„Alles hat seine Zeit, was ist, entsteht aus dem, was war, der Blick zurück ist unsere Erinnerung. Kommen Sie mit auf eine spannende Reise durch die Jahrhunderte.“ Eine dunkle, angenehme Stimme, sanftes lila Licht, das zu Rot wird, das bekommt gelbe Strahlen wie die Frühlingssonne und wandelt sich zu tief-leuchtendem Blau. Also, Ihr habt wirklich etwas verpasst am Freitagabend!

LUMOstory2013 - Foto Jörg Schellschmidt
Zauberhafte Lichtershow in Kloster Eberbach – Foto Jörg Schellschmidt

In Kloster Eberbach fand zum dritten Mal die Lumostory statt, eine Lightshow, die die altehrwürdige Basilika in ganz neues Licht tauchte. Gute 40 Minuten dauerte das Lichtspektakel, das ein wenig an die französischen Son et Lumière erinnert, jene Lichtshows, die etwa die französischen Schlösser an der Loire ins rechte Licht rückt.

In Kloster Eberbach setzten am Freitagabend 12 Movinglights und 44 LED Floorlights die Basilika ganz neu ins Szene und erzählten dabei die Geschichte der Zisterzienserabtei im Rheingau: mit sanftem Licht am Anfang von Kloster und Geschichte über das Aufstrahlen des Klosters zum Groß-Wirtschafts-Betrieb hin zu den Bauernkriegen, der Verwüstung im Dreißigjährigen Krieg bis hin zum Ende des Klosters 1803 in der Säkularisierung.

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Lumostory Kloster Eberbach 2014 - Foto: gik
Lumostory Kloster Eberbach 2014 – Foto: gik

Ein Erzähler berichtete von den historischen Begebenheiten, schilderte Mythen und Legenden, wie die vom Eber, der über den Back sprang und so Kloster Eberbach seinen Namen gab. Von Kirche und Klausur erzählte der Sprecher, und vom Weinanbau des Spätburgunders, den die Mänche aus dem Burgund mit in den Rheingau brachten. Und dass offenbar schon damals die Mönche Schwierigkeiten hatten, sich mit ihrem Rotwein gegen die französische Konkurrenz durchzusetzen – weshalb man auf Weißwein umstieg.

Während all diesem zucken die Scheinwerfer der Länge nach durch den Raum, straghlen Säulen an, heben Bogen hervor oder mahlen abstrakte geometrische Muster an Wände und Decken. Gelegentlich werden auch Fotos auf die Altarwand geworfen, die allerdings sind so klein geraten, dass der Zuschauer ein bisschen weiter hinten schon kaum noch zu erkennen vermag. Die übrige Lightshow aber wandert von vorne nach hinten, rechts und links die Wände hinauf, oder bündelt schon mal die Strahlen zu einem sich drehenden Lichtkreis – wow.

„Wie man so etwas macht? Man schließt sich fünf Tage in der Basilika ein und programmiert das Ganze im Computer“, sagte Joachim Jakob, dessen Firma für Veranstaltungstechnik die Lightshow umsetzte, vor Beginn der Show. „Viel Kaffee, viele Gummibärchen und viel Riesling“ habe geholfen, die Lichtershow wirkungsvoll zu installieren.

Lumostory Abspann: rosa Decke mit Kringeln - Foto: gik
Lumostory Abspann: rosa Decke mit Kringeln – Foto: gik

„Wir bespielen die ganze Basilika“, riet Jakob den Zuschauern noch: „Wenn vorne nichts passiert, würde ich mich mal umdrehen…“ Das taten aber sehr wenige der Zuschauer, die meisten saßen einfach entspannt auf ihren Sitzen und genossen die Lichter, deren Kraft durch künstlichen Nebel immer wieder ins Sanfte abgemildert wurden.

Übrigens wurde ausdrücklich darum gebeten, während der Show nicht zu fotografieren, um die Zuschauer nicht zu stören. Deshalb seht Ihr hier nur zwei kleine Schappschüsse vom Ende der Show, sorry!

Nach 40 Minuten war die Geschichte erzählt, klangen die Lichter in sanftem Lila wieder aus. „Die Zeit ist unser Schicksal“, sagte der Sprecher, „was ist, entsteht aus dem, was war, der Blick zurück ist unsere Erinnerung.“ So jedenfalls macht Erinnern richtig viel Spaß!

Info& auf Mainz&: Unser Tipp: Es gibt noch Karten für die Lumostory am Samstag und besonders auch am Sonntag, den 12. Oktober. Dann nämlich findet die Lumostory zum ersten Mal auf Englisch statt. 3. LUMOstory – Highlights der Geschichte, Einlass in Kreuzgang und angrenzende Räume ab 19.00 Uhr, Einlass in die Basilika ab 20.45 Uhr, Lightshow ab 21.00 Uhr.

2 KOMMENTARE

  1. Sehr gut berichtet! Es gibt Wunderbares in unserer Region. Und Sie verstehen es, diese uns nahezubringen. Danke!

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