Wochenende 3.-4. Januar 2015 - Auf Gutenbergs Spuren wandeln
Johannes Gensfleisch zu Gutenberg per Denkmal – Foto: gik

Was ist los am Wochenende, fragt Mainz& ja immer am Wochenende, nur dieses Mal lautete die Antwort auf unsere Suche: nicht viel. Offenbar seid Ihr alle noch in Urlaub, die Museen machen Denkpause und die Fastnachter üben noch. Aber natürlich haben wir trotzdem noch etwas gefunden, wir können Euch ja nicht hängen lassen 😉 Also heißt unser Tipp heute: Wandelt doch mal auf Gutenbergs Spuren!

Johannes Gensfleisch zu Gutenberg ist ja bekanntlich der Erfinder der Druckkunst mit beweglichen Lettern, womit er eine Revolution in Sachen Kultur und Bildung auslöste. Und Gutenberg war ein Sohn der Stadt Mainz, deshalb steht hier auch das Gutenberg-Museum, das das Erbe Gutenbergs bewahrt. Aber es gibt auch einen Gutenberg-Pfad, der zu den Stätten führt, an denen Gutenberg lebte und wirkte. Einfach ist das nicht: Viel ist aus der Zeit Gutenbergs nicht erhalten, der Kriege wegen… die Stadt Mainz hat trotzdem zehn Stationen zusammengestellt.

Start und Zielpunkt ist natürlich das Gutenberg-Museum, am unteren Domplatz gelegen. Dort gibt es die Dauerausstellung, aktuelle Ausstellungen zu moderner Druckkunst sowie ein Original-Nachbau einer Gutenbergschen Druckpresse, auf der Ihr den Druck nachvollziehen könnt. Auch zwei Original-Bibeln aus Gutenbergs Händen könnt Ihr hier bestaunen. Geöffnet ist das Museum am Samstag von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr, Sonntag von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Für 3,50 Euro könnt Ihr Euch im App-Store eine App mit allen Informationen erwerben.

- Werbung -
Werben auf Mainz&

 Lettern-Denkmal und Dom-Kreuzgang

Wochenende 3.-4. Januar 2015 - Auf Gutenbergs Spuren wandeln

Station Nummer zwei ist das Lettern-Denkmal auf dem Liebfrauenplatz. Neun große Sandsteinquader bilden zwischen den Blumenbeeten ein Halbrund, das an die in Blei gegossenen Buchstaben-Matrizen Gutenbergs erinnert. Jeder Quader zeigt eine Letter, zusammen bilden sie den Namen Gutenberg. Station Nummer drei ist der Kreuzgang hinter dem Dom, den Ihr durch den Dom erreicht.

Der Domkreuzgang stammt nämlich noch aus der Zeit um 1400 und stellt somit einen der wenigen Bauten in Mainz dar, die noch originale bauliche Zeitzeugen Gutenbergs sind – Gutenberg lebte von 1400 bis 1468, die meiste Zeit verbrachte er in Mainz. Im angrenzenden Dommuseum könnt Ihr zudem eine der größten Sammlungen von Bildteppichen aus der Zeit bewundern.

Druckerei und Denkmal

Weiter geht es zum Haus zum Korb, das Ihr am Aufgang zum Brand-Einkaufszentrum findet, wenn Ihr von der Schusterstraße dem Hauptweg zum Brand folgt. Hier hat einst die Fust-Schöffersche Druckerei gestanden, und Fust war ja zuerst Gutenbergs Partner, später stahl er Gutenbergs Erfindung. Hier könnt Ihr noch ein wenig der spätgotischen Bauweise zu Gutenbergs Zeit sehen. An der Ecke zur Schusterstraße stand einst eine der ältesten Druckereien von Mainz: die Fust-Schöffersche Druckerei, hier soll die berühmte erste Bibel, die B 42, gedruckt worden sein.

Wochenende 3.-4. Januar 2015 - Auf Gutenbergs Spuren wandeln
Gutenberg mit Dastnachtskappe – Foto: gik

Weiter geht’s zum Staatstheater, auf dessen Vorplatz seit 1837 das Gutenberg-Denkmal des Dänen Thorvaldsen steht. Die Mainzer lieben dieses Denkmal – und statten es zu Fastnacht mit einer eigens gefertigten Fastnachtskappe aus. Gutenberg ist also Ehren-Fastnachter, und tatsächlich geht auf seine Tradition die politisch-literarische Fastnacht des geschliffenen Büttenvortrags zurück.

Gutenbergs Grab und Gutenbergs Taufkirche

Auf dem Rückweg zur Schusterstraße lauft Ihr vermutlich direkt über Gutenbergs Grab: Am Platz der Alten Universität – auch ein schönes Gebäude – stand im 15. Jahrhundert ein Franziskanerkloster mit Klosterkirche. Hier soll Gutenberg begraben gewesen sein. Doch das Kloster samt Kirche wurden bei der Rückeroberung von Mainz im Jahr 1793 zerstört und gingen verloren– und damit alle vielleicht noch vorhandenen Spuren von Gutenbergs Grabstätte.

Durch die Schusterstraße geht’s weiter Richtung Flachsmarkt, wo Ihr auf Höhe des Kaufhofs rechts die Christofsstraße findet. Auf der rechten Ecke, wo heute eine Apotheke steht, stand einst der Hof zum Gutenberg, Gutenbergs Geburtshaus und Ort seiner ersten Druckerei, heute Urdruckerei genannt. Das historische Gebäude wurde leider im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört. Dahinter liegt die Ruine der Kirche St. Christoph, die als Mahnmal der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg dient. Hier vermuten die Forscher, wurde Gutenberg getauft – allerdings wohl nicht in dem Taufstein in der Kirche, auch wenn der aus Gutenbergs Zeit stammt.

Hinter der Kirchenruine wiederum liegt der Algesheimer Hof, heute ein historisierter Nachbau in der Hinteren Christofsgasse 3. Hier verbrachte Gutenberg wohl seine letzten Jahre als Höfling des Mainzer Erzbischofs Adolf II. von Nassau. Gutenberg soll am 3. Februar 1468 gestorben sein, dem St. Blasius-Tag. Die Gegend gehört übrigens zu den ältesten Teilen von Mainz – hier stand einst ein offizielles Gebäude der Römer in Mogontiacum. Aber das ist eine andere Geschichte 😉

Info& auf Mainz&: Ihr dürft natürlich gerne den Mainz&-Artikel zum Rundgang nutzen, aber wir empfehlen ja doch lieber die offizielle Broschüre zum Gutenberg-Pfad, die Ihr hier herunter laden könnt. Viel Spaß beim Nachforschen!

HINTERLASSEN SIE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein