den Kopf…

Jedes Jahr liefern sich Mainz und Wiesbaden ein Fernduell in Sachen Feiern, das Wilhelmstraßenfest findet nämlich immer kurz vor der Johannisnacht statt. So können sich die Mainzer schon mal fürs Feiern aufwärmen, auch wenn sie das gar nicht nötig haben 😉

- Werbung -
Werben auf Mainz&

Wiesbaden bietet auf dem Wilhelmstraßenfest insgesamt fünf Bühnen mit Musik satt, die Festmeile erstreckt sich entlang der Wilhelmstraße. Das führt allerdings auch dazu, dass sich auf halbem Weg zwischen zwei Bühnen ein etwas irritierender Soundmix ergibt… Da sind die Mainzer deutlich besser dran, Dank der vielen verschiedenen Plätze.

150 Stände umfasst der Handwerkermarkt in Wiesbaden, das ist etwa die Hälfte vom Künstlermarkt in Mainz. Schöne Sachen gibt’s aber auch auf der anderen Rheinseite, und das Bummeln über den Markt ist deutlich entspannter als bei der propevollen Johannisnacht.

Wilhelmstraßenfest: Austern, Musik und Kunsthandwerk
Mmmmhhh…! Austern, Theatrium 2014 – Foto: gik

Das Wilhelmstraßenfest erblickte übrigens vor 37 Jahren als Theatrium das Leben: Zur Fertigstellung des Wiesbadener Theaters, riefen Wiesbadener Kaufleute ein Fest ins Leben – ein Jahr später wurde es zum Wilhelmstraßenfest erweitert. „Wir rufen, alle kommen“, schwärmt Wossidlo, und behauptete allen Ernstes, das Theatrium sei „die Mutter aller Straßenfeste.“ Liebe Wiesbadener, das kann irgendwie nicht sein, gibt es doch in diesem Jahr die 47. Johannisnacht…

In Wiesbaden finden sich aber auch Dinge, die es in Mainz nicht gibt, Austern etwa… Und nein, das ist nicht dekadent, in Südfrankreich ist das ein ganz normales Lebensmittel 😉 Und trinkt dazu den einfachen Riesling vom Weingut Flick nebenan, der passt mit seinen Aromen von Salz und Zitrone super zu den Austern!

Im Übrigen entdeckte Mainz& in Wiesbaden auch einen Stand der Familie Barth – mit Wein aus Rheinhessen. Mainz und Wiesbaden wachsen also doch zusammen, ein bisschen wenigstens 😉

Und wie war das jetzt mit den zwei Tagen? Zwei Tage,  seien einfach „Wiesbadener Tradition“, betont Wossidlo, um dann leiser einzuräumen, drei Tage seien auch einfach finanziell einfach nicht zu stemmen: 300.000 Euro kosteten die zwei Tage jetzt schon. Liebe Wiesbadener, vielleicht solltet Ihr mal beim Nachbarn gucken kommen: Die Mainzer Johannisnacht kostet zwischen 220.000 und 240.000 Euro – und dauert vier Tage.

Info& aus Mainz&: Das Theatrium findet noch heute, am Samstag, den 14. Juni statt. Alle Infos rund um das Fest gibt es hier.

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein