Kommende Woche beginnt ja der Weihnachtsmarkt, die Vorfreude steigt eindeutig. An diesem Wochenende könnt Ihr schon mal den ersten Glühwein verkosten – im Weingut der Stadt Mainz. Ansonsten steht dieses Wochenende ganz im Zeichen von Lesungen und Historischem: Im Kurfürstlichen Schloss gibt es am Sonntag eine Lesung zum berühmten Räuber Schinderhannes, bei einem Kulturspaziergang geht es um den Schwarzen Tod, die Pest, und andere Seuchen.

Freitag 21.11. bis Sonntag, 23.11., Adventsverkostung im Weingut der Stadt Mainz

Das Weingut der Stadt Mainz wird ja von der Winzerfamilie Fleischer betrieben, und die stellt an diesem Wochenende schon einmal ihre Weihnachtspräsente vor. Im Weingut an der Hechtsheimer Straße könnt Ihr schon einmal den neuen Glühwein des Winters 2014 probieren, der am Donnerstag, den 27. November auf dem Weihnachtsmarkt ausgeschenkt wird.

Verkosten könnt Ihr aber auch die ersten Weine der Fleischers aus zertifiziertem ökologischen Anbau. Winzerin Sabine Fleischer pachtete nämlich vor einigen Jahren das Weingut von Liebrecht in Nackenheim und stellte die Produktion auf Bioanbau um. Mit dem Jahrgang 2013 wurden die ersten Weine nach der dreijährigen Übergangsphase geerntet, also nichts wie hin und probieren! Natürlich könnt Ihr auch sämtliche anderen Weine des großen Sortiments verkosten.

- Werbung -
Werben auf Mainz&

Adventsverkostung im Weingut Fleischer heute noch bis 20.00 Uhr, Samstag, den 22.11., und Sonntag, den 23.11. von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Adresse und weitere Infos findet Ihr hier.

Sonntag 23. November, Lesung über den Räuberhauptmann Schinderhannes

Er hat etwas faszinierendes, jener Räuberhauptmann Johannes Bückler, genannt Schinderhannes, der Ende des 18. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts die Wege im Hunsrück unsicher machte. Mindestens 211 Straftaten konnten ihm zugeordnet werden, zumeist Diebstähle, Erpressungen und Raubüberfälle. Bückler wurde mehrfach festgenommen, konnte aber immer wieder fliehen. Schon zu Lebzeiten faszinierte er die Menschen, er wurde zum Helfer der Armen oder sogar zum gescheiterten Helden stilisiert.

Wochenende 22.-23.11. Weinfreuden, Schinnerhannes und der Schwarze Tod
Die Hinrichtung des Schinderhannes in Mainz – Foto: gik

1802 wurde Bückler erneut festgenommen und nach Mainz gebracht, wo inzwischen die Franzosen herrschten. Im Holzturm in Mainz wartete der Schinderhannes auf seinen Prozess, der am 24. Oktober 1803 begann und ihn regelrecht unsterblich machte. 72 Seiten hatte die Anklageschrift, 400 Zeugen wurden vernommen. Bückler wurde zum Tode verurteilt und am 20. November 1803 öffentlich mit der Guillotine hingerichtet. Wegen des großen Interesses musste die Hinrichtung in den heutigen Stadtpark verlegt werden.

211 Jahre danach findet an diesem Sonntag, dem 23. November um 11.00 Uhr im Kurfürstlichen Schloss eine Lesung in drei Akten von Stadtarchivar Wolfgang Dobras und Stadtführer Peter Seelmann statt. Der Räuberhauptmann wird dabei in zeitgenössischen Selbstzeugnissen und amtlichen Dokumenten zu Wort kommen. Die Lesung findet im Rahmen des Bundesweiten Vorlesetages und zugunsten der Sanierung des Kurfürstlichen Schlosses statt. Der Eintritt ist frei, Spenden gehen an das Mainzer Denkmal Netzwerk.

Sonntag, 23. November, Kulturspaziergang er schwarze Tod und andere Seuchen

Die Mitte des 14. Jahrhunderts war eine wahrhaft düstere Zeit: Die Pest, genannt der schwarze Tod, rollte in mehreren Wellen über Europa, entvölkerte ganze Landstriche und Städte. Von 1347 bis 1353 breitete sich die aus Asien eingeschleppte Pest von Messina aus in ganz Europa aus, zirka 25 Millionen Menschen starben, damit war ein Drittel der gesamten Bevölkerung tot. In Deutschland schätzen Experten, dass jeder zehnte Einwohner sein Leben verlor.

Wochenende 22.-23.11. Weinfreuden, Schinnerhannes und der Schwarze Tod
Zeichen des Judentums: Siebenarmiger Leuchter in der Wormser Synagoge – Foto: gik

Und weil die Menschen einen Sündenbock suchten, wurden die Juden verdächtigt, durch Giftmischerei und Brunnenvergiftungen die Epidemie ausgelöst zu haben. In ganz Europa führte das zu Judenpogromen und einer Auslöschung jüdischer  Gemeinden. Viele Juden begingen Selbstmord, um nicht ihre Familien in die Hände der wütenden Mengen fallen zu lassen. So auch in Mainz, wo damals die größte jüdische Gemeinde Europas lebte.

Aber nicht nur die Pest wütete in Europa, auch Pocken, Typhus, Cholera, Grippe und andere Epidemien rafften bis ins 20. Jahrhundert hinein in Mainz immer wieder Tausende von Menschen dahin. Am Sonntag findet dazu ein Kulturspaziergang der Touristik-Zentrale durch Mainz statt. Treffpunkt ist das Tourist Service Center im Brückenturm, also der Brücke, die vom Brand aus zum Rathaus führt. Start ist 14.00 Uhr, Gebühr für Erwachsene 7,- Euro, Rentner 6,- Euro, Schüler und Studenten 4,- Euro. Kinder bis 9 Jahre zahlen nur 3,- Euro, für 15,- Euro gibt es eine Familienkarte.

Euch allen ein schönes Wochenende!

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein