Es ist wieder so weit: Am Mittwoch wurden an der Johannes-Gutenberg-Universität die Erstsemester begrüßt, und erstmals seit Jahren ist deren Zahl leicht rückläufig. Von den 6.000 Neueinschreibungen an der Mainzer Uni sind etwas mehr als 3.500 Erstsemester, 2013 waren das noch 3.798. „Haben Sie ein tolles und ereignisreiches Studium“, wünschte ihnen Uni-Präsident Georg Krausch, der auch dafür warb, sich für die Uni zu engagieren: „Gestalten Sie es mit, machen Sie es zu Ihrer Universität!“

Willkommen Erstsemester: "Machen Sie es zu Ihrer Universität!"
Willkommen an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz – Foto: gik

Der Rückgang erkläre sich durch die vermehrte Exmatrikulation von Studierenden der alten Studiengänge Magister, Diplom und Staatsexamen Lehrgang, sagte Krausch. Allerdings werde auch von der Möglichkeit, die alten Studiengänge zu verlängern, ausgiebig Gebrauch gemacht.

Mehr Studis in den Master-Studiengängen

Den neuen Studierenden stehen nun 72 zulassungsfreie und 43 örtlich zulassungsbeschränkte Studiengänge zur Auswahl. Gestiegen ist dabei die Zahl der Bewerber für einen der 114 Masterstudiengänge: von 3.992 Bewerbern vor einem Jahr stieg die Zahl auf 4.572 in diesem Wintersemester, das waren 13 Prozent mehr. Das liege auch daran, dass die Uni mehr Master-Studiengänge anbiete.

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Auf der Hitliste der Studiengänge stehen weiter Wirtschaftswissenschaften, Psychologie, Jura, Biologie und Erziehungswissenschaften ganz weit vorne, gefragt sind auch Publizistik, Deutsch/Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaften/Sozialkunde, Soziologie und Filmwissenschaften. Auch der Bereich Medizin und Zahnmedizin sei weiter stark gefragt, hieß es.

180 neue Vollzeitstellen

Willkommen Erstsemester: "Machen Sie es zu Ihrer Universität!"
Sind das viele….Erstsemester Uni Mainz WS 2014 – Foto: gik

Die hohen Studierendenzahlen seien weiter „eine Herausforderung“, räumte Krausch ein. Die Uni habe aber Dank Hochschulpakt rund 180 neue Vollzeitstellen schaffen können. „Es sind ganz viele Studierende da, und wir strengen uns ganz besonders an“, betonte Krausch. Inzwischen spiele sich auch das neue Bachelor-Master-System ein, für jeden Bachelorstudiengang gebe es inzwischen einen nachfolgenden Masterstudiengang, allerdings könne der anders heißen und eine andere Ausrichtung haben.

Besonders stolz ist die Uni dabei auf ihre integrierten Studiengänge mit Partnerunis in Dijon und dem polnischen Oppeln. „Wir haben einen hohen Grad an mobiler Studierendenschaft, wir gehören da zu den Top 5 in Deutschland“, sagte Krausch. Allerdings wechseln die Studierenden offenbar vor allem zwischen Bachelor und Master die Uni, aber nicht unbedingt innerhalb eines Bachelor-Studienganges.

AStA: Mobilität verringert, Studiengänge nicht kompatibel

„Die Mobilität ist verringert worden“, sagte Carina Lang, Referentin für Hochschulpolitik in der Studierendenvertretung AStA Mainz&. Schon der Wechsel innerhalb eines Bundeslandes werde durch unterschiedlichen Anforderungen an den Hochschulen erschwert, außerhalb der Bundesländer sei es schlicht unmöglich. „Ich werde mit meinem Bachelor nirgend woanders hingehen können“, sagt auch Jana Schneiß vom AStA, die im 6. Semester Deutsch, Politik und Geschichte auf Lehramt studiert. Schon in Koblenz müsse sie ein Semester drauflegen, weil die Pädagogik nicht kompatibel sei.

Mainz, eine der lebenswertesten Städte Deutschlands

Willkommen Erstsemester: "Machen Sie es zu Ihrer Universität!"
Attraktives Mainz: der Mainzer Dom – Foto: gik

„Gucken Sie an Pfingsten am Open Ohr vorbei, gehen Sie ins Gutenberg Museum – und feiern Sie ausgiebig Fastnacht, Sie können sich dem sowieso nicht entziehen“, riet Ebling: „Nehmen Sie Teil, haben Sie Spaß – es ist die größte Freiheit Ihres Lebens.“ Als junger Mensch werde man von der Stadt um einen herum geprägt, aber gleichzeitig auch die Stadt prägen.

Engagiert Euch, seid begeistert!

Auch Unipräsident Krausch riet, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen: „Engagieren Sie sich politisch, kulturell, machen Sie Sport, lernen Sie eine Sprache“, nannte Krausch Beispiele, im Studium habe man nämlich noch „vergleichsweise viel Zeit.“ Vor allem aber riet er zur Begeisterung, denn nur, was man mit echter Begeisterung tue, mache man auch gut. „Es soll Ihnen Freude machen, und Sie sollen begeistert sein von dem, was Sie tun“, sagte Krausch, „Sie sind ja freiwillig hier.“ Und schließlich sei das Leben einfach zu kurz, um sich mit Dingen abzugeben, die einen nicht packten. Wohl wahr 😉

Willkommen Erstsemester: "Machen Sie es zu Ihrer Universität!"
Die Fastnacht gehört in Mainz einfach dazu, vor allem der Rosenmontagszug – Foto: gik

Doch natürlich gibt es zu Studienbeginn auch Probleme, und eines der größten ist in Mainz einfach das Thema Wohnen. 1.500 neue Wohnheimplätze habe Mainz in den vergangenen Jahren geschaffen, betonte Ebling, die Stadt wolle das Wohnraumangebot auch weiter verbessern. Das müsse sie auch, räumte Ebling offen ein, schließlich wachse Mainz derzeit pro Jahr um 2.000 Einwohner.

AStA: Verschimmelte Kellerlöcher gibt es immer noch

Jana Schweiß, Sozialreferentin im AStA, bestätigte, dass es im Prinzip genug Wohnheimplätze und Wohnungen für Studierende gebe. Das Problem sei aber, dass die billigen Wohnheimplätze entweder demnächst ausgemustert würden wie das alten Wohnheim Inter I, oder aber die Wohnräume seien stark renovierungsbedürftig. „Die verschimmelten Kellerlöcher gibt es immer noch“, sagte Schweiß. Manch ein Vermieter nutze die Notlage der Studierenden aus, das sei „menschlich gar nicht vertretbar.“ Hört gut zu, liebe Mainzer Vermieter!

Auch seien die Preise einfach sehr hoch, mit den im Bafög vorgesehenen Satz von derzeit 224,- Euro sei es auf dem Mainzer Wohnungsmarkt „unmöglich etwas zu bekommen.“ Schon die Wohnheimplätze kosteten mindestens 320,- Euro, sagte Schweiß, unter 300,- Euro sei praktisch nichts zu bekommen.

Aber wir hoffen doch sehr, dass das Euch die Laune nicht vermiest – Mainz ist einfach eine tolle und sehr junge Stadt, und wir laden Euch ein, Mainz mit uns zusammen zu entdecken. Viel Spaß dabei!

Info& auf Mainz&: Der Allgemeine Studierendenausschuss AStA lädt für Donnerstag, den 30. Oktober, ab 21.00 Uhr zur Semester-Eröffnungs-Party SÖF ein. In der Muschel gibt’s Indie, Hiphop, Trash und Classics, im Studihaus 90er Trash. Im Kulturcafé werden maximum Beats aufgelegt und der Baron bietet Musik der 60s, Indie, Electro, Disco und Videogames. Mehr Infos gibt’s auf Facebook genau hier.

 

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