Die Geografen der Mainzer Uni hatten ja die Passanten in Mainz und Wiesbaden danach gefragt, was sie stört – nun kommen die Ergebnisse zur umgekehrten Frage: Welche Wünsche haben die Mainzer respektive Wiesbadener, damit das Shoppen in der Innenstadt noch schöner wird? Nun, die Ergebnisse überraschen nicht so unbedingt – die Passanten wünschten sich weitgehend da Verbesserungen, wo sie vorher Mängel gesehen hatten. Verbesserung des Shopping-Angebotes, mehr und billigere Parkplätze, mehr Grün und attraktivere Gebäude – das sind die Top 4 auf der Wunsch-Hitliste in Mainz.

–Serie Mainzer Innenstadt – wie entwickelt sich die City? Teil 3–

Wünsche zum schöner Shoppen in Mainz - Serie Teil 3
Modern Shopping in Mainz am Brand – Foto: gik

Zur Erinnerung: Seit 2009 befragen Professor Günter Meyer und seine Studenten vom Geografischen Institut der Uni Mainz regelmäßig Passanten in der Innenstadt nach ihrem Einkaufsverhalten und ihrer Beurteilung der Innenstadt – und zwar alle zwei Jahre. Nach 2011 wurde im Mai 2013 wieder gefragt, die Ergebnisse veröffentlicht das Institut in diesen Wochen. Befragt werden übrigens mehr als 2.000 Passanten, und zwar egal, ob sie Mainzer oder Wiesbadener sind.

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Bei der Frage nach den Wünschen wurde bewusst offen – also ohne Antwortvorgabe – gefragt, und zwar dies: „Was sollte als Wichtigstes getan werden, damit die Mainzer/Wiesbadener Innenstadt für Sie persönlich noch attraktiver wird?“ Und im Vergleich der beiden Städte fällt auf: Beidseits des Rheins wird eine weitere Verbesserung des Einzelhandelsangebots an erster Stelle genannt – in Wiesbaden wünschen das noch immer 15,5 Prozent der Gefragten, obwohl Wiesbaden ja erst vor nicht langer Zeit das Luisenforum eröffnet hat. Tatsächlich sind Wünsche nach mehr Angebot in Wiesbaden seit 2009 von 31,9 Prozent auf jetzt 15,5 Prozent zurückgegangen.

Mehr Geschäfts-Vielfalt, besseres Parken

Auch in Mainz sanken diese Werte, allerdings nennt noch immer jeder Fünfte (20,1 Prozent) den Wunsch nach  mehr Vielfalt. Kleidungsgeschäfte rangieren dabei weit vorn, zu vernachlässigen hingegen die Wünsche nach längeren Öffnungszeiten (0,7 Prozent), weniger Ramschläden (0,6 Prozent) und weniger Filialisten (1,1 Prozent). Die Mainzer Innenstadt ist also sehr attraktiv – wenn da nicht der Verkehr wäre. 9,9 Prozent wünschten sich in Mainz niedrigere Parkgebühren und mehr Parkplätze – in Wiesbaden war man da mit nur 4,8 Prozent deutlich zufriedener. In Mainz wollten zudem 5,2 Prozent einen Verbesserung der Verkehrssituation, vor allem mehr Radwege und noch mehr Verkehrsberuhigung.

Wünsche zum schöner Shoppen in Mainz - Serie Teil 3
Schöner geht’s nicht: Markt zu Füßen des Mainzer Doms – Foto: gik

Auf Rang drei kam dagegen in beiden Städten der Wunsch nach mehr Blumen und Bäumen – mit 8,2 Prozent in Mainz und mit 7,1 Prozent in Wiesbaden. Dass sich in Mainz 7,4 Prozent schönere Gebäude wünschen, verwundert nicht wirklich: ein Großteil der Fußgängerzone in Mainz führt eben entlang uncharmanter Nachkriegsfassaden, da haben die Wiesbadener einfach einen Vorteil. Dafür rangiert bei den Hessen auf Platz zwei (!) ihrer Wunschliste mehr Sauberkeit, in Mainz kommt dieses Thema nur auf Rang 6.

Viel Flair in Mainz, mehr Sauberkeit in Wiesbaden

Auf den hinteren Rängen dann rangieren Wünsche wie mehr Gastronomie (3,6 Prozent in Mainz, 5,6 Prozent in Wiesbaden), Stärkung des Freizeitangebots (3,4 Prozent in Mainz, 4,0 Prozent in Wiesbaden), mehr Sitzmöglichkeiten und Verbesserung der City-Struktur (1,4 Prozent in Mainz, 0,2 Prozent in Wiesbaden). Bei der Atmosphäre hat dann Mainz mit nur 2,5 Prozent Verbesserungswünsche die Nase vor Wiesbaden, wo sich immerhin 3,5 Prozent mehr Atmosphäre und vor allem mehr Polizeipräsenz wünschen. In Wiesbaden kommt also offenbar Atmosphäre von Sicherheit, in Mainz nennen wir das hingegen Flair…

So bleibt als Fazit die Feststellung: Die Innenstädte von Mainz und Wiesbaden sind seit 2009 deutlich attraktiver geworden, Mainz hat aber gerade beim Klamotten-Angebot noch Nachholbedarf. Und die Parksituation hat sich in den Augen der Passanten nicht wesentlich verbessert: Waren 2009 noch 10,4 Prozent der Passanten unzufrieden, sind es 2013 immer noch 9,9 Prozent. Bedenkt man, dass viele Auswärtige oft nach den Parkmöglichkeiten entscheiden, wo sie Shoppen, dann hat Mainz hier einen klaren Nachteil. Da sollte man ja vielleicht über das Angebot mal ein bisschen nachdenken – nur bitte nicht zulange 😉

Jetzt seid Ihr dran: Was fehlt Euch in der Innenstadt? Was müsste besser werden? Schreibt Mainz& Eure Vorschläge, und wir fragen bei den Verantwortlichen nach!

In unserer Serie Mainzer Innenstadt – wie entwickelt sich die City? sind bisher folgende Teile erschienen:

Die gesamten Ergebnisse der Studie der Geografen an der  Mainzer Uni gibt es hier.

 

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